Bombensichere Geheimhaltung

Bombensichere Geheimhaltung

Was Landrat Roger Graef am Mittwochabend mit dem Kommodore der Airbase Spangdahlem besprochen hat, ist geheim. Hier ein kleiner Überblick zu den Fragen, die nach den Scheinangriffen auf Nattenheim daher vorerst ungeklärt bleiben.

(kah) Roger Graef, Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm, hat einige Fragen. Fragen an die US-Streitkräfte, die ihren eigenen Aussagen zufolge am 14. Oktober mit zwei Kampfjets Scheinangriffe auf Nattenheim geflogen waren und damit viele Einwohner des Eifeldorfs in Angst und Schrecken versetzt hatten:

Er will wissen, ob solche Scheinangriffe im Ermessen der Piloten liegen. Wenn nein, welche Regeln es dafür gibt. Wenn ja, ob die Flugplatzleitung derartiges über Dörfern für vertretbar hält. Er will wissen, welche Erkenntnisse den Amerikanern über die Flughöhe der Kampfjets vorliegen und wieso sie diese Informationen geheim halten, wenn sie sich doch, wie die US-Streitkräfte behaupten, an die Regeln gehalten haben.

Ob er inzwischen Antworten auf diese Fragen erhalten hat, ist ungewiss. Denn was er gestern mit Colonel Lee T. Wight, dem Kommodore der Airbase Spangdahlem, hinter verschlossener Türe besprochen hat, bleibt geheim. „Der Kommodore hat um Vertraulichkeit gebeten“, sagt Heike Frankiewitsch, Pressesprecherin des Kreises Bitburg-Prüm. Dennoch habe der Landrat auf die schriftliche Beantwortung seiner Fragen beharrt. Mehr war gestern nicht zu erfahren – auch nicht von dem Kommodore selbst. Denn der befand sich nach Auskunft des Airbase-Pressebüros gestern nicht im Hause.

Damit bleiben vorerst viele Fragen ungeklärt, auch jene, warum die Airbase von genehmigten Flügen spricht, während das Luftwaffenamt bekundet, dass für den 14. Oktober keine Tieffluggenehmigungen beantragt oder erteilt worden waren. Und jene, ob die Eifeldörfer sich darauf einrichten müssen, nun öfter als Ziel für Scheinangriffe zu dienen.

Graef kristisiert die Informationspolitik der Airbase. Und zwar sehr deutlich. „Dass ich auf so simple Fragen keine Antwort bekomme, finde ich schade.“ Das sei nicht vertrauensbildend und nicht gut für das Miteinander. Worte, die Gewicht haben angesichts der Tatsache, dass Graef seit jeher als ausgesprochener Freund der Amerikaner und Förderer der deutsch-amerikanischen Beziehungen bekannt ist. Mit seinen Ansichten ist Graef nicht alleine. Wie er fordert auch Jürgen Backes, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bitburg-Land eine restlose Aufklärung der Vorfälle.