Blutuntersuchungen: PCB-Belastung bei vielen Schülern

Hermeskeil · Die Ergebnisse der Blutuntersuchungen von 142 Schülern der Erich Kästner Realschule Hermeskeil liegen vor. Beim Großteil der Schüler wurde eine PCB-Belastung festgestellt.

(jp) Es handelt sich um so genannte Biomonitoring-Untersuchungen, wie sie bereits bei Lehrern sowie dem Verwaltungs- und Reinigungspersonal durchgeführt worden waren. Die Eltern der Schüler wurden durch das Gesundheitsamt in den letzten Tagen über die Messergebnisse informiert.

Bei den Untersuchungen hat sich gezeigt, dass bei einer Vielzahl von betroffenen Personen eine Belastung hinsichtlich der leicht flüchtigen PCB-Kongenere (Varianten) im Blut festzustellen ist, jedoch die Messwerte im Mittel leicht unter den Werten der ersten Testreihe (Lehrer und sonstige Schulbedienstete) liegen. Bei den leicht flüchtigen PCB-Kongeneren gibt es zurzeit noch keine vereinbarten Grenz- oder Richtwerte, sondern lediglich Vergleichsmessungen unbelasteter Bevölkerungsgruppen. Messungen oberhalb der dort festgestellten Werte deuten, wie auch bei den jetzigen Untersuchungen, auf eine Belastungssituation hin.

Bei den Blutuntersuchungen waren die gleichen Kongenere erhöht, die auch bei den belasteten Räumen in der Raumluft festgestellt worden waren, so dass ein Zusammenhang der Blutmesswerte mit der Belastungssituation der Erich Kästner Realschule in Hermeskeil wie erwartet gegeben ist.

Die leicht flüchtigen PCB-Kongenere werden im Körper rasch verstoffwechselt und ausgeschieden, ihnen kommt keine so hohe toxikologische Bedeutung zu wie den höher chlorierten. Da die PCB’s jedoch in der so genannten MAK- und BAT-Werteliste der Deutschen Forschungsgemeinschaft der „Senatkommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe“ in die Kategorie III b eingestuft wurden, was bedeutet, dass sie als krebsverdächtig angesehen werden, gilt hier ein Minimierungsgebot.
Die Verbandsgemeinde Hermeskeil hat als Schulträger gemeinsam mit dem eingerichteten Sanierungsausschuss bereits Maßnahmen eingeleitet. Ziel dieser umfangreichen Sanierungsmaßnahmen ist es, möglichst bald die Raumluftwerte in der Schule auf den Sanierungszielwert 300 ng/m3 zu senken, wie dies bereits erfolgreich in einer Modellsanierung in einem Musterraum gelungen ist. Zwischenzeitlich wurde das Büro Umweltgeotechnik aus Otzenhausen als baubegleitende Fachfirma beauftragt, das die Funktion eines Sicherheits- und Gesundheitskoordinators wahrnehmen soll. Von ihr werden künftig alle Sanierungsschritte begeleitet, koordiniert und beaufsichtigt. Das Büro ist auch Ansprechpartner für alle Beteiligten sowie für die bauausführenden Firmen.
Das Gesundheitsamt steht allen untersuchten Personen für individuelle Rückfragen gerne zur Verfügung.

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