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Bitburger Eissporthalle wegen Schneelast geschlossen

Bitburger Eissporthalle wegen Schneelast geschlossen

Die Eissporthalle Bitburg bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Grund ist die Schneelast auf dem Dach. Ein Statiker hat dazu geraten, ab zehn Zentimetern Schnee, den Eislauf-Betrieb sicherheitshalber einzustellen.

Das Telefon klingelt in einem fort. Die Antwort von Martha Degen, Geschäftsführerin des Funparks Bitburg, ist immer gleich: „Aus Sicherheitsgründen haben wir die Eishalle wegen der Schneelast geschlossen.“ Am Halleneingang informieren große gelbe Schilder über die Schließung und weisen auf „technische Probleme“ hin.

Die tragischen Bilder von Bad Reichenhall schießen durch den Kopf: Vor drei Jahren stürzte dort unter Schneelast das Dach der ein. Zwölf Kinder und Jugendliche sowie drei Mütter starben unter den Trümmern, 34 weitere wurden verletzt. Noch immer ist unklar, wer für den Einsturz in der oberbayerischen Kreisstadt verantwortlich ist.

Landauf, landab wurden seitdem öffentliche Hallen überprüft – auch die in Bitburg, die der Stadt gehört und vom Funpark betrieben wird. Vor 27 Jahren erbaut, ist sie nicht mehr die Jüngste.

„Wir haben in den Wintermonaten das Problem, dass sich Feuchtigkeit in der Konstruktion bildet und die Tragfähigkeit beeinträchtigt. Wenn dann hohe Lasten durch Schnee dazu kommen, lässt sich die geforderte Sicherheit der Konstruktion nicht mehr gewährleisten“, erklärt Bauamtsleiter Heinz Reckinger.

Deshalb hat ein Statiker, der die Halle im Nachgang zu Bad Reichenhall prüfte, dazu geraten, den Betrieb ab einer zehn Zentimeter hohen Decke auf dem Dach einzustellen. Diesen Winter wurden die zehn Zentimeter erstmals erreicht.

„Wir messen jeden Tag. Am Freitagmorgen waren wir bei knapp zehn Zentimetern und es waren weitere Schneefälle angekündigt“, sagt Degen. Die Schließung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme: „Wir hoffen, dass Besucher für die unpopuläre Entscheidung Verständnis haben“, sagt Degen.

„Die Sicherheit der Besucher geht vor. Wir wollen keinerlei Risiko eingehen. Sobald die Schneedecke auf dem Dach geringer als zehn Zentimeter ist, öffnen wir wieder“, sagt Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels. Sein Wunsch wäre es, dass Dach grundsätzlich zu erneuern. Geschätzte Kosten: rund 500.000 Euro.

„Wir hatten die Erneuerung des Eishallen-Dachs im Rahmen des Konjunkturpakets II beantragt. Der Antrag wurde aber abgelehnt. Wir bemühen uns weiterhin um eine Förderung“, sagt Bauamtsleiter Reckinger. Marode oder grundsätzlich gefährlich sei das Dach aber nicht. Erst vergangenes Jahr hätten Ingenieure aus Bad Rosenheim Feuchtigkeitsmessungen für eine Langzeitstudie durchgeführt und die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion überprüft. Ergebnis: Auch diese Experten befanden das Dach für grundsätzlich sicher. „Das ist nicht wie in Bad Reichenhall, wo die Holzleimbinder faul waren“, sagt Reckinger.

Dennoch bleibt die Halle nun vorsorglich bis auf Weiteres zu. Etliche Eislauf-Fans haben am Wochenende vor verschlossenen Türen gestanden. „Das tut uns leid für die Leute, die umsonst hierher gekommen sind“, sagt Degen. 600 bis 700 Besucher sind es an Wochenendtagen. Das bedeutet einen Verdienstausfall von 8000 bis 9000 Euro pro Tag.

Infos zur Öffnung: Interessierte erfahren beim Funpark Bitburg, Telefon 06561/8447 per Bandansage, ob die Eishalle wieder geöffnet ist.