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Mehr als 61.000 bewilligte Anträge: Corona-Hilfen - Eine halbe Milliarde gehen an kleinere Betriebe

Mehr als 61.000 bewilligte Anträge : Corona-Hilfen - Eine halbe Milliarde gehen an kleinere Betriebe

Viele rheinland-pfälzische Unternehmen  beantragen Corona-Soforthilfe mehrfach.

Kleinere Unternehmen und Freiberufler in Rheinland-Pfalz haben nach Angaben der Investitions- und Strukturbank ISB bislang knapp 500 Millionen Euro zur Existenzsicherung in der Corona-Krise erhalten. Nach Angaben einer ISB-Sprecherin sind bislang 61 500 Anträge bewilligt worden, 4100 Anträge wurden – meist vorläufig – abgelehnt. Entweder hätten Unterlagen gefehlt oder es sei eine falsche Bankverbindung angegeben worden, sagte die Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. Würden die Unterlagen nachgereicht oder die Fehler korrigiert, reduziere sich die Zahl der Ablehnungen entsprechend. 

Insgesamt sind bei der Investitions- und Strukturbank bislang 104 000 Anträge auf Corona-Soforthilfe eingegangen, davon gut 36 000 Mehrfacheinreichungen. Viele Unternehmen hätten den gleichen Antrag mehrfach per Email eingereicht, häufig aber auch auf verschiedenen Wegen, etwa per Email und per Post. Der Zuschuss werde aber natürlich nur einmal ausgezahlt, sagt die Sprecherin unserer Zeitung. 

Solo-Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen mit bis zu fünf Vollzeitstellen können über das zunächst bis zum 31. Mai befristete Bundesprogramm bis zu 9000 Euro erhalten, um ihren akuten Liquiditätsbedarf für drei Monate abzudecken. Unternehmen mit fünf bis zehn Beschäftigten bekommen bis zu 15 000 Euro. Für Unternehmen mit zehn bis 30 Arbeitsplätzen hat das Land den ergänzenden Zukunftsfonds Starke Wirtschaft Rheinland-Pfalz eingerichtet, dessen Sofortdarlehen über die Hausbanken beantragt werden können. Die ISB ist auch die zentrale Anlaufstelle für Kreditbürgschaften des Landes – dazu müssen sich Unternehmen zunächst an ihre Hausbank wenden.

Insgesamt wurden bundesweit bisher 2,14 Millionen Anträge auf Soforthilfe-Zuschuss gestellt, wovon bisher 77 Prozent bearbeitet sind. In der Regel haben die Bundesländer auf eine genaue Liquiditätsprüfung verzichtet und zunächst den Maximalbetrag an die Unternehmen ausgezahlt. Nordrhein-Westfalen (vier Milliarden Euro), Bayern (1,5 Milliarden Euro) und Berlin (1,8 Milliarden Euro) haben bisher am meisten Soforthilfe ausgezahlt. Bremen verzeichnet mit 10 000 Anträgen die geringste Zahle Der Bund verspricht, dass ausreichend Mittel für alle antragsberechtigten Unternehmer vorhanden sind.