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Call-Center-Schließung: Land fordert "echte" Job-Garantie

Schulterschluss vor der Porta: Weit mehr als 200 Telekom-Beschäftigte demonstrieren in Trier. TV-Foto: Friedemann Vetter
Schulterschluss vor der Porta: Weit mehr als 200 Telekom-Beschäftigte demonstrieren in Trier. TV-Foto: Friedemann Vetter
Mainz/Trier. Das Land will die Telekom-Pläne zur Schließung von landesweit vier der fünf Call-Center nicht akzeptieren und fordert "echte" Beschäftigungsgarantien. Insbesondere das Aus für den Standort Trier sei nicht nachzuvollziehen.

(win) Die Beschäftigungsangebote der Telekom für die Mitarbeiter der von Schließung bedrohten Call-Center in Trier, Mainz, Koblenz und Neustadt/Weinstraße bezeichnete Wirtschaftsminister Henrik Hering im Landtag als unredlich. Dies gelte insbesondere für die Mitarbeiter am Standort Trier, denen Arbeitsplätze im 170 Kilometer entfernten Bonn angeboten würden. Werden Teilzeitbeschäftigten Jobs angebotene, bei denen der Anfahrtsweg länger dauert als die Arbeitszeit und die Spritkosten den Verdienst auffressen, kann nach Herings Worten von Beschäftigungsgarantie keine Rede sein. Landesweit sind 700 Arbeitsplätze von den Schließungsplänen bedroht, davon am Standort Trier 120. Wegen seiner technischen Ausstattung gilt nach Angaben des Ministers vor allem Trier als hochmoderner und ausbaufähiger Standort. Daher sei aus betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Aufgabe nicht nachvollziehbar. Im September will er zusammen mit Arbeitsministerin Malu Dreyer weitere Gespräche mit der Telekom-Leitung in Mainz führen. Nach Informationen des TV wird auch innerhalb der Telekom die Schließung des Centers in Trier als besonders heikel eingeschätzt. Das Land werde Möglichkeiten finden, seinen Forderungen nach einer echten Beschäftigungsgarantie Nachdruck zu verleihen, sagte Hering. Ein derart radikaler Umbau mit Job-Angeboten in unzumutbarer Entfernung sei inakzeptabel.