CDU-Frau Julia Klöckner tritt gegen Beck an

CDU-Frau Julia Klöckner tritt gegen Beck an

Julia Klöckner gegen Kurt Beck: Dieses Duell könnte Farbe in die Landespolitik bringen. Nach Informationen der Rhein-Zeitung lässt CDU-Landeschef Christian Baldauf der bodenständigen Politikerin von der Nahe den Vortritt beim Kampf um das Amt des Ministerpräsidenten.

(us/db) Die Landespolitik wird spannend: SPD-Ministerpräsident Kurt Beck muss sich darauf einstellen, dass ihn bei der Landtagswahl 2011 die Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, Julia Klöckner, herausfordern wird. CDU-Landeschef Christian Baldauf will bei der vorgezogenen Landesvorstandssitzung am Montag verkünden, dass er Klöckner als Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2011 vorschlagen wird. Das hat die Rhein-Zeitung aus gut informierten Kreisen in der CDU erfahren. CDU-Landtagsabgeordnete sind von der Entwicklung überrascht, denn die Entscheidung ist in engem Kreis gefallen.

Klöckner hat den einst „roten“ Nahe-Wahlkreis zweimal als „schwarze“ Bundestagsabgeordnete direkt gewonnen. Wahlkampferfahrung bringt sie ein, außerdem kann sie sich als Staatssekretärin mit Verbraucherthemen eine bundesweite Aufmerksamkeit verschaffen – wenn sie sich bislang auch wenig ums typisch landespolitische Metier gekümmert hat. Mit der überraschend frühen Entscheidung bleibe ihr aber viel Vorlaufzeit, hieß es.

Offizielle CDU-Aussagen gab es gestern nicht. Über Klöckners Nominierung wird aber schon lange spekuliert (TV vom 7. November). Bereits bei der CDU-Klausur im Herbst 2008 hatte Parteienforscher Jürgen Falter der CDU in Maria Laach vorgeschlagen, dass gegen den seit 15 Jahren regierenden Beck (60) eine junge CDU-Herausforderin antreten müsste, um eine Chance zu haben. Dabei schauten alle Teilnehmer auf Klöckner (36).

Als ihr CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel nun ein Regierungsamt gab, wirkte das fast wie eine Bestätigung der Überlegungen. Dabei war in Mainz im Sommer noch angenommen worden, dass Baldauf unbedingt nach dem Amt des Ministerpräsidenten greifen und sich daher als Chefaufklärer im Untersuchungsausschuss „Nürburgring“ profilieren will. Julia Klöckner wollte gestern Abend auf Anfrage keine Stellung nehmen.

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