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Züge sollen weiterhin in Kyllburg halten

„Nächster Halt: Kyllburg“. Damit diese Ansage auch noch in einigen Jahren gilt, muss der Kyllburger Bahnhof modernisiert werden. TV-Foto: Nina Ebner
„Nächster Halt: Kyllburg“. Damit diese Ansage auch noch in einigen Jahren gilt, muss der Kyllburger Bahnhof modernisiert werden. TV-Foto: Nina Ebner
Kyllburg. Damit in Kyllburg auch künftig noch Züge halten, muss der Bahnhof für knapp 2,3 Millionen Euro technisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Die Weichen dafür sind gestellt: Im Februar wird die Planungsvereinbarung zwischen der Stadt Kyllburg und der Deutschen Bahn unterzeichnet. Demnach muss sich die Stadt mit einem sechsstelligen Betrag an den Kosten beteiligen. Nina Ebner

Kyllburg. "Menschen müssen mobil bleiben." Seit seinem Amtsantritt als Stadtbürgermeister von Kyllburg im Juli 2009 macht sich Wolfgang Krämer dafür stark, dass seine Heimatstadt nicht abgekoppelt wird. Dass Kyllburg weiter Haltepunkt auf der Bahnstrecke zwischen Gerolstein und Trier bleibt. Dass das im 19. Jahrhundert nach der Eröffnung der Eifelstrecke gebaute, unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude nicht seine Bestimmung verliert.
Das Engagement Krämers scheint sich gelohnt zu haben: In genau einem Monat, am 24. Februar, werden die Stadt Kyllburg und die Deutsche Bahn (DB) den Planungsvertrag über die Modernisierung des Bahnhofs unterzeichnen. "Ich gehe davon aus, dass im Winter 2012 spätestens mit den Arbeiten begonnen wird", sagt Krämer, der den Zeitrahmen selbst als "sportlich" bezeichnet. Denn schon ein Jahr später, bis zum Dezember 2013 und dem damit verbundenen Fahrplanwechsel bei der DB (siehe Extra), muss der Kyllburger Bahnhof auf dem aktuellsten technischen Stand sein. Andernfalls können die Züge der neuen Generation die Haltestelle nicht mehr anfahren (der TV berichtete). Dafür müssen die Bahnsteige laut Planungsvereinbarung erhöht werden, um einen barrierefreien Ein- und Ausstieg in die Züge zu ermöglichen. Die Bahnsteiglänge muss an die Länge der Züge angepasst werden. Zudem muss ein Begegnungsverkehr im Bahnhof möglich sein. Der Mittelbahnsteig, der derzeit nur zu erreichen ist, indem die Schienen überquert werden, entfällt. Stattdessen soll auf der Kyllseite ein neuer Bahnsteig gebaut werden inklusive einer Fußgängerbrücke. Zudem müssen die Signalanlagen überarbeitet werden.
In einem zweiten, zeitlich nicht ganz so drängenden Schritt soll das Bahnhofsumfeld an die neuen Gegebenheiten angepasst werden: Die Anbindung an die Station soll barrierefrei gestaltet, und es sollen zusätzliche Parkflächen geschaffen werden. Dafür soll auch die Straße "Am Bahnhof" saniert werden - im Übrigen die einzige Maßnahme, wie Stadtchef Krämer betont, an der sich die Kyllburger Bürger finanziell beteiligen müssten.
Dass das knapp 2,3 Millionen Euro teure Projekt überhaupt umgesetzt wird, war lange fraglich angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt Kyllburg. Doch seitdem im März 2011 eine neue Rechtslage entstanden ist, nach der Land und DB sich finanziell stärker bei der Modernisierung der Bahnhöfe beteiligen müssen, steht fest, dass sich die Kosten für die Stadt deutlich reduzieren.
Kosten für Kyllburg gesunken


So soll sich Kyllburg laut Planungsvereinbarung mit 320 000 Euro an den Gesamtkosten beteiligen - deutlich weniger, als ursprünglich geplant, aber immer noch viel Geld, wie Stadtbürgermeister Krämer betont: "Wir haben keinen roten Heller zur Verfügung, die Kommunalaufsicht hat uns bereits gesagt, dass es dafür keine Kreditgenehmigung gibt, es sei denn, das Land sagt, es liege ein besonderes öffentliches Interesse vor." Ein entsprechender Antrag sei bereits gestellt, aber noch nicht beschieden.
Dass er jedoch abgelehnt und damit das Projekt noch gekippt wird, ist angesichts der bereits investierten Planungskosten im sechsstelligen Bereich unwahrscheinlich.Meinung

Weichenstellung für die Zukunft
Nahezu stündlich verkehren am Kyllburger Bahnhof zwischen 5.30 Uhr morgens bis 22.30 Uhr am Abend Züge in Richtung Trier, Gerolstein und Köln. Das ist keine Selbstverständlichkeit und damit ein klasse Angebot, von dem andere Orte in einer Größenordnung wie die Stadt Kyllburg nur träumen können. Umso schöner ist es, dass die 900 Kyllburger Bürger und natürlich viele Einwohner aus den umliegenden Gemeinden wohl auch über 2013 hinaus an das Bahnnetz angeschlossen sind. Zumal niemand weiß, wie sich die Spritpreise in der Zukunft entwickeln werden. Es kann gut sein, dass die Bahn noch mehr an Bedeutung gewinnt. Und eine Stadt mit eigenem Bahnhof immer attraktiver wird. n.ebner@volksfreund.deExtra

Bis spätestens 2015 will die DB den "Rheinland-Pfalz-Takt" umsetzen: Zentraler Punkt ist dabei ein neues Regional-Express-Konzept mit schnelleren und direkteren Verbindungen und einer besseren Stadt-Land-Verbindung. Für die Eifelstrecke bedeutet das ab Dezember 2013 stündlich verkehrende Regionalbahnen und drei schnellere Züge. Zusätzlich wird der Fahrplan für Züge aus Richtung Köln bis in die Abendstunden verlängert. Die Bahnhöfe sollen barrierefrei sein sowie einen kurzen und sicheren Zugang zu den Zügen ermöglichen. Zudem müssen die technischen Voraussetzungen geschaffen sein, dass zwei Züge gleichzeitig in die Station ein- und ausfahren können. neb