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Handel
Nicht alle wollen den langen Samstag

Die Geschäfte in der Bitburger Innenstadt locken viele Einkaufsfreudige an.
Die Geschäfte in der Bitburger Innenstadt locken viele Einkaufsfreudige an. FOTO: Nathalie Hartl / TV
Bitburg. Auf Facebook haben Leser über die Ladenschlusszeiten in Bitburg diskutiert. Das Thema spaltet die Gemüter. Von Nathalie Hartl
Nathalie Hartl

Ein TV-Artikel über die Öffnungszeiten der Geschäfte in der Bitburger Fußgängerzone hat für Gesprächsstoff in dem sozialen Netzwerk Facebook gesorgt. Hier haben zahlreiche Nutzer ihre Kommentare hinterlassen und darüber debattiert, ob einheitliche Ladenschlusszeiten bis in den Abend hinein sinnvoll wären. Das Überraschende: Die meisten sprechen sich eher gegen den langen Samstag aus.

„Wir geben alle nicht mehr Geld aus, nur weil die Öffnungszeiten länger sind“, schreibt ein Mann. Dafür erntet er viel Zustimmung, aber auch Gegenrede: „An Kunden würde es bestimmt nicht fehlen“, setzt eine Userin ihm entgegen. Ihr Hauptargument: Gerade Familien hätten am Samstag die Chance, gemeinsam durch die Stadt zu schlendern „und nach dem Bummeln einen Kaffee zu trinken oder ein Eis zu essen.“ Die Antwort darauf folgt prompt: Das alles sei ein Irrtum. „Es wurde jahrelang probiert und hat nichts gebracht außer Kosten für den Einzelhandel.“ Seiner Ansicht nach führen längere Öffnungszeiten nicht zu einer Steigerung des Umsatzes, denn „nur weil die Läden länger aufhaben, hast du auch nicht mehr Geld zum Ausgeben.“ Wer von beiden Diskussionsteilnehmern Recht hat, ist schwer auszumachen. Denn auf der einen Seite bleibt die Summe, die Leute zum Einkaufen zur Verfügung haben, unabhängig vom langen oder kurzen Samstag  gleich. Auf der anderen Seite beeinflussen die Öffnungszeiten die Frage, wohin die Menschen fahren, um ihr Geld auszugeben.

Um soziale statt finanzielle Aspekte dreht sich ein weiteres Argument für einen früheren Ladenschluss, das mehrere Facebook-Nutzer einwerfen. „Die Mitarbeiter freuen sich auch, samstagmittags freizuhaben“, kommentiert eine Userin. Verkäufer hätten auch Familien, die sie ab und an gerne mal sehen würden, meint eine andere. Für ihre Äußerungen bekommen sie von 20 Lesern einen Daumen nach oben. Sogar Lebensmittelgeschäfte, die ihre Besucher in Bitburg noch bis zum später Abend begrüßen, sollten früher schließen, fordert eine Frau auf Facebook. Auch dafür erntet sie Zustimmung. Als es noch keinen langen Samstag gab, sei schließlich keiner verhungert.

Einige Nutzer ziehen Vergleiche zwischen Bitburg und anderen, teils wesentlich größeren Städten. „Wenn wir am Wochenende nach Bitburg kommen, ist da tote Hose“, schreibt ein Mann, der aus Solingen mit knapp 160 000 Einwohnern stammt. Die Begründung dafür liefert ein anderer: Bitburg sei „ein Provinznest, allenfalls ein Mittelzentrum, aber keine Großstadt“.

Immerhin: Über die Hälfte der Geschäfte in der Fußgängerzone hat an Samstagen noch bis 16 Uhr geöffnet. Genug Zeit also, um nach einem gemütlichen Frühstück noch nach Bitburg aufzubrechen.