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Weniger Unfälle, mehr Tote

Autofahrer sollten diese Warnschilder beachten: Gut ein Drittel aller Unfälle sind Zusammenstöße mit Wildtieren. TV-Foto: Archiv/Ilse Rosenschild
Autofahrer sollten diese Warnschilder beachten: Gut ein Drittel aller Unfälle sind Zusammenstöße mit Wildtieren. TV-Foto: Archiv/Ilse Rosenschild
Bitburg. In ganz Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr um etwa ein Prozent gestiegen. Ein Trend, der sich im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Bitburg nicht feststellen lässt: Dort ist die Zahl der Unfälle um 2,7 Prozent zurückgegangen. Allerdings gab es mehr Verkehrstote: Neun Menschen (2011: sieben) verloren 2012 ihr Leben im Straßenverkehr. Nina Ebner

Bitburg. Rein rechnerisch hat es im vergangenen Jahr im Bezirk der Polizeiinspektion (PI) Bitburg (siehe Extra) mehr als sechs Mal am Tag gekracht. Allerdings ist das Straßennetz, das die Bitburger Beamten zu betreuen haben, auch ein sehr großes: Für insgesamt 1065 Kilometer Straßen im Altkreis Bitburg sind sie zuständig. Für diese hat die PI gestern ihre Verkehrsunfallstatistik vorgelegt. 2292 Unfälle nahmen die Polizeibeamten im vergangenen Jahr auf, 65 weniger als im Vorjahr.
Nicht die einzige positive Entwicklung, die die Bitburger PI feststellen kann. "Erfreulich ist auch der Rückgang der Verletzten insgesamt", sagt Polizeichef Dietmar Braun. 347 Verletzte gab es 2012: 2011 waren es noch 373. Drei Gründe nennt Polizeichef Braun für diesen Rückgang: die Fortschritte in der Fahrzeugtechnik, die Arbeit der Unfallkommission, die immer wieder gefährliche Knotenpunkte entschärfe, sowie die konsequente Verkehrsüberwachung der Polizei, insbesondere auf den Bundesstraßen 51 und 257.
Dennoch ist die Freude über die rückläufigen Zahlen nicht ungetrübt: "Wir haben im vergangenen Jahr zwei Verkehrstote mehr zu beklagen", sagt Braun. Insgesamt verzeichnete die Polizei 2012 bei acht Verkehrsunfällen neun Tote. Als "besonders tragisch" wird in der Statistik ein Unfall im Februar 2012 auf der L 9 zwischen Bitburg und Rittersdorf-Bildchen bezeichnet, bei dem zwei Kinder im Alter von sechs und acht Jahren starben (der TV berichtete). Zudem wurden 2012 auf den Straßen 24 Kinder verletzt - neun davon schwer.
Konstant rückläufig ist die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von jungen Fahrern bis 24 Jahre: 484-mal waren sie 2012 in einen Unfall verwickelt - 2008 zählte die Bitburger Polizei noch 616 Unfälle. Polizeichef Braun führt diese sinkenden Zahlen insbesondere auf die demografische Entwicklung zurück.
Mehr als die Hälfte aller Unfälle, die die Polizeibeamten aufnahmen, ereignete sich außerhalb geschlossener Ortschaften. So krachte es etwa auf der B 51 zwischen Helenenberg und der A 60 120-mal (2011: 123), auf der B 257 zwischen Bitburg und Echternacherbrück 79-mal (2011: 75). Angesichts der vielen Waldflächen im Zuständigkeitsbereich der PI Bitburg überrascht es nicht, dass gut ein Drittel aller Unfälle auf einen Zusammenstoß mit einem Wildtier zurückzuführen ist: 814 zählten die Polizeibeamten im vergangenen Jahr (2011: 779).
Überraschend ist dagegen die häufigste Unfallursache: Diese ist im Jahr 2012 im Bezirk der PI Bitburg nicht auf überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen - hier zählte die Polizei 307 Unfälle. 420 Unfälle mit neun Schwer- und zwölf Leichtverletzten registrierte sie dagegen aufgrund von Fehlern beim Wenden beziehungsweise Rückwärtsfahren. Ein Ergebnis, das selbst Polizeichef Braun ratlos stimmt: "Dafür kann ich Ihnen aber auch keine Erklärung geben."Extra

Der Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Bitburg umfasst den Bereich der Stadt Bitburg sowie die Verbandsgemeinden Bitburg-Land, Neuerburg, Irrel, Kyllburg und Speicher. Zudem betreuen die Beamten aus Bitburg das Teilstück der A 60 zwischen den Anschlussstellen Waxweiler und Spangdahlem. neb