Bus- und Bahnfahren in Region Trier wird erneut teurer, trotz Klimaschutz

Kostenpflichtiger Inhalt: Nahverkehr : Bustickets werden teurer

Der Verkehrsverbund Region Trier erklärt, dass Tickets für Busse und Bahnen teurer werden. Doch aus Klimaschutzgründen  sei die Erhöhung geringer.

Die neuerliche Preiserhöhung für Busse und Bahnen in der Region Trier ab Januar im Schnitt um 2,65 Prozent verärgert viele Menschen. „Wie passt diese Preiserhöhung in die jetzige Situation mit der Klimadiskussion?“, fragt etwa Volksfreund-Leser Bernd Reifenberg aus Trier auf unserer Facebook-Seite, nachdem wir dort am Donnerstagabend über die höheren Ticketpreise ab Januar berichtet haben. „Toller Beitrag zum Klimanotstand“, meint ein anderer im Hinblick auf den Beschluss, den der Trierer Stadtrat Ende August gefasst hat. Darin ist auch vorgesehen, dass der öffentliche Nahverkehr ausgebaut wird. Ähnlich argumentiert ein anderer Nutzer der Volksfreund-Facebook-Seite: „Traurig, der ÖPNV soll ausgebaut und attraktiver werden. Was bringen uns Busse im Stundentakt, die nicht bezahlbar sind?“ Erst in diesem Jahr wurden die Fahrkarten teurer, im Schnitt um drei Prozent. Auch wird von vielen der Vergleich zu Luxemburg gebracht, wo ab März kommenden Jahres, der öffentliche Nahverkehr kostenfrei werden soll.

Das sei im Nachbarland nur möglich, weil dort Busse und Bahnen zu einem erheblichen Teil durch staatliche Mittel finanziert würden, sagt ein Sprecher des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT). Laut Joachim Streit, Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm und Vorsteher des VRT-Zweckverbandes, kostet der Nahverkehr in der Region jährlich rund 30 Millionen Euro. Wenn Busse und Bahnen kostenlos genutzt werden sollen, müsse etwa das Land diese Kosten übernehmen.

VRT-Chefin Barbara Schwarz sagte kürzlich unserer Zeitung, dass es nicht Strategie des Verkehrsverbunds sei, den ÖPNV kostenfrei zu machen, sondern das Angebot wesentlich zu verbessern. Und genau diese Ausweitung des Linienverkehrs, wie er in einigen Teilen der Region bereits seit kurzem verwirklich ist, wird vom VRT für die neuerliche Preiserhöhung ins Feld geführt. Eine Nullrunde sei daher ausgeschlossen gewesen, sagt der Sprecher. Während alle vier Landkreise in der Zweckverbandsversammlung am Donnerstag für die Preiserhöhung zum 1. Januar gestimmt haben, hat sich die Stadt Trier, wie bei den vorherigen entsprechenden Abstimmungen enthalten.

Nicht ohne Grund: Anders als etwa in Eifel, auf dem Saargau, im Hunsrück oder an der Mosel sind die Stadtbusse in Trier mit rund 16 Millionen Fahrgästen pro Jahr gut genutzt. Da Trier wie die Landkreise Mitglied im VRT ist und es innerhalb des Verkehrsverbundes einheitliche Ticketpreise gibt, müssen diese bei einer Erhöhung auch in Trier angepasst werden. Seit langem wird daher gefordert, dass Trier aus dem 2001 gegründeten VRT aussteigen soll. Das ist aber nicht so einfach möglich, wie es Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) mal auf den Punkt gebracht hat, weil „unsere Vorgänger bombensichere Verträge gemacht haben. Wir können uns nicht vom Acker machen“. Daher gilt seit Jahren für Trier: Mitgegangen, mitgefangen. Allerdings denke man, so der VRT-Sprecher, mittelfristig über eine umfassende Tarifstrukturreform nach, in der auch die Preisgestaltung auf den Prüfstand gestellt werden soll.

Doch zunächst einmal müssen die Nutzer von Bussen und Bahnen in der Region ab 1. Januar erneut tiefer in die Tasche greifen. Als Hauptgrund nennt der VRT gestiegene Kosten, etwa beim Treibstoff (plus 12,6 Prozent), bei Reparaturkosten (2,8 Prozent) und bei den Personalkosten (2,8 Prozent). Es müsse auch berücksichtigt werden, dass aus den Ticketeinnahmen auch die Gehälter der Busfahrer gezahlt würden, so der VRT-Sprecher. „Gerade unter Berücksichtigung des aktuell vorherrschenden Fahrermangels darf dieser Aspekt nicht vergessen werden.“

Und eigentlich hätte die Preiserhöhung unter all diesen Aspekten höher als die nun angekündigten durchschnittlichen 2,65 Prozent noch deutlicher ausfallen müssen, sagt der Sprecher des Verkehrsverbundes. Nämlich 6,1 Prozent. Daher sei die nun beschlossene Erhöhung ein Beitrag zum Klimaschutz. Um eben mehr Personen zum Umsteigen auf Bus und Bahn zu bewegen, habe die Zweckverbandsversammlung die „erheblich niedrigere Tarifanpassung“ beschlossen, teilt der VRT mit.

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