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Zwei Fotografen blicken auf den Eifelsteig

Wiesbaum-Mirbach/Trier. Einsame Pfade, viel Natur und schöne Aussichten: Auch vier Jahre nach seiner Eröffnung ist der Eifelsteig zwischen Aachen und Trier ein Renner. Für Wanderfreunde und die, die es noch werden wollen, gibt es zwei neue Bücher auf dem Markt. Peter Stollenwerk und Guido Bertemes haben einen Bildband und der Eifelverein hat einen Wanderführer über den Eifelsteig herausgegeben. Stefanie Glandien

In der Eifel gibt es schon lange schön gepflegte Wanderwege, 2009 kam das Tüpfelchen auf dem "i" dazu: Der Eifelsteig. Ihn zu begehen ist lohnenswert. Das erfuhren auch Peter Stollenwerk und Guido Bertemes. Stollenwerk ist seit mehr als 30 Jahren als Lokaljournalist und Fotograf in Monschau tätig und hat bereits mehrere Bildbände veröffentlicht. Guido Bertemes ist im Grenz-Echo-Verlag unter anderem für Vertrieb und Produktion zuständig. Auch er illustrierte schon zwei Bildbände und zwei Reiseführer.
Wer den Eifelsteig laufen will, kann aus einer Vielzahl von Wanderführern auswählen. So hat der Eifelverein gerade eine Altauflage ganz neu überarbeitet (siehe Extra). Deshalb haben die beiden Autoren den Eifelsteig fotografiert und zu einem Bildband komponiert. Das Projekt lief ein gutes halbes Jahr lang. Herausgekommen ist eine Liebeserklärung in Bildern. Ob Maarlandschaft im herbstlichen Nebel, Altweibersommer im Mühlental oder Sonnenuntergang über Nordeifeler Höhenzügen - die beiden Fotografen haben zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten die Landschaft in allen Facetten mit ihren Kamera-Linsen eingefangen. Entstanden ist ein wunderschöner Bildband. Welche Etappe ihnen am besten gefällt und was während einer Wanderung auf keinen Fall im Rucksack fehlen darf, haben uns die beiden Autoren in einem Gespräch verraten.

Sie haben bewusst keinen Wanderführer geschrieben, sondern einen Bildband über den Eifelsteig gemacht, warum?
Peter Stollenwerk: Es gibt bereits Wanderführer zum Eifelsteig in ausreichender Zahl, zum Beispiel den sehr guten und sehr detaillierten Führer des Eifelvereins. Uns ging es darum, den Eifelsteig als Landschaftserlebnis zu zeigen und die Besonderheiten einer jeden Etappe ins Bild zu rücken.
Guido Bertemes: Der Eifelsteig ist etwas Besonderes. Es war Zeit, diesen Wanderweg in einem Bildband fotografisch festzuhalten und zu zeigen, wie schön und vielseitig die Natur vor unserer Haustür ist.

Sind Sie zusammen gewandert oder haben Sie die Etappen aufgeteilt?
Peter Stollenwerk: Wir sind getrennt gegangen - da steht man sich beim Fotografieren auch nicht im Wege.
Guido Bertemes: Jeder geht in seinem Rhythmus und sieht mit seinen Augen - und der Kamera - anders.

Sind Sie die Etappen am Stück gegangen?
Peter Stollenwerk: Wir sind die Etappen über einen längeren Zeitraum verteilt gegangen, um möglichst viele Jahreszeiten und Lichtstimmungen einzufangen. Manchmal waren aber auch einige Etappen am Stück dabei, um das Wandererlebnis intensiv zu spüren.
Guido Bertemes: Ich glaube auch, dass man erst nach zwei oder drei Tagen am Stück richtig "entschleunigen" kann.

An welche Etappe erinnern Sie sich besonders gerne, und wo haben Sie sich die meisten Blasen gelaufen?
Peter Stollenwerk: Ich erinnere mich besonders gerne an die Etappe von Manderscheid zur Abtei Himmerod über den traumhaften Lieserpfad und an die letzte Etappe von Kordel nach Trier, die ganz am Ende den Wanderer noch einmal so richtig herausfordert.
Guido Bertemes: Jede Etappe hat ihre Besonderheit, ihren Reiz. Aber an die Etappen um Himmerod und Manderscheid erinnere ich mich auch besonders gerne.

Was darf in Ihrem Wanderrucksack niemals fehlen?
Peter Stollenwerk: Niemals fehlen darf im Wanderrucksack der Ersatz-Akku für die Kamera.
Guido Bertemes: Zeit! Davon sollte man ganz viel mitnehmen. Pausen machen, in sich gehen. Danach kehrt man verändert zurück. Das war zumindest bei mir der Fall.
Werden Sie in diesem Jahr Ihre Wanderschuhe schnüren, und wenn ja, wo wird es diesmal hingehen?
Peter Stollenwerk: Ich habe mir eine Kurzstrecke ausgesucht. Ich möchte nicht entlang, sondern mitten durch die Höckerlinie des Westwalls in der Nordeifel gehen. Da warten bestimmt ein paar fotografische Überraschungen.
Guido Bertemes: Ja, der Eifelsteig lässt einen nicht mehr los. Ich werde sicher noch einmal einige Etappen gehen, vielleicht in die andere Richtung … Im Augenblick arbeite ich an einem Bildband über Maastricht. Das ist etwas ganz anderes.

Peter Stollenwerk und Guido Bertemes, Der Eifelsteig, Grenz-Echo-Verlag, 320 Seiten, 412 Fotos, 39,95 Euro.
Extra

Viel gepriesen wird der überarbeitete Wanderführer des Eifelvereins. So auch von unseren beiden Eifelsteig-Fotografen Peter Stollenwerk und Guido Bertemes (siehe Interview). In dem neuen Wanderbuch Eifelsteig-Süd werden die acht Etappen des Eifelsteigs zwischen Mirbach und Trier, die 14 neuen Vulkaneifel-Pfade sowie die drei Wittlicher Erlebnisschleifen auf 218 Seiten im Taschenbuchformat beschrieben. "Insgesamt 600 Kilometer Qualitätswanderwege zu einem Preis von 14,95 Euro. Das macht 2,5 Cent pro Kilometer", sagt Geschäftsführer Manfred Rippinger. Autor ist der Andernacher Hans-Peter Schmitz, der alle 600 Kilometer Premiumwege abgegangen ist und jede Besonderheit links und rechts des Weges in Wort und Bild festgehalten hat. Zu jedem Weg findet der Leser eine Kartenskizze, ein Höhenprofil und Hinweise auf öffentliche Verkehrsmittel. Abgerundet wird der Wanderführer durch ein Lexikon der Sehenswürdigkeiten, eine Auflistung der Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten mit zertifizierten Betrieben sowie der Taxidienste. sn Eifelsteig-Süd, Mirbach-Trier und seine Partnerwege in RLP, 206 Seiten, 14,95 Euro, bestellbar im Internet www.eifelverein.de oder im örtlichen Buchhandel und in den Tourist-Informationen.