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Stadtentwicklung
Auf einen Quadratmeter passt viel Geld

Auch auf diesem Grundstück an der Saarstraße soll neuer Wohnraum entstehen. Dafür aber wird zunächst ein altes Haus abgerissen.
Auch auf diesem Grundstück an der Saarstraße soll neuer Wohnraum entstehen. Dafür aber wird zunächst ein altes Haus abgerissen. FOTO: Uwe Hentschel
Bitburg. Neuer Wohnraum in Bitburg ist nach wie vor begehrt. Entsprechend steigen auch die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen. Bei den Mieten hingegen zeichnet sich so langsam eine Stagnation ab. Von Uwe Hentschel

Viele blicken auf die Housing, sind gespannt, wie sich das 65 Hektar große Areal in den kommenden Jahren entwickeln wird. Auch Immobilienmakler Hubert Franzen tut das. Sollte dort Platz für weitere Wohnanlagen geschaffen werden, hätte der Makler nichts dagegen. Dass durch ein größeres Angebot an Wohnungen die Preise für Eigentumswohnungen wieder sinken würden, glaubt Franzen nämlich nicht. „Die Erschließungs- und Baukosten werden dadurch ja nicht geringer“, erklärt er. Im Gegenteil. „Die aktuelle Preisentwicklung ist vor allem den Baukosten geschuldet“, sagt Franzen, der davon ausgeht, dass es selbst bei einem größeren Angebot zukünftig eher teurer als günstiger werde. Durch den zunehmenden Mangel an Handwerkern, könnten sich die Betriebe vor Aufträgen kaum noch retten, was sich dann auch in der Preisgestaltung niederschlage. „Die Bauträger wollen diese höheren Kosten natürlich ausgleichen“, so Franzen, „und dadurch steigen dann zwangsläufig auch die Verkaufspreise.“

Diese Entwicklung deckt sich auch mit den aktuellen Zahlen des Immo­bilienverbands Deutschland (IVD), für den Franzen gemeinsam mit der Volksbank Eifel die Entwicklung in Bitburg erfasst hat. Sind die Preise für Eigentumswohnungen im Lauf des vergangenen Jahres erneut gestiegen? Für eine Wohnung in sehr guter Lage werden inzwischen 3100 Euro pro Quadratmeter verlangt, womit sich der Durchschnittspreis gegenüber dem Vorjahr erneut um 100 Euro erhöht. Um den gleichen Wert gestiegen sind auch neue Eigentumswohnungen in normaler Lage (von 2400 auf 2500 Euro). Noch ausgeprägter war die Entwicklung bei den gebrauchten Eigentumswohnungen. Je nach Lage gab es dort Preissteigerungen von 14 Prozent. Selbst für eine ältere Wohnung müssen Käufer in guter Lage laut Preisspiegel inzwischen 2300 hinlegen.

„Im Moment liegt der Schnitt bei den neuen Eigentumswohnungen zwischen 2800 bis 2900 Euro pro Quadratmeter“, sagt Franzen. Und die Leute seien auch durchaus bereit, das zu bezahlen. „Allerdings zeichnen sich in Bitburg gewisse Engpässe ab, weil die Stadt bei den Wohnanlagen nicht mehr so genehmigungsfreudig ist“, ergänzt der Makler.

Dass in den städtischen Gremien inzwischen einige Mitglieder ein Problem mit den großen Wohnanlagen haben, weil sie dadurch den städtebaulichen Charakter bestimmter Wohngegenden gefährdet sehen, dafür zeigt Franzen wenig Verständnis. „Es sollte das gefördert werden, was die Leute gerne hätten“, sagt er. Zudem müssten bei jedem Wohnprojekt auch ausreichend Stellplätze nachgewiesen werden, sodass den Bauherren ohnehin Grenzen gesetzt seien.

Preisentwicklungen nach oben gab es aber nicht nur bei den Eigentumswohnungen, sondern auch bei den Eigenheimen. Für ein hochwertiges, freistehendes Haus sind inzwischen 415000 Euro (2017: 390000 Euro) das Maß der Dinge, was einer Preissteigerung von sechs Prozent entspricht. Noch begehrter, aber laut Franzen auf dem Bitburger Immobilienmarkt so gut wie nicht vorhanden, sind einfache Eigenheime. Hier stieg der Verkehrswert innerhalb eines Jahres von 135000 auf 155000 Euro (plus 15 Prozent).

Kaum verändert haben sich hingegen die Grundstückspreise für freistehende Ein-und Zweifamilienhäuser. Je nach Lage kostet der Quadratmeter zwischen 125 und 160 Euro. Bauland in Bitburg ist also nach wie vor deutlich günstiger als in Wittlich, wo bis zu 200 Euro verlangt werden.

Ebenfalls stabil sind die Wohnungsmieten. Zwischen 4,80 und 8,80 müssen Mieter je nach Wohnwert und Alter der Immobilie zahlen. Wobei 8,80 Euro ohnehin schon recht viel sind, wie ein Vergleich mit anderen rheinland-pfälzischen Städten in ähnlicher Größenordnung wie Wittlich (6,50 Euro) oder Mayen (5,50 Euro) zeigt.

Die Miete orientiert sich insgesamt an der Nachfrage nach Wohnungen. Und die ist in Bitburg vorhanden. Was aber nicht heißt, dass sich alles vermieten lässt. „Wenn eine Wohnung keinen Balkon, keinen Stellplatz und dazu dann noch eine Nachtspeicherheizung hat, dann wird es schwierig, dafür einen Mieter zu finden“, sagt der Makler.

Grundsätzlich aber gelte: „Wer Qualität zu einem fairen Preis bietet, findet auch schnell einen Interessenten.“