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Verjüngungskur fürs Jugendheim in Bitburg-Mötsch

Das Jugendheim im Bitburger Stadtteil Mötsch wurde 1963 eingeweiht, nun wird eine Sanierung geplant.
Das Jugendheim im Bitburger Stadtteil Mötsch wurde 1963 eingeweiht, nun wird eine Sanierung geplant. FOTO: Klaus Kimmling
Bitburg. Neues Sanierungsprojekt im Bitburger Stadtteil: Das Mötscher Bürgerhaus soll für knapp 1,4 Millionen Euro saniert und umgebaut werden. Bauausschuss und Stadtrat diskutieren das Projekt, das das Herzstück der künftigen Dorfentwicklung werden soll. Lars Ross

Wenn der Ausschuss für Bau, Wirtschaft und Verkehr der Stadt Bitburg - kurz: der Bauausschuss - am Mittwoch um 17 Uhr zusammen kommt, hat er nur einen Tagesordnungspunkt: den Umbau und die Sanierung des Jugendheims im Stadtteil Mötsch. Da sich das Gremium auch in Mötsch trifft und zwar genau in dem Jugendheim um das es geht, können sich die Ausschussmitglieder parallel zur Vorstellung der Pläne von der Notwendigkeit einer Sanierung überzeugen.

Als das Gebäude im Dezember 1963 eingeweiht wurde war es mit Mehrzweckhalle für Turnunterricht, Werkraum, Lehrküche und Gruppenräumen, einer Bücherei und einer Kegelbahn auf der Höhe der Zeit. Nach er Eingemeindung von Mötsch in die Stadt Bitburg entwickelte sich das Jugendheim immer stärker zu einer Art Bürgerhaus des Stadtteils. Nach Angaben von Ortsvorsteher Heiko Jakobs nutzen jeden Monat rund 1000 Menschen die Räume. Die Bausubstanz ist offenbar noch recht gut erhalten.

"Doch Raumkonzept, Gestaltung und Technik passen längst nicht mehr in die heutige Zeit. Ganz zu schweigen zu Anforderungen an Barrierefreiheit, Energieeinsparung oder Einbruchschutz", sagt Jakobs. Für eine umfassende Sanierung spricht nach Auffassung des Ortsbeirats, dass der Stadtteil mit der Umwandlung der amerikanischen Housing-Area - die heute offiziell an die Bundesrepublik zurückgegeben wird - von derzeit rund 1000 Einwohnern in den nächsten Jahren auf 1500 Menschen anwachsen wird. Mit neuen Raum- und Nutzungskonzepten sollen Kontaktpunkte im Ort geschaffen werden, die durch Wegzug von Dorfkneipe, Läden, Post oder Bankfiliale in den vergangenen Jahren verloren gegangen sind.

"Völlig neue Angebote sollen die heutige Vereinsnutzung ergänzen", sagt Jakobs. Gedacht ist dabei an einen monatlichen Markttreff, eine Krabbelgruppe, einen Integrationstreffs oder ein Demenzcafé. "Das barrierefreie und auf die multifunktionale Nutzung zugeschnittene Gebäude soll zum Dreh- und Angelpunkt der Vorhaben im Rahmen der sozialen Dorfentwicklungsstrategie werden", umschreibt der Ortsvorsteher die Vision.

1,37 Millionen Euro müssten nach den Plänen, die nun beraten werden, in das Gebäude mit über 800 Quadratmetern Nutzfläche investiert werden. Rund 600.000 Euro erwartet die Stadt an Zuschüssen. Über den städtischen Eigenanteil von 770.000 Euro werden nun die Gremien diskutieren. Nach dem Bauausschuss in dieser Woche wird sich der Stadtrat bei seiner nächsten Sitzung am 16. November mit den Projekt befassen.