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Cattenom: Zwischenfälle sind Betriebsstörungen

Cattenom: Zwischenfälle sind Betriebsstörungen

Seit vergangenem Jahr gab es bislang 63 Zwischenfälle meldepflichtige Zwischenfälle im Kernkraftwerk Cattenom. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Die Bundesregierung sieht kein Risiko durch das Kernkraftwerk Cattenom.

(wie) Die in diesem und im vergangenen Jahr aufgetretenen Zwischenfälle im Kernkraftwerk Cattenom in Lothringen bezeichnet die Bundesregierung als Betriebsstörungen. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage von Grünen-Bundestagsabgeordneten, darunter auch die Bitburgerin Ulrike Höfken, hervor.

Die Grünen wollten wissen, wie die Bundesregierung die Sicherheit des 15 Kilometer vom Kreis Trier-Saarburg entfernte Atomkraftwerks an der französischen Mosel einschätzt. Weder im vergangenen noch in diesem Jahr habe es einen offiziell als Störfall eingestuften Zwischenfall in Cattenom gegeben, teilte die Bundesregierung den Grünen mit. 2009 gab es demnach 45 meldepflichtige Ereignisse, in diesem Jahr seien bislang 18 dieser als Betriebsstörung geltenden Ereignisse registriert worden.

Die Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Bevölkerung bei einem atomaren Zwischenfalls sei durch die Katastrophenschutzpläne der Länder Rheinland-Pfalz und Saarland gewährleistet, teilt die Bundesregierung weiter mit. Sie sieht keine unmittelbare Gefahr durch das Atomkraftwerk. Die in der Mosel, im Boden, im Wald und in Obst und Gemüse gemessenen Strahlenwerte seien „sehr niedrig und zeigen keine Auffälligkeiten“.

Eine erhöhte Radioaktivität sei in der Umgebung von Cattenom auf deutscher Seite nicht zu erkennen. Unterdessen teilte das rheinland-pfälzische Umweltministerium der Verbandsgemeinde Saarburg mit, dass laut EDF vorerst nicht geplant sei, neue Kernbrennstoffe in dem Atomkraftwerk in Cattenom einzusetzen. Erst ab 2018 sollen die sogenannten HTC-Brennstoffe dort verwendet werden. Umweltschützer befürchten, dass durch die leistungsfähigeren Brennstoffe die radioaktive Belastung durch Abwasser in der Mosel steige.