1. Region

Corona-Impfzentren öffnen in Rheinland-Pfalz für alle, schließen aber im Oktober

Pandemie : Ohne Termin: Corona-Impfzentren öffnen für alle

Das Land ändert seine Impfstrategie: Hausärzte sollen die Corona-Impfungen komplett übernehmen, ab 1. August geht das auch noch bis Oktober in den Impfzentren, in einigen auch danach. Zudem hilft die Ärztevereinigung Eltern bei der Suche nach Impf-Ärzten für Kinder. Unterdessen ist die Inzidenz in Trier bei 30 angekommen.

Ab 1. August kann sich jeder, der will und ohne vorherige Anmeldung in einem der 32 Impfzentren gegen Corona impfen lassen. Das kündigte der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) am Dienstag in Mainz an. Man benötige lediglich seinen Personalausweis, um an eine Impfung zu kommen. Wie die Organisation von da in den Impfzentren abläuft, auch im Hinblick auf die Impfwilligen, die dann bereits vereinbarte Zweitimpfungs-Termine haben, ist noch unklar. Alle, die spontan zum Impfen in ein Impfzentrum kämen, erhielten dann dort auch gleich den Termin für die zweite Impfung, sagte Hoch. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sprach von einer neuen Phase der Impfkampagne. „Wir haben einen Wendepunkt erreicht: Ab August haben wir endlich genügend Impfstoff.“

Bis zu den „Impfungen to go“, wie Dreyer die Aufhebung der Registrierungspflicht nannte, kann sich ab diesem Mittwoch jeder, der schnell eine Impfung haben will, auf der Internetseite impftermin.rlp.de nach einem freien Termin in einem der Impfzentren im Land suchen. Ein Ampelsystem soll anzeigen, wo es noch kurzfristig freie Termine gebe. Das ermögliche, sich noch vor seinem Urlaub impfen zu lassen, sagte der Gesundheitsminister.

Gleichzeitig kündigten er und Dreyer an, dass 23 der Impfzentren ab 1. Oktober  schließen werden. Es gebe ausreichend andere Impfangebote, sagte der Gesundheitsminister und nannte als Beispiel den geplanten Einsatz von Impfbussen. Die Impfzentren hätten sich in einer Phase  als Impfungen noch nach Priorisierung erfolgt seien, als „wichtige und stabile Säule der Nationalen Impfstrategie erwiesen“, sagte Hoch. Diese Phase sei nun vorbei. Nur noch neun Impfzentren, darunter Trier, werden von da an im sogenannten Stand-By-Betrieb weiter bestehen bleiben, um bei Bedarf möglichst schnell wieder öffnen zu können. Die niedergelassenen Ärzte sollen dann alleine für die weiteren Corona-Impfungen zuständig sein.

Einer Impfpflicht, wie etwa Frankreich sie für Pflegekräfte einführen will, erteilten Hoch und Dreyer (SPD) eine Absage. Um möglichst viele Menschen schnell impfen zu können, setze man auf ein niedrigschwelliges Impfangebot, sagte Hoch unserer Redaktion.  Ziel sei es, die Akzeptanz gegenüber der Impfkampagne nicht zu gefährden.

Bei Impfungen von Kindern ab 12 Jahren bleibt die Landesregierung bei ihrer bisherigen Haltung: In den Impfzentren werden unter 18-Jährige nur dann geimpft, wenn es aus beruflichen Gründen, etwa bei Pflegekräften, erforderlich ist. Hoch verwies Eltern, die ihre Kinder impfen lassen wollen, an die Hausärzte. Die Kassenärztliche Vereinigung helfe an kommender Woche  unter der Telefonnummer 116117 Eltern bei der Suche nach Impfterminen für ihre Kinder. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte an, dass es demnächst in einzelnen Schulen Impfungen für ältere Schüler geben soll. CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Baldauf fordert solche Angebote für alle Kinder ab 12 Jahren nach den Ferien.

Unterdessen ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Trier sprunghaft angestiegen. Grund: Beim Fußballschauen in einer Kneipe haben sich gleich mehrere Gäste infiziert. Bislang gehen zehn Fälle auf das Public Viewing in der Sports-Bar zurück. Die Inzidenz stieg in Trier am Dienstag auf fast 30 – der höchste Wert in ganz Rheinland-Pfalz. Das Gesundheitsamt sucht nun nach weiteren Gästen, der Kneipe.