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Einzelhandel
Weihnachtsgeschäft in Bitburg: Manche profitieren, andere verlieren

Wie viele Geschenke an Weihnachten unter dem Christbaum liegen, ist auch für Einzelhändler von Bedeutung. Von der Konsumfreudigkeit der Menschen hängt ein wichtiger Teil ihres Jahresumsatzes ab.
Wie viele Geschenke an Weihnachten unter dem Christbaum liegen, ist auch für Einzelhändler von Bedeutung. Von der Konsumfreudigkeit der Menschen hängt ein wichtiger Teil ihres Jahresumsatzes ab. FOTO: Karl-Josef Hildenbrand / dpa
Bitburg. Weihnachten, Zeit der Geschenke. Für Händler das wichtigste Geschäft des Jahres. In Bitburg lief es für manche gut, für andere weniger. Von Andrea Weber
Andrea Weber

Ein Fernseher, ein Fotogeschenk, ein gutes Buch oder einfach nur Zeit miteinander: Die Menschen aus der Region haben zu Weihnachten ganz unterschiedliche Dinge verschenkt. „Ich habe ungefähr 200 Euro für Geschenke ausgegeben“, sagt die 28-jährige Anna Michels aus Orlenbach. Sie habe zum Beispiel ein Buch und Christbaumkugeln verschenkt. „Ich habe nur ganz kleine Sachen an liebe Freunde verschenkt“, sagt Annemarie Heinen (60) aus Bitburg. Pro Präsent habe sie nicht mehr als 15 Euro ausgegeben, insgesamt nicht mehr als 100. „Das soll ja kein Geschäft sein, es geht doch eher darum, Zeit miteinander zu verbringen.“

Für die Bitburger Händler bedeutet Weihnachten aber schon ein Geschäft. Und zwar ein Wichtiges für ihren Jahresumsatz. Und wie ist es gelaufen? „Noch einen Tick besser als letztes Jahr“, sagt Paul Steinbach von der Weinhandlung Vinum, „und letztes Jahr war es auch schon gut.“ Sowohl Privatleute als auch Firmen hätten sich bei ihm eingedeckt. Besonders beliebt sei Wein von Van Volxem gewesen. „Das ist ja der Bitburger Jung.“ Steinbach lacht. Zu Weihnachten verschenkten die Leute auch gerne mal eine gute Flasche. Deshalb kann er sich nicht beschweren. „Ich bin sehr zufrieden.“

Das ist auch Doris Denzer von Porzellan Schönhofen. „Die Kunden haben unseren Service sehr gut angenommen“, sagt sie, „eine gute Beratung und schöne Verpackungen – das ist wichtig.“ Alle Geschenke seien spätestens am 23. Dezember da gewesen, da hätten sich die Kunden drauf verlassen können. „Service wird bei uns groß geschrieben.“

Auch in der Parfümerie Douglas war der Umsatz besser als im letzten Jahr. „Bei uns war’s sehr gut“,  sagt Filialleiterin Petra Cook. „Der Weihnachtsmarkt war ein schöner Erfolg und hat viele Kunden in die Stadt gelockt“, sagt sie.

Der Weihnachtsmarkt ist auch für Lars Messerich vom Gewerbeverein Bitburg ein Grund für die gute Stimmung in der Stadt. „Dadurch haben sich die Leute wohlgefühlt und kamen gerne nach Bitburg“, sagt der Inhaber mehrerer Modegeschäfte. „Es wurde in allen Bereichen querbeet viel gekauft.“ Das Weihnachtsgeschäft habe in diesem Jahr ungewöhnlich früh, schon Mitte November, begonnen und die Frequenz sei im ganzen Dezember gut gewesen. Vielleicht habe bei ihm auch der Räumungsverkauf wegen des Umbaus der Filialen den guten Umsatz verstärkt.

Für Heike Simon-Becker, die Inhaberin des Modegeschäfts Mia, brachte die Vorweihnachtszeit etwas weniger Zulauf als erwartet. Aber sie habe noch keinen Vergleich, da sie erst in diesem Jahr eröffnet habe, erklärt sie. „Ich denke, insgesamt kann ich zufrieden sein.“

Schlechter lief es für das Bastel- und Deko-Geschäft Micado. Der Dezember sei ok gewesen – Deko und Beleuchtung gehe an Weihnachten gut, aber „der November war sehr schlecht“, sagt Inhaber Rainer Nickel. Warum, kann er sich nicht erklären.

Für Werner Lehnen von Intersport Lehnen sind der „unsägliche Innenstadtring“ und die Sanierung der Fußgängerzone schuld am im Vergleich zum vergangenen Jahr schlechteren Umsatz. „Das Weihnachtsgeschäft war sehr durchwachsen, wir hängen umsatzmäßig hinterher“, sagt Lehnen, „Bitburg hat in den letzten Jahren Frequenz verloren.“ Seit zwei bis drei Jahren sei weniger los in der Fußgängerzone.

Überwiegend sei der Tenor unter den Händlern aber positiv, sagt Peter Hein, Inhaber der Kunstecke Hein und Vorstandsmitglied des Gewerbevereins. Das Weihnachtsgeschäft sei pünktlich gestartet und habe sich während des Weihnachtsmarktes noch gesteigert. Dadurch, dass die letzte Adventswoche sechs Tage gedauert habe, sei gerade der so wichtige Endspurt sehr intensiv und konstant gewesen. „Wir freuen uns und sind dankbar, dass so viele Kunden den Weg in unser attraktives Bitburg gefunden haben.“