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Warten auf den Lückenschluss

Während der 46 Kilometer lange Enz-Radweg, der von Schönecken nach Holsthum führt, im nördlichen Bereich mittlerweile komplett ausgebaut ist, gibt es sradwegesüdlich von Neuerburg nach wie vor Lücken. Das Teilstück bis Daudistel wurde nun in Angriff genommen, im weiteren Verlauf hakt es jedoch noch. Uwe Hentschel

Neuerburg. Sollten Verantwortliche aus verkehrspolitischen Gründen irgendwann auf die Idee kommen, zur Entlastung des Autoverkehrs die stillgelegten Bahntrassen zu reaktivieren, so würde das zu einer ernsthaften Konfrontation mit einer anderen Gruppe von Verkehrsteilnehmern führen: den Radfahrern. Diese nutzen mittlerweile nämlich vorzugsweise die Strecken, auf denen früher Züge unterwegs waren. Denn ein Großteil der nicht mehr benötigten Trassen wurde in den vergangenen Jahren zu Radwegen umgebaut.
Das gilt in Teilen auch für den Enz-Radweg, der von Pronsfeld nach Holsthum führt. Dort führen 25 Kilometer der insgesamt 46 Kilometer langen Strecke über die Trasse der ehemaligen Enztalbahn, womit der nördliche Teil bis einschließlich Neuerburg abgedeckt ist. Auch im weiteren Verlauf nach Süden gibt es eine Trasse, auf welcher der Radweg teilweise verläuft. Störend ist dabei allerdings, dass dies nicht die Trasse einer stillgelegten Bahnstrecke ist, sondern die der L 4. Wie zwischen Neuerburg und Daudistel, wo Radfahrer derzeit noch auf die Landstraße ausweichen müssen.
Noch fünf Jahre geduldig sein


"Das ist sehr gefährlich, und deshalb drängen wir ja auch auf den Lückenschluss", sagt Manfred Dichter, stellvertretender Werksleiter der Verbandsgemeinde Neuerburg. Die VG ist nun dabei, diese insgesamt zwei Kilometer große Lücke um lediglich 760 Meter zu verkleinern.
Dafür werden 254 000 Euro (165 000 Euro kommen vom Land) bis Mitte November in den derzeit laufenden Bau des Teilstücks investiert. Es beginnt in Höhe der Kläranlage, überquert auf einer ebenfalls neuen Brücke die Enz, um dann am Böschungsfuß der L 4 zu enden.
"Die Nutzung der Landesstraße 4 ist für den Radfahrer hier wenig ansprechend, ein eigener Radweg ist zwischen Daudistel und Neuerburg dringend erforderlich", stellt dazu auch der rheinland-pfälzische Infrastrukturminister Roger Lewentz in einer Presseerklärung fest. Wann allerdings die restlichen 1300 Meter bis Daudistel fällig sind, dazu steht in der Pressemitteilung nichts. Was möglicherweise daran liegt, dass diese 1300 Meter recht teuer werden dürften.
"Wir haben in diesem Bereich entlang der L 4 drei Stützwände, die in einem schlechten bis bedenklichen Zustand sind", sagt Oliver Arimond vom zuständigen Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein.
Aus diesem Grund sei der Bau von neuen Stützkonstruktionen geplant, über die dann gleichzeitig auch parallel zur Fahrbahn das fehlende Stück Radweg laufen solle, erklärt Arimond. Inklusive der damit ebenfalls verbundenen Änderung und Renaturierung des Enz-Verlaufs sei dafür nach einer ersten Schätzung mit Kosten von 1,6 Millionen Euro zu rechnen.
"Unser Ziel ist es, 2014 in die Pötte zu kommen", sagt der LBM-Mitarbeiter. Bis die Lücke im Radweg allerdings komplett geschlossen sein wird, dürften noch mindestens fünf Jahre ins Land gehen. Denn angesichts der hohen Kosten rechnet der LBM damit, dass sich der Bau der drei Stützmauern auf mehrere Jahre verteilen wird.
Bis dahin gibt es dann vielleicht aber auch eine Lösung für das Stück zwischen Enzen und Holsthum. Denn da klafft derzeit auch noch eine Lücke.Extra

Probleme am Endstück: Auch zwischen Enzen und Holsthum werden die Radfahrer derzeit noch rund fünf Kilometer über die L 4 geführt. Während der Bau des Teilstücks zwischen Enzen und Schankweiler nach Auskunft der VG-Verwaltung Bitburg-Land wahrscheinlich kommendes Jahr gebaut werden soll, ist derzeit laut VG-Verwaltung Irrel noch strittig, wie es von Schankweiler aus weitergeht. Ein direkter Verlauf entlang der Enz gilt als unrealistisch, da dadurch dort lebende Störche vertrieben werden könnten. Alternativ wurde unter anderem darüber nachgedacht, den Radweg von Schankweiler über Peffingen zu leiten, von wo aus der Prümtal-Radweg nach Holsthum führt. Problematisch ist dabei allerdings, dass zwischen Schankweiler und Peffingen eine Steigung ist, der Weg auf diesem Stück damit für Familien nicht so gut geeignet wäre. uhe