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Corona trifft auch das Studierendenwerk Trier - Das Land will helfen

Mainz/Trier : Corona trifft auch das Studierendenwerk Trier – Land will helfen

Kaum Studierende auf dem Campus, digitales Semester und absehbare Probleme bei der Vermietung der Wohnheime: Auch das Studiwerk Trier kämpft mit den Folgen der Corona-Krise.

as Studierendenwerk Trier ist von den Folgen der Corona-Pandemie stark betroffen. „Wir sind froh, dass durch eine frühzeitige Kurzarbeitergeldlösung unsere Stammbelegschaft abgesichert ist“, sagt Edith Hein, stellvertretende Geschäftsführerin.

Seit Ende Mai habe das Studiwerk unter Berücksichtigung der Corona-Hygienevorschriften an beiden Hochschulstandorten ein angepasstes Essensangebot gemacht. Dennoch seien die Umsätze seit Beginn der Pandemie erheblich zurückgegangen. „Aus diesem Grund konnten wir 37 Saisonarbeitskräfte nicht wieder einstellen“, sagt Hein.

Die Mieteinnahmen seien dank rechtzeitiger Kommunikation und konstruktiver Lösungen für die Mieter zwar nicht rückläufig. „Wir rechnen allerdings zum Wintersemester 2020/21 mit einem Leerstand von bis zu 20 Prozent.“ Für das digitale Semester hat das Studiwerk das Internetvolumen in seinen Wohnungen auf 210 GB erhöht.

In Gesprächen mit dem Wissenschaftsministerium haben sich alle rheinland-pfälzischen Studierendenwerke ausgetauscht. Nach genauer Prüfung der betriebswirtschaftlichen Daten sei deutlich geworden, dass gegenwärtig keine wirtschaftliche Schieflage der Studierendenwerke bestehe, hat das Ministerium mitgeteilt. Gleichwohl gebe es die Herausforderung, die Einrichtungen künftig so aufzustellen, dass sie auch bei einer schwächeren Nachfrage durch die Corona-Pandemie wirtschaftlich arbeiten können. Für die Zeit nach dem Auslaufen des Kurzarbeitergeldes soll ein Konzept erarbeitet werden, um mit sozialverträglichen Maßnahmen betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.

„Die Studierendenwerke erfüllen heute wie morgen eine unverzichtbare Funktion, um ein erfolgreiches Studium zu ermöglichen und ein gutes soziales Umfeld am Campus zu schaffen“, sagt Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur. „Wir setzen uns für starke Studierendenwerke ein, die ihre Aufgaben auch in Zukunft zuverlässig erfüllen. Das Land wird Vorsorge treffen, um die Studierendenwerke zu unterstützen.“

Andreas Schülke, Geschäftsführer des Studierendenwerks Vorderpfalz und Sprecher der rheinland-pfälzischen Studierendenwerke sieht das positiv: „In den vergangenen Tagen haben wir gemeinsam mit dem Ministerium die aktuelle Lage der Studierendenwerke in Rheinland-Pfalz genau unter die Lupe genommen. Die Stammbelegschaften sind dank Kurzarbeitergeld derzeit sicher, und unsere Dienstleistungen können im Rahmen der Corona-Bedingungen weiterhin angeboten werden. Klar ist aber auch, dass die Studierendenwerke in die Lage versetzt werden müssen, flexibel auf die Auswirkungen der Pandemie reagieren zu können und sich für eine veränderte Zukunft nach der Pandemie neu aufstellen müssen.“

Für die Zeit nach dem Auslaufen des Kurzarbeitergeldes werde deshalb gemeinsam mit dem Ministerium ein zukunftsfähiges Konzept für die Studierendenwerke erarbeitet, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. „Der Übergang und die Umsetzung werden sicherlich auch finanzielle Kraftanstrengungen des Landes erfordern“, so Schülke. „Wir sind uns jedoch sicher, dass wir in weiteren konstruktiven Gesprächen eine gute Lösung finden werden.“ Erleichtert äußert sich die Gewerkschaft ver.di zu der sich abzeichnenden Entwicklung an den Studierendenwerken.

Peter Schmitt, Landesfachbereichsleiter Bildung, Wissenschaft, Forschung: „Wir und damit auch die Personalvertretungen und besonders die Beschäftigten erhalten ein Stück Sicherheit zurück. Es habe sich wiederholt gezeigt, dass ein konstruktiver Dialog zwischen dem Wissenschaftsministerium und ver.di zur Beschäftigungssicherung beiträgt.“

Wissenschaftsminister Konrad Wolf hat die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer sowie die Vorsitzenden der Verwaltungsräte und der Personalvertretungen zu einem Gespräch am 17. August ins Mainzer Ministerium eingeladen. Dann sollen weitere Maßnahmen beschlossen und erste Weichen für die Zukunft gestellt werden.