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| 21:34 Uhr

Zahlen, die in die Zukunft weisen

Nachdem die Zweitklässlerin Carina Horper den Artikel im TV über ihre Grundschule Neidenbach gelesen hatte, hat sie all ihre Klassenkameraden zusammengetrommelt und die Unterschriftenaktion „Grundschule Neidenbach soll bleiben“ gestartet. TV-Foto: Denise Juchem
Nachdem die Zweitklässlerin Carina Horper den Artikel im TV über ihre Grundschule Neidenbach gelesen hatte, hat sie all ihre Klassenkameraden zusammengetrommelt und die Unterschriftenaktion „Grundschule Neidenbach soll bleiben“ gestartet. TV-Foto: Denise Juchem
Volles Haus in Kyllburg. Bei der Sitzung des Verbandsgemeinderats am Dienstagabend reichten die Stühle im Zuhörerbereich nicht aus. Ein seltener Anblick. Grund für den Ansturm war die Vorstellung des Schulentwicklungsplans. Von unserer Redakteurin Denise Juchem

Kyllburg. Grafiken, Diagramme, Zahlen. Staubtrockene Materie. Doch wenn das direkte Umfeld und das eigene Leben davon betroffen sind, dann können selbst überladene Statistiken fesseln. Wolf Krämer-Mandeau von der Projektgruppe "Bildung und Region" aus Bonn stellte den Mitgliedern des Verbandsgemeinderats Kyllburg und den Zuhörern - überwiegend Lehrer und Eltern von Grundschülern aus der VG - die Entwicklung der Schulsituation im Eifelkreis Bitburg-Prüm und in der Verbandsgemeinde (VG) Kyllburg im Speziellen vor.Dass die Hauptschule Kyllburg noch gerettet werden könnte, darüber wurde an diesem Abend erst gar nicht diskutiert. "Die Eltern verabschieden sich von der Hauptschule. Und das in zweierlei Hinsicht: Zum einen ist sie nicht mehr gefragt, zum anderen gibt es immer weniger Eltern. Beides ist für die Hauptschule tödlich", lautete die Diagnose des Gutachters.

Dem zuletzt sehr häufig benutzten Zauberwort "Realschule plus" steht Krämer-Mandeau skeptisch gegenüber: "Das ist ein toller Name. Die Lösung wird diese Schule jedoch nicht bringen." Seine Prognose: "Immer mehr Gesamtschulen werden aufkommen, da die einfach mehr Möglichkeiten bieten."

Chancen für Oberstufe stehen gut

Sein Vorschlag, eine Integrierte Gesamtschule mit Hauptstandort Speicher und Nebenstandort in Kyllburg, wurde in den vergangenen Wochen heftig diskutiert. Seinem Konzept zufolge sollen alle Schüler der fünften und sechsten Klasse nach Kyllburg gehen, von Klasse sieben bis zehn alle in Speicher unterrichtet werden. "Ich bin sicher, dass Speicher auf den Vorschlag ,gemeinsame Gesamtschule' eingehen wird", sagte er. Die Chance, dass diese Schule auch eine Oberstufe bekommt und es damit die Möglichkeit gibt, dort das Abitur zu machen, hält er für sehr groß.

Doch würden Eltern aus dem nördlichen Teil der VG Kyllburg ihre Kinder an dieser Schule anmelden und damit beispielsweise Busfahrten von Burbach nach Kyllburg (laut Routenplaner 22 Kilometer ein Weg) in Kauf nehmen? Und umgekehrt: Kann man die Fidei, den Bereich um Zemmer (VG Trier-Land) und Teile von der VG Wittlich-Land, bei diesem Projekt mit einbeziehen? Gehen die Kinder aus dem Gebiet um Badem nicht besser gleich nach Bitburg zur Schule? Konkrete Antworten hat auch der Experte nicht. Er ist aber sicher, dass die Antwort auf die Frage "Kann es Speicher ohne Kyllburg geben?" "Nein!" lauten wird. In Kürze wird es in der VG Kyllburg eine Elternbefragung zu diesem Thema geben. "Wir sollten uns in dieser Runde schnell wieder treffen und uns ganz klar positionieren, damit wir eine Stellungnahme vorbereitet haben, wenn das Thema im Kreis endgültig entschieden wird", sagte Bernd Spindler, Bürgermeister der VG Kyllburg. Weiteres zur Schulstandort-Diskussion aufEXTRA Grundschulen in der VG Kyllburg Auch das Thema "Grundschulen" in der Verbandsgemeinde Kyllburg wurde von dem Bildungsexperten Wolf Krämer-Mandeau angesprochen. Vier Grundschulen gibt es in diesem Bereich: Kyllburg, Oberkail, Burbach und Neidenbach. Vor allem die drei letztgenannten Schulen fürchten zur Zeit, dass sie wegen der geringen Kinderzahlen geschlossen werden könnten (der TV berichtete). Dazu sagte Krämer-Mandeau: "Das Land wird im Moment keine Grundschule schließen. In Schulfragen ist es ein verlässlicher Partner." Er persönlich könne sich allerdings auch ein "Haus des Lernens" vorstellen, sprich eine gemeinsame Grundschule mit großem Kollegium. (dj)