| 21:33 Uhr

Zum Abschied Sport

Werner von Schichau geht, und hochkarätiges Bildmaterial kommt: Von heute, Freitag, bis zum 28. März sind im Bitburger Amtsgericht unter dem Titel "Die besten 20" preisgekrönte Sportfotografien zu sehen. Es ist die letzte Ausstellung, die der scheidende Amtsgerichtsdirektor organisiert. Von unserer Reporterin Katharina Hammermann

Bitburg. Es geht um den Moment. Schon eine Sekunde später wäre alles anders gewesen. Der Moment vergangen. Das Lächeln erstorben, der Schatten verschwunden, die Welle gebrochen, das fliegende Fahrrad gelandet. Sportfotografie ist eine Kunst für sich. Eine Kunst, die meist jenen vorbehalten bleibt, die sich die viele tausend Euro teure Ausrüstung leisten können. Weil das bei allem fotografischen Talent nur wenige junge Menschen können, hat sich die Peter C. Schlüschen-Stiftung (siehe Extra) zum Ziel gesetzt, junge Sportfotografen zu fördern, um ihnen den Berufseinstieg zu erleichtern. Jährlich richtet die Stiftung einen hoch dotierten Wettbewerb aus, zu dem junge Profis ihre Fotografien einreichen. Die besten Bilder des Jahres 2007 sind ab heute bis zum 28. März im Bitburger Amtsgericht zu sehen. Werner von Schichau: "Das sind tolle Bilder",

Mit dieser Ausstellung nimmt Amtsgerichtsdirektor Werner von Schichau Abschied - von seiner Richterlaufbahn, denn am 1. März scheidet er aus dem Dienst aus und von der Tradition, Ausstellungen in den Räumen des Amtsgerichts zu organisieren. Zur Vernissage seien neben den "üblichen Verdächtigen" all jene eingeladen, von denen er sich nach mehr als 20 Jahren des Richterdaseins verabschieden möchte, darunter Schöffen, Zollbeamte, Staatsanwälte, Vertreter des Jugendamts…"Das sind tolle Bilder", sagt von Schichau. Aus den Einsendungen des Jahres 2007 ausgewählt hat sie eine Jury, in der namhafte deutsche Sportfotografen und -redakteure sitzen. 20 Fotos sind es insgesamt. Sie zeigen außergewöhnliche Momentaufnahmen aus ganz verschiedenen Sportarten.Der Wettbewerb der Peter C. Schlüschen-Stiftung ist der höchstdotierte seiner Art. Neben Geldpreisen bis zu 5000 Euro gibt es einen Sonderpreis: die einjährige Leihgabe einer professionellen Foto-Ausrüstung im Wert von 35 000 Euro. Darüber hinaus werden Kontakte zwischen Berufseinsteigern und erfahrenen Profis geknüpft. Der Wettbewerb finde inzwischen bundesweit Resonanz, sagt der Trierer Peter Jan Schlüschen, Mitbegründer der Stiftung. Denn die Sieger-Bilder werden in überregionalen Zeitungen gedruckt und sind in Kunstausstellungen zu sehen - in Berlin und bald auch in Bitburg. Die Ausstellungseröffnung ist heute, 8. Februar, um 17 Uhr im Saal 124 des Amtsgerichts Bitburg. Extra Peter Schlüschen: Die Schlüschen-Stiftung wurde im Gedenken an den Trierer Sportfotografen Peter Schlüschen gegründet. 2004 ist er im Alter von 24 Jahren tödlich verunglückt. Er hat unter anderem für große deutsche Zeitungen bei der Champions League in London fotografiert und die Boxweltmeisterschaft in Las Vegas im Bild festgehalten. Der Berufseinstieg gelang dem Wahl-Berliner nach zahlreichen Praktika auch Dank der finanziellen Unterstützung seiner Eltern. Nach Schlüschens Tod beschloss die Familie, die Stiftung zu gründen, um auch anderen jungen Fotografen auf dem schwierigen Weg in den Sportjournalismus zu helfen.

Der Augenblick zählt. Zwei der preisgekrönten Bilder des deutschlandweit bestdotierten Sportfotografie-Wettbewerbs 2007: Den ersten Platz belegte Lars Scharl mit „Misty Mountain Downhill“ (Foto oben). Den Förderpreis gab es für das Bild „Fechtschatten“ von Lars Kreyßig (Foto unten). Fotos: Lars Scharl und Lars Kreyßig
Der Augenblick zählt. Zwei der preisgekrönten Bilder des deutschlandweit bestdotierten Sportfotografie-Wettbewerbs 2007: Den ersten Platz belegte Lars Scharl mit „Misty Mountain Downhill“ (Foto oben). Den Förderpreis gab es für das Bild „Fechtschatten“ von Lars Kreyßig (Foto unten). Fotos: Lars Scharl und Lars Kreyßig