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Vier Städte buhlen um die Landesgartenschau 2022: Der TV stellt Bitburgs Konkurrenten vor

 "Tagpfauenaugen" sitzen einträchtig nebeneinander auf dem blühenden Sommerflieder (Buddleja) im Botanischen Garten in Rostock, aufgenommen am Mittwoch (03.08.2005). Dutzende Schmetterlinge finden sich derzeit an diesen blühenden Sträuchern ein, um Nektar zu saugen. Wegen seiner Beliebtheit bei den Schmetterlingen wird der Sommerflieder im Volksmund auch Schmetterlingsstrauch genannt. Foto: Bernd Wüstneck dpa/lmv +++(c) dpa - Bildfunk+++
"Tagpfauenaugen" sitzen einträchtig nebeneinander auf dem blühenden Sommerflieder (Buddleja) im Botanischen Garten in Rostock, aufgenommen am Mittwoch (03.08.2005). Dutzende Schmetterlinge finden sich derzeit an diesen blühenden Sträuchern ein, um Nektar zu saugen. Wegen seiner Beliebtheit bei den Schmetterlingen wird der Sommerflieder im Volksmund auch Schmetterlingsstrauch genannt. Foto: Bernd Wüstneck dpa/lmv +++(c) dpa - Bildfunk+++
Bitburg/Mainz. Bad Neuenahr-Ahrweiler, Neuwied und Bad Kreuznach: Im Wettkampf um die Landesgartenschau 2022 hat es die Stadt Bitburg nicht gerade mit Leichtgewichten aufgenommen. Der TV stellt die drei Konkurrenten und ihre Konzepte vor. Christian Moeris

Die Bewerbungen sind raus: Neben Bitburg haben sich noch drei weitere Städte für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2022 beworben. Mit Bad Neuenahr-Ahrweiler, Bad Kreuznach sowie Neuwied hoffen zwei Kurorte und eine Industriestadt auf den Zuschlag aus Mainz. Doch schon ein Blick auf die Einwohnerzahl der Mitbewerber zeigt, dass es Bitburg bei dem Kampf um die LGS 2022 nicht gerade mit Fliegengewichten aufgenommen hat. Selbst die kleinste Mitbewerberstadt, Bad Neuenahr-Ahrweiler, ist mit etwa 27?000 Einwohnern fast doppelt so groß wie Bitburg mit nur 13?000 Einwohnern. Doch kommt es bei der Bewerbung zur Landesgartenschau wohl kaum auf die Größe an. Der Ministerrat des Landes will Ende Juni sein Urteil fällen, wird dabei aber wohl ein größeres Augenmerk auf die Qualität der Bewerbungsunterlagen legen. Das sind die Konzepte der Mitbewerber im Einzelnen:
Bad Neuenahr-Ahrweiler: Unter dem Motto "Das blühende Leben - Gesunde Stadt - Gesunde Menschen" bewirbt sich die Kurstadt im Landkreis Ahrweiler. Die durch den Weinbau und den Tourismus geprägte Stadt stellt bei ihrer Bewerbung das Thema Gesundheit in den Vordergrund. "Daher rückt die Landesgartenschau exemplarisch für die Heilwirkung der Natur die großzügigen Gärten und Parkanlagen als Orte der Entspannung in den Fokus", sagt Guido Orthen, Bürgermeister der Kurstadt. Im Rahmen der Stadtentwicklung möchte Bad-Neuenahr Ahrweiler die Ausstellung hauptsächlich dazu nutzen, um bestehende Grünflächen entlang der Ahr zu verbinden, aufzuwerten und um Brachen zu schließen. "Die Identität von Bad Neuenahr-Ahrweiler als Wohnstandort und Arbeitsplatz im Grünen soll dauerhaft ausgebaut werden", heißt es in der 64 Seiten dicken Bewerbung.
Neuwied: Die Industriestadt mit mehr als 64?000 Einwohnern liegt im Norden des Landes, wo die Wied in den Rhein mündet. "Blühendes Wiedtal", so lautet der aktuelle Arbeitstitel für die Neuwieder Bewerbung zur LGS 2022. Insbesondere verfolgt die Stadt dabei ein Ziel: Die zivile Konversion einer 300 Jahre industriell genutzten Fläche im Stadtkern. Sie möchte die Gartenschau als Instrument dazu nutzen, das Gelände rund um das große Walzwerk, das seinen Betrieb in Kürze einstellen wird, für die Bevölkerung erlebbar zu machen. Die bislang industriell genutzte Fläche, etwa 30 Hektar, zwischen drei Stadtteilen an der Wiedmündung soll städtebaulich für die Bevölkerung wieder erlebbar gemacht werden. Auch das Flussufer der Wied samt einem alten Industriehafen sollen aufgewertet werden. Dazu soll die Industriekultur dieser Fläche, alte Gleise und ein Lokschuppen, in die Ausstellung eingebunden werden. Für Neuwied sei die Bewerbung zur LGS eine der bedeutendsten Entscheidungen der vergangenen Jahre, sagt Oberbürgermeister Nikolaus Roth.
Bad Kreuznach: Das Motto der Kurstadt Bad Kreuznach mit knapp 50?000 Einwohnern für die LGS 2022 lautet: "Am blauen Band der Nahe ins Salinental". Für die Landesgartenschau plant die Stadt, den Fluss Nahe wieder für die Bevölkerung zugänglich zu machen und die unterschiedlichen Kurstandorte durch einen Rundweg zu verbinden. Der Grünzug entlang der Nahe samt historischer Parkanlage und Kurgärten soll aufgehübscht und "wieder zu neuem Leben erweckt werden". Ab dem Ausstellungsjahr, so der Plan, soll der Kurpark der Öffentlichkeit dann rund um die Uhr zugänglich sein, was derzeit nur zu bestimmten Öffnungszeiten der Fall ist. Die städtebaulichen Ziele: Stärkung der Innenstadt, der Radwege, Lebensqualität und Arbeitsplatzsituation sowie der touristischen Attraktivität. Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer: "Eine Landesgartenschau würde sich positiv auf die Weiterentwicklung unserer Infrastruktur für Gesundheit, Wellness und Tourismus auswirken."Vom 10. bis zum 12. Mai besucht der Bewerbungsbeirat alle vier Städte. Dieses Gremium unter dem Vorsitz von Staatssekretär Thomas Griese setzt sich aus Vertretern verschiedener Verbände zusammen. Nach der Prüfung sämtlicher Bewerber wird der Beirat gegenüber dem Ministerrat eine Empfehlung aussprechen und darlegen, welche Städte für die Austragung des Großereignisses geeignet sind.
EXTRA Das gemeinsame Konzept der Stadt Bitburg und des Eifelkreises
Das Grobkonzept der Bitburger Bewerbung zur LGS 2022: die zivile Umnutzung der Housing. Im Jahre 2017 beabsichtigt die amerikanische Luftwaffe die Rückgabe des rund 62 Hektar großen Kasernengeländes mit mehr als 1000 Wohnungen und einer nahezu kleinstädtischen Infrastruktur.
Die bevorstehende Rückgabe der Housing stellt die Stadt und das Umland vor große Herausforderungen. In der Landesgartenschau, bei der eine große Summe Fördergeld des Landes winkt, sehen Stadt und Eifelkreis das geeignete Instrument, um das Areal für eine zivile Nutzung umzugestalten. Kern der Überlegungen ist die Frage: Wie könnte das Areal zu einem neuen Stück Bitburg, einem neuen Stadtviertel werden?
Im zweiten Schritt folgt die Planung, wie sich dort eine Gartenschau gestalten ließe. Ergebnis: Im Prinzip wird die riesige Fläche in fünf Bereiche geteilt. Herzstück ist ein grüner Keil in der Mitte, der etwa ein Drittel der gesamten Fläche ausmacht und der auch Basisgelände für die Gartenschau ist. Daran angrenzend entsteht Platz für Mehrgenerationen- und Mehrfamilienwohnungen in großen, eher städtischen Häusern sowie Platz für Gewerbe und einen Sportpark samt Kunstrasenplatz. Richtung Mötsch ist an einen eher dörflichen Teil gedacht, eine Art Neubaugebiet für Mötsch, das Stück für Stück nach Bedarf erschlossen wird. Als dauerhafte Nutzung sind ein Landschaftspark und Flächen für Wohnen, Gewerbe sowie Sportaktivitäten vorgesehen.