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Eigenverschulden
Unfall im Eifelpark: Schlittenfahrt endet im Krankenhaus

FOTO: Eifelpark Gondorf
Gondorf. Ein Mann ist am Sonntag aus dem Schlitten der Sommerrodelbahn im Eifelpark geschleudert worden. Mit der Sicherheit der Anlage hatte dieser Unfall offenbar nichts zu tun. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Die Sommerrodelbahn ist eine der Hauptattraktionen des Eifelparks. Hunderte brettern täglich in den Schlitten die metallerne Piste herunter. Bei Familien mit jungen Kindern ist das Gondorfer Fahrgeschäft besonders beliebt. Denn die Eltern können in den Bobs zusammen mit ihren Kindern die Bahn hinunter fahren.

Am Sonntag hat sich auch ein Franzose mit seinem fünfjährigen Sohn in den Schlitten gesetzt. Der Junge saß vorne, der Vater hinten. Bei der Abfahrt um 14 Uhr waren beide noch angeschnallt. „Und die Sicherheitsgurte halten – selbst wenn man fest daran zieht“, sagt Parkbetreiberin Nadine Löwenthal. Trotzdem wurde der 46-Jährige am Sonntag aus seinem Sitz geschleudert. Wie ist das möglich?

Die Schlitten können auf der Bahn 40 Kilometer pro Stunde zurück legen. Auf der Talfahrt nach unten entsteht Fliehkraft.  Der Gurt hält die Rodler im Sitz. Den hatte der Mann aber „aus unbekannten Gründen“ gelöst, wie die Bitburger Polizei am Montag mitteilte. Ob aus Leichtsinn, Ungedanken oder ob er vielleicht aussteigen wollte – das bleibt offen.

Die Folge war jedenfalls, das der Franzose in einer Kurve im oberen Teil des Coasters aus dem Schlitten geworfen wurde. Er flog über den Kopf seines Sohnes hinweg in eine Böschung und verletzte sich schwer, aber nicht lebensbedrohlich. Dem Jungen passierte nichts.

Nach dem Unfall wurde die Bahn von der Polizei abgesperrt. Einsatzkräfte begannen mit der Bergung des Mannes. Doch die gestaltete sich schwieriger als gedacht. Denn der Hang, in dem er landete, ist schwer zugänglich. Letztlich musste die Feuerwehr anrücken, um den Mann zu retten. Ein Hubschrauber flog ihn später ins Trierer Krankenhaus, wo er derzeit versorgt wird.

Doch damit war die Sache für die Polizei nicht erledigt. Nach Angabe von Parkbetreiberin Löwenthal wurden Anlage und Sicherheitsgurte nach dem Unfall von den Beamten getestet. Sie machten Probefahrten, überprüften die Bücher. Das Ergebnis laut der Chefin: „Das Fahrgeschäft ist fehlerfrei.“ Auch Polizeichef Hamm meint: „Es gab keinerlei Verschulden des Parks.“ Die Sommerrodelbahn ist also sicher und schon seit Sonntagabend wieder geöffnet.Es ist laut Löwenthal „der erste Unfall dieser Art“ auf der Rodelbahn.

Nie zuvor sei jemand aus dem Schlitten geschleudert worden. Gelegentlich komme es zwar vor, das die Schlitten einander rammten. Aber das sei „ein klarer Bedienungsfehler“:   „Die Leute halten nicht genügend Abstand. Wir können aber nicht mehr tun, als auf die Regeln hinzuweisen.“ 

Kurios: Es ist an diesem Sonntag nicht der einzige Unfall auf einer Sommerrodelbahn in der Region. Auf der Bob-Bahn am Erbeskopf, bei Hilscheid im Hunsrück, verletzte sich ein 39-Jähriger Mann und ein sechs Jahre altes Kind. Offenbar war das Seil eines Schlittens gerissen, weswegen der Bob abgebremst wurde und ein anderer im auffuhr.