1. Region
  2. Campus

„Wir forschen für Sie“

50 Jahre Uni Trier : „Wir forschen für Sie“

Darf Facebook Posts löschen? Was löst Allergien aus? Wieso helfen Muster beim Sprache-Lernen? Was hat der Wind mit dem Klimawandel zu tun? Für viele alltägliche Fragen suchen Forscher der Universität nach wissenschaftlichen Antworten. Das Spektrum der Forschungsfelder ist gewaltig und reicht von Artenvielfalt bis Zivilrecht. Hier erklären einige Wissenschaftler beispielhaft, welche Fragen sie antreiben.

Brunhilde Blömeke (Umwelttoxikologie) „Wir in der Umwelttoxikologie erforschen die Auswirkungen von Allergenen auf das Immunsystem und entwickeln auch neue Methoden, die beim Ersatz von Tierversuchen helfen sollen. Weiterhin sind unsere Ergebnisse auch Grundlagen für die Entwicklung von verbesserten Substanzen und die Festlegung von arbeitsplatzbezogenen Grenzwerten, die letztlich einen verbesserten Schutz des Menschen im privaten und beruflichen Umfeld ermöglichen. In diesem Zusammenhang habe ich kürzlich die Leitung der „Arbeitsgruppe Allergie“ innerhalb der Kommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) übernommen.“

Foto: Uni Trier

Benjamin Raue (Rechtswissenschaft/Institut für Recht und Digitalisierung Trier IRDT) „Ich forsche zu Recht und Digitalisierung. Die Digitalisierung ändert unser Leben in vielen Bereichen. Deswegen stellen wir Juristen uns die Frage: Können wir die alten Gesetze weiter anwenden – oder müssen wir sie grundlegend ändern? Es entstehen auch neue wichtige Fragen: Darf Facebook einfach so Posts löschen – oder ist das Unternehmen an die Meinungsfreiheit gebunden? Ist es richtig, dass YouTube in Zukunft den Upload von Videos verhindern muss, die gegen Urheberrechte verstoßen? Und: Wem gehören eigentlich Daten? Einfache Antworten gibt es darauf nicht. Aber gerade das macht die Forschung für mich so spannend.“

Foto: Uni Trier/F. Hoffmanns

Bernadette von Dawans (Psychologie/Abteilung Biologische und Klinische Psychologie) „Ich erforsche, wie Stress entsteht und was Menschen beim Umgang mit Stress helfen kann. Besonders interessiert mich, wie Stress unser soziales Miteinander beeinflusst. Ich möchte Menschen beim Umgang mit Stress unterstützen, damit sie ihn möglichst oft als positiven Motivator und nicht immer als gesundheitliche Gefahr erleben und trotz Stress körperlich und psychisch gesund bleiben. Wichtig ist mir, dass wir bereits Kinder beim Umgang mit Stress unterstützen. In meiner klinischen Arbeit untersuche ich, wie Stress das Leben von Menschen mit sozialen Ängsten beeinflusst und unterstütze Menschen mit stressbedingten Erkrankungen beim Umgang mit Stress.“

Foto: Uni Trier

Lina Baldus (Anglistik/Sprachwissenschaft) „Obwohl Sprache ein wichtiger Teil unseres Lebens ist, ist bis heute nicht ganz klar, wie unser Gehirn diese erlernt. Dies gilt auch für das Erlernen von Fremdsprachen. In meiner Arbeit erforsche ich, wie wir Englisch als Zweitsprache erlernen und in unseren Köpfen abbilden. Denn um eine Sprache fließend sprechen zu können, reicht es nicht aus, Vokabeln und Grammatikregeln auswendig zu lernen. So erkennen wir zum Beispiel unterbewusst Muster, die uns helfen, neue Wortkombinationen zu verstehen und zu nutzen. In meiner Forschung analysiere ich mithilfe von großen Datensätzen, welche Faktoren die Muster-Erkennung beeinflussen.“

Foto: Uni Trier

Andreas Preußer (Umweltmeteorologie) „Seit etwa zehn Jahren forsche ich im Bereich der Polargebiete, meist in der Arktis. Diese ist ein Hotspot für den globalen Klimawandel und gleichzeitig im Hinblick auf Wetter und Klima eng verbunden mit unseren mittleren Breiten. Die beobachteten sehr drastischen und schnellen Veränderungen in der Arktis sind für mich eine große Motivation, neue Erkenntnisse über diesen Wandel zu gewinnen. Meine Arbeit dreht sich um die satellitengestützte Fernerkundung von Meereis sowie vor Ort um die bodenbasierte Fernerkundung von Wind- und Turbulenzen in der untersten Atmosphäre. Zuletzt habe ich an der einjährigen internationalen Expedition „MOSAiC“ in der Arktis teilgenommen und dort Messungen mit einem Doppler-LiDAR vorgenommen.“

Foto: Uni Trier
Foto: Uni Trier/Jenna Theis

Thomas Wendt (Erziehungswissenschaften/
Organisationspädagogik) „Meine Arbeitsschwerpunkte umfassen die Frage, wie die fortschreitende Digitalisierung Organisationen (nicht zuletzt also unsere Arbeitsplätze) und damit auch die Gesellschaft verändert. Dabei geht es auch darum, wie Organisationsmitglieder an Veränderungsprozessen beteiligt werden. Die Digitalisierung verändert die Art, wie wir leben und arbeiten auf grundsätzliche Weise. Entscheidungs- und Handlungsspielräume werden aufgrund von Veränderungsprozessen eingeschränkt oder entstehen neu. Nicht alles kann dabei berechnet werden. Die Gestaltung von Beteiligungsmöglichkeiten ist daher für mich die zentrale Frage digitaler Transformation.“