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Stadtentwicklung
Doch nicht verstrahlt!

Bitburg. Es geht voran am Stahler Weg: Ortsvorsteher Willi Heyen rechnet damit, dass nach fünf Jahren Planung nun bald gebaut werden kann. Und um das radioaktive Gas Radon müssen sich Bauherren wohl auch keine Sorgen mehr machen. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Für Bauherren gibt es selten gute Nachrichten, wenn das Landesamt für Bergbau und Geologie einen Fund macht. So manches Vorhaben hat die Entdeckung von giftigen Stoffen im Boden schon verhindert.

Dass unter der Wiese am Ortseingang des Bitburger Stadtteils Stahl offenbar Radon schlummert, hat die Investoren von der Firma Volksbank Immobilien daher sicher nicht gefreut (der TV berichtete). Denn das radioaktive Gas ist zwar solange es in der Erde bleibt ungefährlich. Wenn es aber austritt, eingeatmet wird, erhöht das chemische Element das Krebsrisiko. Wer über einem Radon-Vorkommen Häuser errichten will, muss also wissen, wo und wie tief er bohren darf. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt außerdem die Verwendung von Baumaterialien, die Radioaktivität abweisen. Außerdem sollten Gebäude abgedichtet und regelmäßig entlüftet werden, um Gesundheitsrisiken für die Bewohner gering zu halten.

Solche Vorsichtsmaßnahmen sind für Häuslebauer immer mit Kosten verbunden und helfen nicht unbedingt bei der Vermarktung und Planung eines Neubaugebietes. Und letztere dauert inzwischen schon fünf Jahre. Denn zwischenzeitig wurden Konzepte verworfen und geändert, die Flächen ausgeweitet (der TV berichtete). Sollte nun das Radon, das die Mainzer Geologen ins Spiel brachten, das Rollen der Bagger weiter verzögern?

Zum Glück für die Bauherren nicht. Denn offenbar ist das Vorkommen des radioaktiven Gases in Stahl nicht besonders groß. Das kam bei der Untersuchung eines Bitburger Fachbüros heraus, das die Immobilien-Abteilung der Volksbank beauftragt hatte.

Demnach könne der Stahler Weg  in die Radon-Potenzialklasse eins eingestuft werden. Das bedeutet, dass der Geigerzähler dort nur geringe radioaktive Konzentrationen von unter 40 000 Becquerel pro Kubikmeter gemessen hat. Es seien daher „keine Vorsorgemaßnahmen erforderlich“, heißt es im Gutachten.

Das freut nicht nur die Investoren, sondern auch Ortsvorsteher Willi Heyen. Er rechnet nun damit, dass im laufenden Jahr die ersten Häuser am Stahler Weg entstehen werden.

Abwarten muss er allerdings noch die zweite Offenlage, bei der sich erneut Behörden und Bürger zum Projekt äußern dürfen. Wenn hier allerdings nicht ein weiterer giftiger Stoff oder eine seltene Fledermaus oder Kröte auftaucht, könnten die Anleger schnell die Baugenehmigung in Händen halten. Private so wie unternehmerische Interessenten für die Grundstücke im seit Jahren wachsenden Stadtteil gebe es jedenfalls genug, sagt Heyen.