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Bitburger Braugruppe strebt mit drei aneren Brauereien Gemeinschaftsunternehmen an.

Getränke : Kartellwächter prüfen geplanten Brauer-Pool

Vier große deutsche Brauereien, darunter die Bitburger Braugruppe, haben beim Bundeskartellamt die Grün­dung ei­nes Ge­mein­schafts­un­ter­neh­mens angezeigt. Die Firma mit dem etwas sperrigen Namen Gesellschaft für Mehrwegmanagement (Gemema) will einen neuen, geregelten Pool für die 0,33-Liter-Flasche Longneck (auch bekannt als Luxflasche oder „Silberhälschen“) aufsetzen und kontrollieren.

Vorbild ist die klassische 0,7-Liter-Sprudelflasche der Genossenschaft deutscher Brunnen (GdB). Die GdB achtet darauf, dass die Qualität der Flaschen und Kästen immer auf einem einheitlich hohen Niveau gehalten wird und ausreichend neue Flaschen und Kästen im Umlauf sind.

Ein solches System wollen nun auch mehrere große Brauer, neben Bitburger sind das Krombacher, Radeberger und Warsteiner, etablieren (der TV berichtete). Die Firmen haben dafür verbindliche Regeln für die Teilnahme an dem Flaschenpool vereinbart. Dabei geht es beispielsweise um die Verpflichtung, genügend neue Flaschen in das System einzuspeisen und im Gegenzug abgenutzte Exemplare rechtzeitig auszusortieren.

In der Braubranche knirscht es im Gebälk, weil es – anders als etwa bei den Mineralbrunnen – keine klaren Vereinbarungen gibt, welche Brauerei eine Anzahl x neuer Flaschen in den Mehrweg-Kreislauf einspeist, um Menge und Niveau der umlaufenden Flaschen zu erhalten. Einige Firmen verlassen sich darauf, dass der Konkurrent ausreichend neue Flaschen einspeist und man so selbst Kosten für die Neuanschaffung sparen kann.

Das hat in der Vergangenheit vieler Brauer verärgert, die deshalb zu Einheitsflaschen übergegangen sind.  Nach Schätzungen gibt es auf dem deutschen Markt mehr als 120 verschiedene Bierflaschentypen. Für den Handel bedeutet das einen immensen Sortieraufwand; und für die Brauereien höhere Kosten.