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Werkeln für die Wende: Erneuerbare Energie in Bitburg

Bitburg-Matzen. Biogas, Photovoltaik und Windkraft - der Bau erneuerbarer Energieträger boomt in der Region. Im Bitburger Stadtteil Matzen hat Westnetz deshalb Leitungen ausgebaut - auch wegen des Vogelkots. Christian Altmayer

Was die da oben machen, das bekommt man bei uns auf dem Dorf ja doch nicht mit? Denkste! Die da oben, nämlich die Mitglieder des Bundestag, haben 2011 den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen.

Und die da oben wollen eines fernen Tages 80 Prozent der Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen beziehen. Na gut, mit dem Erreichen dieses Ziels dürfen sich die Deutschen noch bis 2050 Zeit lassen. Aber ist mittlerweile auch in der Region zu sehen.

Allerorts werden Windräder und Solarzellen gebaut. Und das hat auch Auswirkung auf die Dörfer und deren Stromnetze. Von Mai bis Oktober hat Westnetz zum Beispiel für rund 500.000 Euro die Leitungen im Bitburger Stadtteil Matzen ausgebaut. Die Arbeiten sind nun abgeschlossen.

Nötig wurden sie wegen einer Biogasanlage in einem Nachbarort. Deren Betreiber hat die Leistung seines Mini-Kraftwerkes erweitert. Und das führte zu einer Erhöhung der Netzspannung bei den Matzenern. Damit den Einwohnern des Stadtteils nicht die Toaster um die Ohren fliegen, musste Westnetz eingreifen.

Konkret verlegten Mitarbeiter des Innogy-Tochterunternehmens ein neues, rund 1500 Meter langes Erdkabel vom Stadtrand Richtung Königswäldchen. Kostenpunkt: etwa 150.000 Euro.

Wer aufgepasst hat, bemerkt: Da fehlen noch 350.000 Euro. Die hat Westnetz unter anderem im geplanten Neubaugebiet für ein weiteres Erdkabel ausgegeben. Zuvor musste aber eine Freileitung aus dem Jahr 1974 entfernt werden. Positiver Nebeneffekt: Auf einem Erdkabel können keine Vögel sitzen, die Autos und Hausdächer vollkoten.
Westnetz hat außerdem zwei Transformatoren erneuert. Ortsvorsteher Hermann Josef Fuchs findet, dass die Geräte am Gemeindehaus viel weniger stören, als an den alten Standorten. Ingesamt scheint der Ortsvorsteher sehr zufrieden mit dem Netzausbau zu sein, den er als "gelungenes Projekt" bezeichnet.

Hätte es ohne die Entscheidung von denen da oben vielleicht nicht gegeben. Siehste mal!Tochterunternehmen Westnetz

Westnetz ist ein Tochterunternehmen des Energieversorgers Innogy mit Sitz in Dortmund. Die Firma baut, plant und betreibt 185 000 Kilometer Strom- und 28 000 Kilometer Gasnetz unterschiedlicher Eigentümer im Westen Deutschlands. 5100 Menschen arbeiten für den Netzbetreiber.