1. Region
  2. Campus

Vom Flachstahl zum Messer – Maschinenbau an der Hochschule Trier

Campus : Vom Flachstahl zum fertigen Messer

Die Maschinenbau-Studierenden der Hochschule Trier erleben echte Praxisnähe.

Wie entsteht ein geschmiedetes Messer? Eine Frage, der sich zwölf Studierende der Fachrichtung Maschinenbau bei einem Exkursionsprojekt gestellt haben. Unter Leitung von Prof. Armin Wittmann – unterstützt von Student Alexander Gabriel Beckmann – hielten die Teilnehmenden des viertägigen Projekts am Hauptcampus am Ende ein selbst geschmiedetes Messer in den Händen. Beckmann hatte für eine Projektarbeit den Kurs zu einem großen Teil vorbereitet.

Die Idee stammt von den jungen Frauen und Männern selbst. „Nachdem ich vor einiger Zeit einen Bogenbaukurs angeboten habe, kam von den Studenten die Anfrage, ob man in gleicher Form nicht auch mal einen Messerschmiedekurs anbieten könne“, berichtet Wittmann. In kurzer Zeit waren alle Kursplätze vergeben.

Vom Flachstahl zum Messer – Maschinenbau an der Hochschule Trier
Foto: TV/Tobias Serf

Eine Vorbereitungsveranstaltung – pandemie­­bedingt online – beantwortete wichtige Fragen von der richtigen Ausrüstung bis hin zu Corona-Schutzvorkehrungen. Zudem wurden zwei verschiedene Messerarten vorgestellt, ein Küchen- und ein Outdoormesser. Die Studenten konnten wählen, welches davon sie schmieden möchten.

In der Maschinenhalle der Hochschule wurden die sogenannten Essen sowie alle weiteren Werkzeuge aufgebaut. Eine kurze Vorlesung im Hörsaal rief die Grundlagen der Werkstofftechnik und des Eisen-Kohlenstoff-Diagramms erneut ins Gedächtnis.

Im eindrucksvollen Praxisteil schmiedeten Gruppen von je vier Leuten unter Aufsicht und Anleitung die Grundform des zuvor entworfenen Messers. Wegen der Corona-Pandemie fand der Kurs so weit wie möglich im Freien statt, bei der Feinbearbeitung in den Innenräumen hielten alle Teilnehmer die Abstandsregeln ein und trugen FFP2-Masken. In der Halle wurde mit einem Winkel- und einem Bandschleifer die Messerform weiter verfeinert. Nach dem sogenannten Normalisieren des Stahls wurden die Messer gehärtet und „angelassen“. Mithilfe des Bandschleifers hatten die Frauen und Männer die Schneiden bereits weitgehend vorbereitet. Als letzten Schritt schärften sie die Klingen und brachten passende Griffe an. Diese stellten die Studierenden in der Holzwerkstatt der Hochschule selbst her.

Am Ende des Kurses hält jeder der Teilnehmer sein selbst geschmiedetes Messer in der Hand, jedes für sich ein Unikat“, erklärt Prof. Wittmann. Die Resonanz sei durchweg positiv gewesen. Daher wolle er in Zukunft noch einmal das Schmieden von Messern anbieten.

Weitere Fotos vom Schmiedekurs gibt es online auf www.volksfreund.de