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| 13:27 Uhr

Ärztemangel
Die Eifeler kämpfen in Mainz für Medicus

5 vor 12: Schon heute sind nicht alle Stellen für Allgemeinmediziner im Eifelkreis besetzt.
5 vor 12: Schon heute sind nicht alle Stellen für Allgemeinmediziner im Eifelkreis besetzt. FOTO: Klaus Kimmling
Bitburg. Zuletzt waren die Fronten im Streit um die Ärzte-Genossenschaft verhärtet. Doch davon lässt sich die Delegation mit Landrat Streit an der Spitze nicht abschrecken. Am Donnerstag ist Gesprächstermin bei der Kassenärztlichen Vereinigung. Von Dagmar Schommer
Dagmar Schommer

Nächste Runde im Tauziehen um die Eifeler Ärzte-Genossenschaft: Am Donnerstag reisen Landrat Joachim Streit, Medicus-Vorstand Michael Jager und Medicus-Anwalt Frank Laumen nach Mainz zum Gespräch beim Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz. „Wir geben nicht auf“, sagt Jager. Als Allgemeinmediziner in Bitburg weiß er, wie ernst die Lage ist. Beim Thema Ärztemangel auf dem Land hat es längst 5 vor 12 geschlagen.

Dagegen will die Medicus eG (siehe Info) angehen. Doch noch fehlt der Genossenschaft die Zulassung. Der Antrag, an dem das Team um Michael Jager mehr als zwei Jahre gearbeitet hat, wurde vom Zulassungsausschuss Ende April abgelehnt.

Damals hatte sich die KV in Folge eines Berichts des Trierischen Volksfreunds deutlich von ihrem Ausschuss distanziert und betont, dass dieser ein völlig unabhängiges Gremium sei. Aber die KV hat die Möglichkeit, gegen eine Entscheidung des Ausschusses Widerspruch einzulegen. Ob es dazu kommt?

„Ich erwarte, dass uns nun zumindest mal signalisiert wird, dass wir eine gemeinsame Lösung finden“, sagt Jager. Für ihn kam die Ablehnung absolut überraschend und ließ ihn ratlos zurück: „Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Wir hatten das ja alles auch mit dem Leiter der Rechtsabteilung der KV abgeklärt.“ Doch für den Zulassungsausschuss war das Ganze offenbar zu großes Neuland. Immerhin wäre Medicus in Rheinland-Pfalz die erste Genossenschaft, die ein Medizinisches Versorgungszentrum betreibt .

Zuletzt hatte sich die KV hinter den Zulassungsausschuss gestellt und erklärt, die Eifeler könnten doch ebenso gut eine GmbH statt einer Genossenschaft gründen  und für Regressrisiken – also Rückzahlungen, die anfallen, wenn zu viele Massagen oder teure Medikamente verschrieben werden – wie in einer GmbH üblich persönlich bürgen. Die Medicus eG will diese Risiken über eine Versicherung bei der R+V abdecken. Und zwar in Höhe von 250 000 Euro pro Arzt und Jahr. Ein Betrag, den man nach Jagers Einschätzung auch mit größter Mühe nicht erreichen kann. Dennoch: Für die KV zuletzt nicht ausreichend. Hat sich seither was geändert?

Warum es für die 13 Eifeler Ärzte eben eine Genossenschaft und keine GmbH sein soll, liegt für Jager auf der Hand: „Wir können in einer eG leichter neue, gleichberechtigte Mitglieder aufnehmen, als das in einer GmbH möglich wäre, wo jedes Mal der Gesellschaftervertrag geändert werden müsste.“ Und die Medicus eG baut ja auf möglichst viele Mitstreiter. Es sollen sich weitere Ärzte anschließen können. Auch aus anderen Landkreisen. Und in deren Praxen könnten dann ebenfalls über die Medicus eG Mediziner in Voll- oder Teilzeit angestellt werden.

Dieses Potenzial der Genossenschaftsidee haben auch zahlreiche TV-Leser erkannt. Robert Wies aus Bernkastel-Kues schreibt in seinem Leserbrief etwa: „Diese Idee ist ja nicht nur eine interessante für den Eifelkreis, sondern auch für andere Landkreise.“ Schließlich ist das Thema Ärztemangel nicht nur ein Problem in der Eifel, sondern auch in allen ländlichen Regionen.

Entsprechend groß war nach dem abgeschmetterten Zulassungsantrag auch der Protest in der Eifel – und weit darüber hinaus. Das Thema machte auch überregional Schlagzeilen. Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler mahnte, den Dialog wieder aufzunehmen.

Und auch vor Ort gibt es Druck von politischer Seite: Der Kreistag Bitburg-Prüm, der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Prüm sowie der VG-Rat Speicher haben diese Woche entsprechende Resolutionen verfasst. Kommende Woche stehen solche Resolutionen auf der Tagesordnung in der Südeifel und der Stadt Bitburg. Hauptforderung: Über den Antrag der Medicus eG soll neu entschieden werden.

Der Wortlaut der Resolution