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Bitburger Bruchpilot landet vor Gericht

Bitburger Bruchpilot landet vor Gericht

Fünf Jahre nach der spektakulären Bruchlandung eines Motorseglers auf dem Dach eines Autos landet die Sache jetzt vor dem Kadi. Der Pilot muss sich heute vor dem Bitburger Amtsgericht verantworten.

(sey) Die Bruchlandung auf dem Bitburger Flugplatz war kurios und machte weltweit Schlagzeilen: Anfang Juli 2005 landet ein Motorsegler auf dem Dach eines fahrenden Porsche 911, dessen Fahrer dort an einem Sicherheitstraining teilnimmt. Als der Porschefahrer den „Dachschaden“ bemerkt, bremst er ab, wodurch das einsitzige Flugzeug auf die Rollbahn rutscht. Die gute Nachricht: Porsche-Fahrer und Pilot sind unverletzt, der Gesamtschaden hält sich mit 10.000 Euro noch im Rahmen.

Wie es damals zu der spektakulären Bruchlandung kommen konnte, war lange unklar. Pilot und Flughafenbetreiber schoben sich den Schwarzen Peter gegenseitig zu. Während der in der Nord-Eifel gestartete Pilot sagte, er habe sich über Funk in Bitburg angemeldet, wurde dies vom Flugplatz-Betreiber dementiert.

Offensichtlich hat Aufsichtsrats-Chef Michael Billen damals die Wahrheit gesagt. Denn der heute 60-jährige Pilot muss sich am Donnerstagmittag vor dem Bitburger Amtsgericht verantworten – wegen Gefährdung des Luftverkehrs. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Leverkusener unter anderem vor, keinen Funkkontakt mit dem Flugplatz gehalten zu haben.

Die Bruchlandung kommt nur deshalb vor Gericht, weil der Pilot einen Strafbefehl nicht akzeptiert hat. Danach sollte der Motorsegler 1600 Euro Geldstrafe unter Vorbehalt zahlen. „Das mildeste Sanktionsmittel der Justiz“, sagt der Bitburger Amtsgerichtsdirektor Helmut Mencher. Denn die Strafe wird nur fällig, wenn sich der Verurteilte innerhalb eines Jahres noch einmal etwas zuschulden kommen lässt.