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Ziel ist die Datenautobahn ohne Kriechspur

Ähnlich wie in Bitburg sollen bis Ende 2018 auch alle anderen Gemeinden schnelles Internet bekommen. TV-Foto: Uwe Hentschel
Ähnlich wie in Bitburg sollen bis Ende 2018 auch alle anderen Gemeinden schnelles Internet bekommen. TV-Foto: Uwe Hentschel FOTO: Uwe Hentschel (uhe) ("TV-Upload Hentschel"
Bitburg. Im Rahmen der Breitband-Initiative des Eifelkreises konnten bislang mehr als 120 Gemeinden mit einem Zugang zu einem schnelleren Internet versorgt werden. 84 weitere Gemeinden sollen bis Ende 2016 folgen, womit dann die Grundversorgung gewährleistet wäre. Der nächste Schritt ist nun eine flächendeckende Versorgung aller Orte mit Hochgeschwindigkeitsinternet. Uwe Hentschel

Bitburg. Im digitalen Ratsinformationssystem der Kreisverwaltung kann jeder Mensch mit Internetzugang die Sitzungsunterlagen zu Kreistags- oder Ausschusssitzungen durchstöbern. So auch für die kommende Kreistagssitzung am 20. November. Wie schnell sich die Dokumente dieser Sitzung öffnen lassen, hängt vom Umfang der Dokumente, aber auch von der Übertragungsgeschwindigkeit des eigenen Internetzugangs ab.
Und wer das Gefühl hat, dass das Öffnen dieser Dokumente recht viel Zeit in Anspruch nimmt und die Fortbewegung im Internet überhaupt eine recht langsame Angelegenheit ist, der dürfte sich über das freuen, was im Dokument-Anhang zum Tagesordnungspunkt 13 steht. Dieser Tagesordnungspunkt befasst sich nämlich mit Plänen zu einer flächendeckenden Versorgung des Eifelkreises mit Hochgeschwindigkeitsinternet. In der Breitband-Initiative des Eifelkreises wäre das die nächste Stufe.
2011 wurde die Initiative gestartet. Nach der Bedarfsermittlung waren zunächst 121 Gemeinden an der Reihe, in denen eine große Mehrheit der Haushalte mit Übertragungsgeschwindigkeiten von weniger als zwei Megabit pro Sekunde auskommen musste. Im Rahmen der Breitband-Initiative wurden diese Orte mit schnellerem Internet versorgt, sodass den dort rund 18 000 Haushalten nun Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens 16 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. In einer zweiten Phase folgen derzeit die Gemeinden, in denen die überwiegende Mehrzahl der Haushalte mit weniger als sechs Megabit pro Sekunde durchs Internet surfen muss. Davon betroffen sind 84 Ortschaften. Bis Ende 2016 sollen auch diese Gemeinden alle einen schnelleren Internetzugang haben.
Der nächste Schritt ist nun - sofern der Kreistag dem Anliegen zustimmt - eine Versorgung aller Gemeinden mit zunächst mindestens 30 und später dann mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Je nach Entfernung zum Verteiler sollen dann sogar Übertragungsgeschwindigkeiten von bis 100 Megabit pro Sekunde möglich sein.
Umgesetzt werden soll das Vorhaben im Rahmen der landesweiten sogenannten NGA-Strategie (siehe Extra). Und wie Helmut Berscheid, zuständiger Mitarbeiter der Kreisverwaltung, erklärt, ist die Besonderheit dieser Strategie, dass die flächendeckende Versorgung auch flächendeckend in Auftrag gegeben wird. Dass also ein Masterplan für das gesamte Kreisgebiet erstellt und schließlich auch umgesetzt wird.
Als Handlungsgrundlage vorgesehen ist eine Machbarkeitsstudie, die nach Zustimmung durch den Kreistag in Auftrag gegeben werden soll. Ziel ist, dass jeder Straßenzug des Eifelkreises erfasst und untersucht wird. 2016 soll dann die Ausschreibung und voraussichtlich Anfang 2017 die Auftragsvergabe folgen. Bis Ende 2018 soll das Hochgeschwindigkeitsnetz dann kreisweit stehen.
11,8 Millionen Euro wurden bereits mit Hilfe von Zuschüssen des Landes im ersten Schritt der Breitband-Initiative investiert. Weitere 6,3 Millionen Euro fließen derzeit in die zweite Stufe. Und für das, was nun kommen soll, will die Verwaltung im Kreishaushalt für die Jahre 2017 und 2018 weitere 25 Millionen bereitstellen. "Wir haben mal 25 Millionen Euro angesetzt", sagt Berscheid. "Wo wir nachher genau liegen werden, wird die Machbarkeitsstudie klären."
Laut Sitzungsvorlage ist mit einer Bundesförderung von 15 Millionen Euro und einem Landeszuschuss von sieben Millionen Euro zu rechnen. Demnach müsste der Kreis letztlich nur drei Millionen Euro selbst beisteuern. Für Helmut Berscheid könnten die Bedingungen, unter denen der ländliche Raum zukunftsfähiger werden soll, kaum besser sein: "Das müssen wir machen", sagt er. "Eine solche Förderung durch Bund und Land wird es nie wieder geben."Extra

NGA steht für "Next Generation Access", also für Internetzugänge der nächsten Generation. Ziel der rheinland-pfälzischen NGA-Strategie ist es, bis Ende 2018 flächendeckend Bandbreiten von 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung zu stellen. Darauf aufbauend sollen dann als nächster Schwellenwert 100 Megabit pro Sekunde folgen. Dadurch, dass für die Auftragsvergabe große Bedarfseinheiten (in diesem Fall der komplette Eifelkreis) gebildet werden, erhofft sich das Land effektivere und wirtschaftlichere Lösungen. Zudem soll auch vermieden werden, dass sich Internetversorger nur die Gebiete oder Ortschaften herauspicken, wo sich für sie die Investitionen am meisten lohnen. uhe