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Blut spenden in Rheinland-Pfalz: Was Sie beachten sollten

Fragen und Antworten : Blutspenden in Rheinland-Pfalz: Wer darf, wer darf nicht?

Dank Blutspendern können viele Menschen wieder gesund werden oder ein normales Leben führen. Wir geben einen Überblick, was man wissen sollte.

Trier Wer vor 30 Jahren eine Zeitlang in Großbritannien gelebt hat, darf kein Blut spenden. Homosexuelle Männer werden seit kurzem nicht mehr automatisch ausgeschlossen. Hätten Sie‘s gewusst? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Blutspenden.


Wer darf Blut spenden?

Generell dürfen alle Menschen ab 18 Jahren, die mindestens 50 Kilogramm wiegen, Blut spenden. Wer zum ersten Mal Blut spenden geht, darf allerdings nicht älter als 68 Jahre sein. Wer schon öfter Blut gespendet hat, darf das bis 75 weiterhin tun.


Wer darf kein Blut spenden?

Für bestimmte Gruppen gibt es sogenannte Rückstellfristen: Wer frisch tätowiert ist oder ein Piercing bekommen hat, darf erst nach vier Monaten wieder Blut spenden. Bei Impfungen kann die Zeitspanne je nach Impfstoff zwischen einem Tag und vier Wochen betragen. Wer beim Zahnarzt eine Wurzelbehandlung hatte, darf nach vier Wochen wieder Blut spenden. Nach einer Operation darf je nach Größe des Eingriffs nach einer Woche bis zu vier Monaten Blut gespendet werden. Manche dürfen hingegen nie Blut spenden.

Dazu gehören Menschen, die zwischen 1980 und 1996 mehr als sechs Monate im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland verbracht haben  (Creutzfeld-Jakob-Gefahr), Menschen mit bestimmten schweren Erkrankungen wie Herz- und Gefäßkrankheiten oder Menschen, bei denen Infektionen wie HIV-1 oder -2, Hepatitis B oder C, Syphilis oder Malaria nachgewiesen wurde.

Seit Oktober 2017 gilt für homosexuelle Männer kein genereller Blutspende-Ausschluss mehr. Bis die sogenannte Hämotherapie-Richtlinie im Oktober 2021 von Bundesärztekammer und Paul-Ehrlich-Institut aktualisiert wurde, durften homosexuelle Männer mindestens 12 Monate keinen gleichgeschlechtlichen Sex haben. Nun gilt: Homosexuelle Männer, die in den letzten vier Monaten nur innerhalb einer Paarbeziehung sexuell aktiv waren, können sofort Blut spenden. Wer in den letzten vier Monaten mit einem oder mehreren neuen Partnern Sex hatte, wird für vier Monate zurückgestellt. Die neue Regelung gilt seit dem 8. November 2021.


Wofür wird das Blut gebraucht?

In Deutschland werden täglich über 15.000 Blutspenden benötigt. Etwa 19 Prozent werden für Krebserkrankungen gebraucht, 16 Prozent für Magen- und Darmkrankheiten sowie Herzerkrankungen und 12 Prozent für Unfallverletzungen.


Was hat es mit den Blutgruppen auf sich?

Es gibt zwei wichtige Blutgruppeneigenschaften. Zum einen spielt die Blutgruppe (A, B, AB, 0)  beim Blutspenden eine wichtige Rolle. Die Gruppen unterscheiden sich nach Zucker und Eiweißen auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen, die als Antigene wirken.

Der Rhesusfaktor (RhD+ und RhD-) gibt an, ob spezielle Proteine auf der Zellmembran der roten Blutkörperchen vorhanden sind (RhD pos) oder nicht (RhD neg). Für Rhesus-positive Patienten hat das keine Bedeutung hat.

Rhesus-negative Patienten dürfen allerdings nur Rhesus-negatives Blut erhalten.

Es muss also  bestimmt werden, ob das Blut von Spender und Empfänger verträglich ist. Ist es das nicht, bildet das Immunsystem Antikörper gegen die fremden Antigene. Es kommt zu Verklumpungen, die tödlich enden können.

Die Blutgruppen, die es am häufigsten in Deutschland gibt, sind A+ (37 Prozent) und 0+ (35 Prozent). Es folgen B+ (neun Prozent), A- und 0- (jeweils sechs Prozent), AB+ (vier Prozent), B- (zwei Prozent) und AB- (ein Prozent).


Wie oft darf man Blut spenden?

Frauen dürfen innerhalb von 12 Monaten vier Mal Blut spenden, Männer sechs mal. Dazwischen müssen mindestens acht Wochen liegen.


Wie läuft eine Blutspende ab?

Bei der Anmeldung werden zunächst persönliche Daten erfasst bzw. überprüft. Anschließend wird die Körpertemperatur im Ohr gemessen und der Hämoglobinwert festgestellt. Dazu wird ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen genommen. Zudem werden der Blutdruck und der Puls gemessen. Vor jeder Blutspende füllt der Spender einen ausführlichen Fragebogen zur gesundheitlichen Vorgeschichte aus. Ein Arzt entscheidet dann, ob Sie Blut spenden können oder aussetzen müssen.

Wer spenden darf, legt sich im Anschluss auf ein Entnahmebett. Dort werden aus der Armbeuge etwa 500 Milliliter Blut entnommen. Drei bis vier Laborröhrchen gehen für eine Untersuchung ins Labor. Auf die Einstichstelle kommt entweder ein Pflaster oder ein kleiner Verband. Dann sollte der Spender rund 10 Minuten ruhen, damit es keine Probleme mit dem Kreislauf gibt. Meist gibt es im Anschluss einen kleinen Imbiss.


Wird man vor dem Blutspenden auf Corona getestet?

Nein. Zutritt zur Blutspende erhalten nur Menschen, die geimpft, genesen oder getestet (Antigen-Schnelltest nicht älter als 24 Stunden oder PCR-Test nicht älter als 48 Stunden) sind.


Darf man Blut spenden, wenn man erkältet ist oder eine Grippe hat?

Nein. Nach einer Erkältung darf erst wieder Blut gespendet werden, wenn Sie eine Woche keine Symptome mehr haben. Nach einer Grippe müssen Sie vier Wochen ohne Krankheitssymptome warten. Wer Antibiotika genommen hat, muss nach der letzten Einnahme ebenfalls vier Wochen warten.


Was passiert mit der Blutspende in Rheinland-Pfalz?

Nach der Blutspende wird das Blut in das Zentrum für Transfusionsmedizin in Hagen transportiert und anschließend untersucht. So werden die Blutgruppe bestimmt und die Proben auf verschiedene Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis untersucht.

Anschließend werden die Blutspenden zentrifugiert und in ihre Bestandteile (Erythrozyten, Thrombozyten und Plasma) aufgeteilt. So können verschiedene Blutpräparate für den entsprechenden Gebrauch hergestellt werden.

Nach Bedarf werden die Blutpräparate dann an Krankenhäuser und Arztpraxen geliefert.


Wie, wann und wo kann man Blut spenden?

 Eine Mitarbeiterin vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fixiert während einer Blutspende die Nadel. 
Eine Mitarbeiterin vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fixiert während einer Blutspende die Nadel.  Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

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