| 20:42 Uhr

Wer will Bitburger Bürgermeister werden?

Amtsinhaber Joachim Kandels.
Amtsinhaber Joachim Kandels. FOTO: (e_vulk )
Bitburg. Jetzt wird die Stelle des Stadt-Chefs öffentlich ausgeschrieben. Auch den Wahltermin hat der Stadtrat nun auf den 24. September festgelegt. Dagmar Schommer

So ganz langsam und gemächlich steuert Bitburg auf die Wahl zu. Der Termin ist nun fix: Es wird der Sonntag, 24. September - zeitgleich mit der Bundestags- und Landratswahl. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend offiziell beschlossen.

Im Publikum nahm in der Sitzung auch erstmals Unternehmer Ralf Olk Platz, der gegen Amtsinhaber Joachim Kandels ins Rennen geht. Der Herausforderer, der sich inzwischen als parteiloser Bewerber die Unterstützung der Liste Streit gesichert hat (der TV berichtete), will, so sagte er im Anschluss, von nun an regelmäßig an öffentlichen Sitzungen teilnehmen. Mit Wahlkampf und allem, was dazugehört, wolle er aber erst Mitte des Jahres loslegen.

Von Wahlkampf ist auch bei Amtsinhaber Joachim Kandels, hinter dem die CDU steht, noch nichts zu spüren. Der Verwaltungsfachmann ist 2009 als parteiloser Bewerber angetreten und später der Partei beigetreten, die ihn schon im Wahlkampf unterstützt hat. Er hat die Stelle von Joachim Streit übernommen, der zum Landrat gewählt wurde. Kandels' Amtszeit endet regulär am 15. Dezember. Aber für ihn war sofort klar, dass er sich ein zweites Mal um das Amt bewerben will, das ihm, wie er sagt, viel Freude bereitet. Damals hat sich Kandels mit mehr als 60 Prozent bei der Stichwahl gegen Rudolf Rinnen von der Liste Streit durchgesetzt, die nun den parteilosen Ralf Olk unterstützt.

Wie sich die übrigen vier Fraktionen des Stadtrats - FBL, Grüne, SPD und FDP - zu den bisher bekannten Kandidaten positionieren, ist noch offen. Keine Frage: Hinter den Kulissen laufen bereits entsprechende Gespräche. Überlegt wird allemal. Entschieden ist im Falle dieser vier Fraktionen aber noch nichts.

Bewerbungen mit den, wie es in der Stellenausschreibung heißt, "üblichen Unterlagen" werden bis zum 30. Juni beim Wahlleiter im Rathaus erbeten. Das ist aber keine Ausschlussfrist. Unabhängig von der Bewerbung auf die Ausschreibung müssen sich Einzelbewerber mit einer Unterschriftenliste von mindestens 200 Unterstützern bis spätestens Montag, 7. August, 18 Uhr, beim Wahlleiter oder der Stadtverwaltung melden. Das ist auch der letztmögliche Termin für Parteien, ihre Wahlvorschläge für Kandidaten einzureichen. Danach geht nichts mehr. Und dann steht fest, wer Bürgermeister in Bitburg werden will.

Ob dann auch der Name von Roland Feldges in der Liste der Kandidaten steht, wird sich zeigen. Der Schreinermeister, der in der Fastnachtszeit mit seiner Büttenrede "Wenn ich Bürgermeister von Bitburg wär'" für Aufsehen gesorgt hat, will sich erst dann ernsthaft mit der Frage einer Kandidatur beschäftigen, wenn die Stellenausschreibung raus ist.

Die soll in Kürze veröffentlicht werden, sobald die Kreisverwaltung den vom Stadtrat beschlossenen Wahltermin offiziell bestätigt hat. Darin steht: "Gesucht wird eine engagierte Persönlichkeit mit einem hohen Maß an Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein, die in der Lage ist, die Verwaltung als modernes Dienstleistungsunternehmen bürgernah und wirtschaftlich zu führen." Vergütet wird zu Beginn nach A 16 (rund 5100 Euro), mit der Möglichkeit nach zwei Jahren auf B 2 aufzusteigen (rund 6700 Euro). Hinzu kommen ein Familienzuschlag und Aufwandsentschädigungen.
KommentarMeinung

Mitgestalten statt zusehen
Es ist leicht, alles schlecht zu finden und insgeheim auch noch zu wissen, wie es eigentlich hätte laufen sollen. Schwerer ist es, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst in die vorderste Reihe zu stellen, sich um ein Amt zu bewerben, dafür zu kämpfen - und womöglich dabei auch zu unterliegen. Schon allein für diesen Einsatz gehört beiden bisher bekannten Bewerbern um den Chefsessel im Bitburger Rathaus - und jenen, die da vielleicht noch kommen mögen - Respekt. Doch damit, dass es bei der Wahl nun für die Bitburger auch wirklich eine (Aus-) Wahl gibt, ist es nicht getan. Jetzt sind die Bürger gefragt. Sie sollten sich informieren, ihre Meinung bilden - und natürlich am 24. September wählen gehen. Zuletzt hat das nur etwa die Hälfte der Wahlberechtigten geschafft. Das sind zu wenige! Eine lebendige Demokratie braucht mündige Bürger. d.schommer@volksfreund.de

Herausforderer Ralf Olk. TV-Fotos: ArchiV
Herausforderer Ralf Olk. TV-Fotos: ArchiV FOTO: (e_bit )