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Trierer Hochschulen bekommen mehr Mittel

Trier/Mainz : Mehr Geld für Trierer Hochschulen

Das Land verteilt Millionen ab 2021 nach einem neuen Schlüssel. Dafür hagelt es auch Kritik.

Die Hochschulen in Rheinland-Pfalz waren in großer Sorge. Weil der Hochschulpakt der Länder mit dem Bund Ende 2020 ausläuft und sie bislang keinen Schimmer davon hatten, wie die jährlich 140 Millionen Euro aus der Nachfolgeregelung künftig verteilt werden, warnten sie vor sinkender Qualität bei der Lehre und dem Jobverlust für Hunderte befristete Mitarbeiter. Der rheinland-pfälzische Hochschulminister Konrad Wolf (SPD) hat am Montag nun Licht ins Dunkel gebracht, wie die Landesregierung die Millionen ab  2021 ausschüttet.

Klar ist: Rheinland-Pfalz verteilt das Geld nach einem neuen Mechanismus. Und der sieht so aus:  Ein beträchtlicher Teil der bisherigen Mittel – 62 Millionen Euro – werde verstetigt, womit Minister Wolf zufolge landesweit rund 750 Stellen entfristet werden können – unter anderem in Studienberatungen, Hochschulverwaltung und IT. Ziel sei es, „Daueraufgaben“ mit „Dauerstellen“ zu verbinden, sagte der SPD-Politiker.

Hinzu kommt eine so genannte dynamische Komponente mit einem Volumen von zunächst 15 Millionen Euro, das bis 2024 auf mehr als 30 Millionen Euro steigen soll. Die Vergabe dieses Geldes wird sich nicht mehr allein am Zuwachs der Studienanfänger im Vergleich zum Jahr 2005 bemessen. Fortan werden im Verhältnis 20 zu 60 zu 20 die Zahl der Studienanfänger, der Studenten in der Regelstudienzeit inklusive zweier Zusatzsemester sowie der Absolventen berücksichtigt. Das soll auch weniger stark wachsenden Hochschulen helfen. Nach dem Verhältnis wird 2021 ein Viertel der Summe verteilt, 2022 die Hälfte, 2023 drei Viertel und ab 2024 dann alles.

Die dritte Finanzierungssäule wird ein rund 20 Millionen Euro schwerer Innovationsfonds. Er soll Hochschulen helfen, Profile zu bilden.

Profitieren soll vom neuen Schlüssel die Uni Trier, bei der Zuwendungen von 2019 bis 2024 von 0,6 auf 5,4 Millionen Euro steigen. Mehr Geld darf auch die Hochschule Trier erwarten, die im gleichen Zeitraum von 2,8 auf 4,8 Millionen Euro springt, wobei dort die Mittel aus dem Innovationsfonds noch nicht eingerechnet sind.

Michael Jäckel, Präsident der Landeshochschulpräsidentenkonferenz, lobte den Einstieg in eine „stärker qualitativ ausgerichtete Finanzierung“. Die mit dem Auslaufen des Hochschulpaktes verbundene Unsicherheit gehöre damit der Vergangenheit an, sagte Jäckel, der auch Präsident der Uni Trier ist.

Dorit Schumann, Präsidentin der Hochschule Trier, freute sich, dass Geld künftig stärker nach der Qualität des Studiums und Abschlüssen verteilt werde. Sie sagte auch: „Es ist uns nun langfristig möglich, einen Teil der Beschäftigungsverhältnisse zu entfristen sowie unsere Angebote mit Blick auf Lernen und Lehren zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.“ Hochschulminister Konrad Wolf sprach von der „größten wissenschaftspolitischen Maßnahme der letzten 20 Jahre“. Unis und Hochschulen im Land hätten nun Planungssicherheit, um Fachkräfte für die rheinland-pfälzische Wirtschaft auszubilden.

Doch der umstrittene Minister erntet nicht nur Lob. Wolf handele erst dann, „wenn der Druck im Kessel den Deckel abzusprengen droht“, kritisierte die hochschulpolitische Sprecherin der rheinland-pfälzischen CDU-Fraktion, Marion Schneid. „An den Universitäten und Fachhochschulen gärt es seit langem.“ Die Ausgaben des Landes von jährlich 70 Millionen Euro nannte Schneid eine „Schummelnummer“. Denn das Land gebe nicht seinen vollen Anteil von 70 Millionen Euro, sondern rechne 42,3 Millionen Euro an schon im Hochschulpakt 2020 verstetigten Mitteln an. Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) bläst ins gleiche Horn, moniert Umbuchungen aus bereits erfolgten Programmen. „Da wünschen wir uns von der Landesregierung Nachbesserung“, sagte Landeschef Klaus-Peter Hammer, der betonte, dass von der dynamischen Komponente besonders die Universität Trier profitiere.

Die Uni Mainz, bei der Hunderte Beschäftigte nicht wussten, wie es mit ihnen weitergehe, kritisierte das Land: „Es ist eine Sache, heute Zahlen zu verkünden, aber eine ganz andere, diese Zusagen auch umzusetzen. Es ist viel Vertrauen verspielt worden, was die Zusage von Stellen und Mitteln angeht“, sagte ein Sprecher. Wolf konterte Kritik an der späten Gewissheit damit, dass bis Mai noch gar keine Einigung zwischen Bund und Ländern absehbar gewesen sei.