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Wenn niemand Bürgermeister werden möchte

Zwischen zwei Kommunalwahlen vereinzelt neue Ortsbürgermeister zu wählen, ist nichts Ungewöhnliches. Seltener passiert es dagegen, dass niemand kandidieren möchte. Das erleben derzeit die Dörfer Malberg und Roth an der Our. Von unserem Mitarbeiter Jens Klein

Malberg/Roth an der Our. Anstrengend, aufwendig und manchmal wohl auch ärgerlich: Kommunalpolitik hat zweifellos viele Facetten - nicht nur positive. Dennoch finden sich immer wieder Menschen, die aktiv an der Entwicklung ihrer Gemeinde mitwirken möchten und dafür bereitwillig politische Ämter übernehmen. Zumindest meistens. Zwei Dörfer im Eifelkreis Bitburg-Prüm suchen nun allerdings schon seit einer ganzen Weile erfolglos nach einem ehrenamtlichen Bürgermeister (der TV berichtete mehrfach).

In Roth an der Our (Verbandsgemeinde Neuerburg) findet sich schon seit der Kommunalwahl im vergangenen Jahr kein Orts-Chef, sodass der erste Beigeordnete, Herbert Fischels, die Aufgaben des Bürgermeisters seit Oktober übernimmt. Ein baldiges Ende seiner Tätigkeit ist derzeit nicht absehbar. "Die Suche dauert an", sagt Fischels auf TV-Anfrage.

Erfolgslos verlief bisher auch die Suche nach einem Bürgermeister-Kandidaten in Malberg (VG Kyllburg). Der dortige Amtsinhaber Joachim Schmitt hatte schon nach wenigen Monaten als Bürgermeister seinen Rücktritt eingereicht. Das Ehrenamt raubte ihm nach eigener Aussage zu viel Zeit - Schmitt zog die Notbremse.

Kreisverwaltung sieht keinen Grund zur Panik



Nun vertritt ihn die erste Beigeordnete, Karina Rodermann. Eine ursprünglich für den 5. September angedachte Bürgermeisterwahl muss mangels Kandidaten ausfallen. "Der nächste Schritt wird es sein, im Gemeinderat festzustellen, ob ein Ratsmitglied für das Amt des Bürgermeisters zur Verfügung steht", erklärt Rodermann.

Die Kommunalaufsicht verfolgt über die jeweiligen Verbandsgemeinden, wie sich die Situation in Roth an der Our und Malberg entwickelt. Grund zur Panik sieht man in der Kreisverwaltung aber nicht. Denn die Gemeindeordnung regelt laut Pressesprecherin Heike Frankiewitsch eindeutig, wie in solchen Fällen zu verfahren ist: Wenn der ehrenamtliche Bürgermeister ausscheidet, soll innerhalb von drei Monaten ein Nachfolger gewählt werden. Sofern keine Wahlvorschläge vorliegen, hat der Gemeinderat die Aufgabe, einen Bürgermeister zu wählen. Die ehrenamtlichen Bürgermeister und Beigeordneten bleiben dann so lange im Amt, bis ein Nachfolger eingeführt ist - im Zweifel auch bis zur nächsten Kommunalwahl. Es kann jedoch niemand für ein solches Amt verpflichtet werden. Sollten also auch noch die Beigeordneten das Handtuch werfen, spitzt sich die Situation in Malberg und Roth an der Our zu.

In anderen Eifelkreis-Gemeinden gestaltet sich die Suche nach einem Bürgermeister unkomplizierter. Fleringen (VG Prüm) und Kickeshausen (VG Arzfeld) haben bereits einen neuen Orts-Chef gewählt. In Herzfeld (VG Arzfeld) steht die Neuwahl des Bürgermeisters am 26. September an.