Frist endet bald Warum Trierer Studis sich jetzt um ihren BAföG-Antrag kümmern sollten

Trier · Für viele Studierende ist das BAföG die finanzielle Rettung. Sie müssen weniger jobben und haben mehr Zeit für ihr Studium. Wie der Antrag in Trier funktioniert, welche Bedingungen gelten und was sich ab Herbst ändert.

BAföG: Was Studierende jetzt beachten sollten – Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick (Symbolbild).

BAföG: Was Studierende jetzt beachten sollten – Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick (Symbolbild).

Foto: Getty Images/damircudic

Ihr macht euch Sorgen, ob ihr euer Studium finanziell stemmen könnt? Das BAföG ist eine staatliche Förderung, die es jungen Menschen ermöglicht, eine Ausbildung zu absolvieren, auch wenn das Einkommen der Eltern nicht ausreicht, um die Ausbildungskosten zu finanzieren. Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden? Welche Fristen gelten? Und was ändert sich mit der BaföG-Reform ab Herbst?

Viele Klischees kursieren online und an den Unis: Der BAföG-Antrag sei unglaublich viel Papierkram und viel zu kompliziert. Oder: „Ich will mich doch nicht für den Rest meines Lebens verschulden!“ Was es damit auf sich hat? Wir klären die Rätsel rund ums BAföG.

BAföG: Diese Bedingungen müssen erfüllt werden

Ob man BAföG erhält, hängt nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von den persönlichen Voraussetzungen der Antragstellenden ab. Kriterien sind die Staatsangehörigkeit bzw. der aufenthaltsrechtliche Status, das Alter, die Eignung für die gewünschte Ausbildung sowie das private Einkommen und Vermögen.

Voraussetzungen für BAföG: Staatsangehörigkeit und Alter

BAföG erhalten können grundsätzlich Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit, aber auch ausländische Personen mit einer Bleibeperspektive in Deutschland, wie beispielsweise Menschen mit einem Daueraufenthaltsrecht.

Im Regelfall können nur diejenigen gefördert werden, die ihr Studium oder ihre schulische Ausbildung vor Vollendung des 45. Lebensjahres beginnen.

BAföG: Welches Einkommen dürfen die Eltern haben?

Das BAföG ist für Studierende, Schülerinnen und Schüler gedacht, deren Familien nicht allein für die Ausbildung aufkommen können. Relevant für die Anrechnung des Einkommens der Eltern des Auszubildenden sind die Einkommensverhältnisse im vorletzten Kalenderjahr vor Beginn des Bewilligungszeitraumes. Dem Antrag sind entsprechende Nachweise wie Einkommensteuerbescheid, Lohnsteuerbescheinigung und Verdienstnachweise beizufügen.

Nach § 25 BAföG und des 29. BAföG-Änderungsgesetzes sind das die monatlichen Freibeträge für Eltern und Ehepartner:

  • verheiratete Eltern: 2.415 Euro (ab 2024/25: 2.535 Euro)
  • alleinstehender Elternteil: 1.605 Euro (ab 2024/25: 1.685 Euro)
  • Ehepartner: 1.605 Euro (ab 2024/25: 1.685 Euro)
  • Stiefelternteil: 805 Euro (ab 2024/25: 845 Euro)
  • pro Kind (unterhaltsberechtigt): 736 Euro (ab 2024/25: 765 Euro)

BAföG: So viel dürfen Studis gespart haben

Das angesparte Vermögen der Eltern ist für den BAföG-Antrag nicht relevant. Berücksichtigt werden allerdings die Ersparnisse der Antragstellerin bzw. des Antragstellers selbst. In der Regel dürft ihr maximal einen Betrag von 15.000 Euro besitzen. Diese Summe bleibt bei der Förderung unberücksichtigt. Wenn ihr jedoch mehr besitzt, wird euer Förderungshöchstsatz verringert. Seid ihr über 30 Jahre alt, dürft ihr noch mehr gespart haben. Dann liegt der Betrag bei 45.000 Euro.

Das gilt für Studierende die zusätzlich jobben

Minijobs sind eine gute Möglichkeit, um das monatlich zur Verfügung stehende Geld ein wenig aufzubessern. Laut der Webseite der Uni Trier dürfen Studierende in einem Bewilligungszeitraum von 12 Monaten bis zu 6.240 Euro brutto verdienen, ohne dass dies auf das BAföG angerechnet wird. Das sind 520 Euro monatlich. Sollte euer Einkommen die Grenze überschreiten, kommt es zur Anrechnung. Spätestens am Ende des Bewilligungszeitraums sind die Verdienstnachweise mit sichtbarem Brutto-Gehalt einzureichen.

BAföG: So hoch sind die monatlichen Bedarfssätze

Aber wie viel Geld können Studis überhaupt bekommen? Für ein Studium an den Ausbildungsstätten „Höhere Fachschulen“, „Akademien“ und „Hochschulen“ gelten laut Bundesministerium für Bildung und Forschung folgende Bedarfssätze:

  • Bei den Eltern wohnend: 511 Euro
  • Inklusive Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag: 633 Euro
  • Nicht bei den Eltern wohnend: 812 Euro
  • Förderungshöchstbetrag: 934 Euro

Diese Pauschalbeträge gibt es, da es nicht möglich ist, für alle Antragstellenden den individuellen Bedarf zu ermitteln. Die Bedarfssätze wurden vom Gesetzgeber festgelegt.

Laut der Webseite der Uni Trier errechnet sich der Förderungsbetrag, den die Antragstellenden erhalten, aus dem Gesamtbedarf abzüglich des anzurechnenden Einkommens und Vermögens des Antragstellers sowie des anzurechnenden Einkommens der Eltern und des Ehegatten bzw. Lebenspartners.

Wichtig: Das sind die Fristen für euren BAföG-Antrag

Euren BAföG-Antrag solltet ihr spätestens im ersten Monat des Studiums stellen. Denn das BAföG wird nicht rückwirkend gezahlt. Für das Sommersemester 2024 an der Uni Trier und der Hochschule Trier endet die Frist also im April. Wer den Antrag erst im Mai einreicht, erhält in der Regel auch erst ab Mai Unterstützung. Es ist zu beachten, dass die Bearbeitung durch die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter auch mal etwas länger dauern kann.

Es kann sich also lohnen, den Antrag frühzeitig zu stellen, zum Beispiel zwei Monate vor Studienbeginn, um die Förderung rechtzeitig zu erhalten. Wenn ihr den Antrag pünktlich im April gestellt habt und die Bearbeitung bis beispielsweise Juni dauern sollte, dann erhaltet ihr das Geld für April und Mai rückwirkend. Das BAföG wird normalerweise für 12 Monate bewilligt. Danach muss es erneut beantragt werden.

BAföG-Antrag: Welche Unterlagen ihr benötigt

Studierende der Hochschule und der Uni Trier können das BAföG bequem online unter www.bafoeg-digital.de beantragen. Laut BAföGdigital erfahrt ihr während des Online-Antragsprozesses, welche Unterlagen benötigt werden. Die Unterlagen, die ihr zur Hand haben solltet, sind zum Beispiel:

  • Informationen zur Bankverbindung (IBAN und Bankinstitut)
  • ein tabellarischer Lebenslauf
  • Informationen zu Vermögensgegenständen (zum Beispiel Barguthaben, Bank- und Sparguthaben und Eigentum)
  • Informationen zur Einkommenssituation während des Bewilligungszeitraums (zum Beispiel Bruttoeinnahmen aus Arbeitsverhältnissen oder Praktikumsvergütungen)

Darlehen und Rückzahlung an der Hochschule und Uni Trier

Wenn der Antrag bewilligt wurde, erfolgt die Auszahlung jeweils am Monatsende. Das BAföG wird in der Regel zur Hälfte als Zuschuss und zur anderen Hälfte als zinsloses Staatsdarlehen gewährt. Das heißt, wer zum Beispiel 700 Euro im Monat bekommt, muss davon nur 350 Euro zurückzahlen.

Die Rückzahlung des Darlehensanteils beginnt laut Webseite der Uni Trier erst 5 Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer des Erststudiums. Abgewickelt wird das über das Bundesverwaltungsamt (BVA). Das BVA verschickt rechtzeitig einen Feststellungsbescheid, aus dem sich die Rückzahlungsmodalitäten ergeben. Die maximale Rückzahlung beläuft sich auf 10.010 Euro. Die Zahlung kann entweder in Raten von 130 Euro monatlich oder als eine einmalige Summe erfolgen, was mit weiteren Rabatten verbunden ist.

Rückzahlung: Zwei einfache Rechen-Beispiele

Studentin Lisa hat während ihres Studiums insgesamt 15.000 Euro erhalten. Folglich muss sie die Hälfte, also 7.500 Euro, zurückzahlen. Tom hat während seines Studiums einen Betrag von insgesamt 30.000 Euro erhalten. Aufgrund der Höchstgrenze muss er nur 10.010 Euro zurückzahlen.

BAföG-Reform ab dem Wintersemester 2024/25

Laut des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat das Bundeskabinett Anfang März das 29. BAföG-Änderungsgesetz beschlossen. Eine generelle Anhebung der Bafög-Sätze wird es nicht geben. Folgende Änderungen sind vorgesehen:

Ab Herbst, also dem Wintersemester 2024/25, sollen Studienanfänger aus ärmeren Familien eine einmalige Studienstarthilfe in Höhe von 1.000 Euro erhalten. Diese soll die typischen Ausgaben unterstützen, die mit dem Studienbeginn einhergehen, wie beispielsweise die Anschaffung eines Laptops sowie von Lehr- und Lernmaterialien.

Studierende sollen künftig auch ein Flexibilitätssemester über die Förderungshöchstdauer hinaus in Anspruch nehmen können. Während dieses Semesters können sie dann weiterhin auf die BAföG-Förderung zählen. Zudem bekommen sie ein Semester länger Zeit, um aus wichtigem Grund die Fachrichtung zu wechseln. Auch die Freibeträge für Eltern sollen um fünf Prozent angehoben werden. Darüber hinaus werden die monatlichen Mindestrückzahlungsraten von 130 Euro auf 150 Euro angehoben.

Ob ein Anspruch auf BAföG besteht, kann mit diesem Online-Rechner ermittelt werden.

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