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Bürgermeister stellt Strafanzeige wegen Volksverhetzung

Die Ausstellung Alfred Hrdlickas in Wittlich ist noch bis Februar zu sehen. TV-Foto: Archiv/Rudolf Höser
Die Ausstellung Alfred Hrdlickas in Wittlich ist noch bis Februar zu sehen. TV-Foto: Archiv/Rudolf Höser
Wittlich. Bürgermeister Ralf Bußmer hat für die Stadt Wittlich laut Angaben der Stadtverwaltung Strafanzeige in Zusammenhang mit Alfred Hrdlickas Leserbrief zur Streichung der Stelle des Kulturamtsleiters gestellt.

Der Wiener Künstler hatte in dem Schreiben unterstellt, dass der derzeitige Kulturamtsleiter Justinus Maria Calleen wegen seiner „Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit und lebendiger Erinnerungsarbeit“ entlassen werden solle und formulierte, dieser Vorgang bestätige ihn in seiner Auffassung, dass "50 Prozent der Deutschen und Österreicher noch immer Faschisten und Antisemiten" seien. Laut Stadtverwaltung hat Ralf Bußmer "gegen den Verfasser des Leserbriefes" Strafanzeige erstattet, darin werde "Hrdlicka unter anderem Volksverhetzung, Verleumdung und Beleidigung vorgeworfen". Der Bürgermeister wird zitiert mit den Worten: "Dieser unverhältnismäßige und gegen die Menschenwürde verstoßende Vorwurf gegen die gesamte Kommune und ihre Bürger und damit auch gegen den Stadtrat und jedes einzelne seiner Mitglieder kann so keinesfalls hingenommen werden. Die Bevölkerung ist in einer Weise aufgebracht, wie ich es in meiner Amtszeit noch nie erfahren habe. " Weiter erklärt die Stadtverwaltung in der "Wittlicher Rundschau" die "Herstellung einer direkten Verbindung zwischen der allgemein anerkannten Gedenkarbeit in Wittlich und der Streichung der Stelle des Kulturamtsleiters ist ein neuer Aspekt in der Auseinandersetzung um den Leiter des Kulturamtes. Jetzt wird indirekt der Schrecken der Nazizeit missbraucht und als Alibi für eine Profilierungssucht einzelner Befürworter benutzt."