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"Zusammenkunst" in der Zwischenstation

Trier. Sie haben ihre Heimat verlassen müssen und haben in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) in Trier eine vorübergehende Bleibe gefunden: Flüchtlingskinder. Der kleine Trierer Verein Kulturlabor hilft den Jungen und Mädchen mit dem Kunstprojekt "Zusammenkunst" für einen Moment, dem tristen Alltag zu entkommen. Mittlerweile zweimal pro Woche. Katja Bernardy

Trier. TV-Leser hatten es bereits möglich gemacht: Mit Hilfe eines Kunstprojektes konnten Flüchtlingskinder in der Aufnahmeeinrichtung für Ayslbegehrende (Afa) in Trier für einen Moment wieder Kind sein. Denn seit Sommer 2014 laden professionelle Künstler des Kulturlabors die Kinder ein, mitzumachen: Etwa mit bunten Bällen zu jonglieren, Puppen zu bauen oder beim Maskenspiel für eine Weile Tristesse und Ängste hinter sich zu lassen. Die Künstler treffen auf Kinder in der Einrichtung, die traumatisiert, durch ihre Situation völlig entwurzelt und verängstigt sind. "Schließlich ist die Afa nur eine Zwischenstation, bei der sie nach einer schweren Zeit der Flucht für drei bis maximal neun Wochen verweilen", sagt Elke Reiter, Vorsitzende des Trierer Kulturlabors. In Zusammenarbeit mit der Schule der Afa, an der Kinder und Jugendliche unterrichtet werden, hat der Verein ein besonderes Programm auf die Beine gestellt, das bei den Kindern wohl sehr gut ankommt. Denn mittlerweile haben die Künstler zweimal statt einmal pro Woche für eine Stunde in der Afa Angebote parat. "Und sie arbeiten intensiv mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zusammen, die in Wohngruppen von Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht sind", sagt Reiter. Während der kreativen Stunden fallen Sprachbarrieren. "Wir finden immer eine gemeinsame Kommunikation über die Kulturen hinweg", sagt Reiter. Was passiert durch das Jonglieren oder im Fotoworkshop? Durch die Aktivierung der eigenen Kreativität werde den Kindern ein kurzer Augenblick des "Einfach-Nur- Seins” geschenkt, sagt Reiter. Sie könnten für einen Moment aus ihrer Realität herausgeholt werden, hätten Erfolgserlebnisse und könnten sich entspannen. "Plötzlich lassen sie los, konzentrieren sich auf den Moment und vergessen, so scheint es, kurz ihre Vergangenheit und die Angst vor der Zukunft", beschreibt die Kulturlabor-Vorsitzende. Und nebenbei werde der Zugang zur deutschen Kultur und Sprache gestärkt. TV-Leser können mithelfen, dass die bunte Stunde, in der auch getanzt, Musik gemacht und Theater gespielt wird, den Flüchtlingskindern weiter Kraft geben kann: Das Kulturlabor hat für seine Arbeit in der Afa einen neuen, aber noch kahlen Raum zur Verfügung. Der soll gefüllt werden: mit Regalen für die Materialien, einem Bodenbelag, einem Heizlüfter und einem Tisch und Bänken. Die Künstler müssen entlohnt und die notwendigen Materialien angeschafft werden. Das kostet. TV-Leser können das Meine-Hilfe-zählt-Projekt "Zusammenkunst” unter der Projektnummer 23804 unterstützen. Es fehlen noch 5550 Euro.volksfreund.de/meinehilfeExtra

Per Banküberweisung an "Meine Hilfe zählt", Konto 220012, Sparkasse Trier (BLZ 58550130), IBAN: DE47 5855 0130 0000 2200 12 oder Konto 191919 bei der Volksbank Trier (BLZ 58560103), IBAN: DE67 5856 0103 0000 1919 19 Im Verwendungszweck bitte immer die vier- oder fünfstellige Projektnummer angeben, damit die Spende auch dem gewünschten Zweck zufließen kann. Spenden ohne Projektangabe fließen in einen gemeinsamen Topf, der unter allen Initiativen verteilt wird. Falls eine Veröffentlichung des Spendernamens im TV gewünscht wird, bitte ein "X" auf dem Überweisungsformular eintragen. Bis zu einer Summe von 200 Euro wird der Einzahlungsbeleg als Spendenquittung anerkannt. Ist eine separate Quittung erwünscht, bitte Adresse angeben. Hat ein Projekt bereits vor Buchung der Spende das Spendenziel erreicht, kommt der Betrag anderen "Meine-Hilfe-zählt"-Projekten zugute. Online: Unter volksfreund.de/meinehilfe Projekt auswählen, Spendenbutton anklicken, abgefragte Daten eingeben. Jede Spende wird zu 100 Prozent weitergeleitet, der Trierische Volksfreund trägt die kompletten Transferkosten.