Gesundheitscampus Trier: Hochschule und Universität machen gemeinsame Sache

Kostenpflichtiger Inhalt: Bildung : Gesundheitscampus Trier: Uni und Hochschule tun sich zusammen

Studiengänge im Bereich Gesundheit sind im Aufwind. Die beiden großen Bildungseinrichtungen der Region wollen diesen Boom gemeinsam nutzen.

Wenn heute das neue Semester an der Hochschule Trier beginnt, weht dort ein frischer Wind. Mit Dorit Schumann steht erstmals eine Frau an der Spitze der Einrichtung mit 700 Beschäftigten und 7200 Studierenden. „Mein Blick geht in die Zukunft“, kündigt die 47-jährige Professorin für Wirtschaftswissenschaften und Statistik an. „Wir bemühen uns, gemeinsam mit der Universität und regionalen Akteuren einen Gesundheitscampus zu etablieren.“

Bei Uni-Präsident Michael Jäckel stößt sie damit auf offene Ohren. „Frau Schumann und ich haben das Thema Gesundheitscampus besprochen. Es geht unter anderem um eine Zusammenarbeit im Masterbereich der Lehre. In der Forschung geschieht es bereits jetzt auf der Ebene der Pflegewissenschaft und in der Biopsychologie.“ Weitere Möglichkeiten für die Zusammenarbeit beider Hochschulen sehe er auch in breiter angelegten Studiengängen, unter dem Oberbegriff Gesundheitswissenschaften. „Gemeint ist weniger ein gemeinsamer Ort, sondern gezielte Kooperationen.“

Für die Universität bedeutet der Begriff Gesundheitscampus nach Aussage von Jäckel einen gezielten Ausbau der nichtmedizinischen Studiengänge und Forschungszweige mit Gesundheitsbezug. Er nennt  die Stressforschung, die Psychotherapie, die Gesundheitsökonomie, das Thema „Arbeitswelt und Belastung“ sowie die Pflegewissenschaft. Im Bereich Pflegepädagogik und ethische Aspekte sieht der Unipräsident auch Ansätze für die  Zusammenarbeit mit anderen Fächern und der Theologischen Fakultät.

An der Hochschule studieren aktuell 350 junge Menschen im Bereich der Therapiewissenschaften (Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie). „Wir sind in allen Bereichen offen für neue Studiengänge“, sagt Präsidentin Dorit Schumann.

Beide Hochschulen können sich der Unterstützung durch die Stadt Trier sicher sein. „Der Gesundheitscampus bedeutet eine weitere Aufwertung Triers als attraktiven Bildungsstandort“, ist Oberbürgermeister Wolfram Leibe überzeugt.  „Außerdem profitieren auch unsere Krankenhäuser sowie Pflege- und Gesundheitseinrichtungen sehr von diesem Projekt.“ Er hoffe, dass einige der jungen Leute nach dem Ende ihrer Ausbildung in Trier bleiben und heimisch werden.

Als konkrete Initiative habe die Stadt Trier eine intensive Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier, dem Klinikum Mutterhaus, der Bezirksärztekammer, der Landesärztekammer und den Vereinigten Hospitien für das Projekt Medizincampus Trier aufgebaut. Medizinstudenten der Universität Mainz sollen Teile ihrer klinischen Ausbildung in Trier absolvieren können.

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