1. Region

Corona-Lockdown wird erneut verlängert – Dreyer für flexiblere Lösungen bezüglich Osterurlaub

Pandemie : Lockdown wird erneut verlängert – Dreyer für flexiblere Lösungen

Bund und Länder beraten am Montag über die Fortführung der Corona-Einschränkungen. Ein Thema dürfte der kommende Osterurlaub sein. Und: Warum sich ein Trierer Intensivmediziner um nicht so ältere Covid-Patienten sorgt.

Angesichts weiter steigender Corona-Neuinfektionen gilt als sicher, dass sich Bund und Länder bei ihren Beratungen am Montag auf eine neuerliche Verlängerung des Lockdowns verständigen werden. Das bedeutet, dass es weiterhin bei den Kontaktbeschränkungen bleiben wird, dass Kinos, Theater und Fitnessstudios geschlossen bleiben werden. Die bundesweite Inzidenz kletterte am Sonntag auf rund 104.

Streit dürfte es um den Osterurlaub und mal wieder um das Thema Schulen geben. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) will zumindest Ausflüge über Ostern erlauben. Man müsse Möglichkeiten schaffen, „dass die Menschen in den anstehenden Osterferien bei uns wandern und in einem Gartenlokal einkehren können, statt nach Mallorca zu fliegen und am Ballermann zu feiern“, sagte sie in einem Interview. Dreyer will sich beim Corona-Gipfel für „flexiblere Lösungen im Sinne von Modellkommunen und -landkreisen“ einsetzen. In engen Grenzen könne es Lockerungen geben, „wenn der Inzidenzwert dort unter 100 liegt und ein lückenloses Test- und Kontakterfassungssystem vorliegt und die Kontrolle sichergestellt ist“. Ab Montag darf in Rheinland-Pfalz die Außengastronomie öffnen unter strengen Auflagen (Gäste benötigen einen negativen Corona-Test, sie müssen Masken bis zum Tisch tragen, und es muss vorab reserviert werden). Auch der Geschäftsführer des rheinland-pfälzischen Gemeinde- und Städtebundes, Karl-Heinz Frieden, plädiert dafür, regional unterschiedlich auf das Infektionsgeschehen zu reagieren. Man erlebe vor Ort den Frust der Menschen, „die endlich auf konkrete Öffnungsperspektiven warten und etwas Normalität zurückwollen“, sagt Frieden. Unklar ist, ob Hotels und Ferienwohnungen öffnen dürfen. „Wir erwarten und fordern eine klare und vor allem einheitliche Öffnungsperspektive für den Tourismus in ganz Deutschland“, sagt eine Sprecherin der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH. Die Branche stehe bereit.

In Rheinland-Pfalz betrug die Zahl der Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in einer Woche am Sonntag 77,7. Spitzenreiter in der Region war der Kreis Vulkaneifel mit einem Wert von 85,7, gefolgt vom Eifelkreis, Trier-Saarburg und der Stadt Trier. Die niedrigste Inzidenz wies weiterhin Bernkastel-Wittlich auf mit 35,6.

Die Forderungen nach erneuten Schulschließungen werden vor dem Corona-Gipfel wieder lauter. Dreyer will daran festhalten, alle Schüler bis zu den nächste Woche beginnenden Osterferien zumindest wechselweise in die Schule zu lassen. „Nach den Osterferien werden wir alle Schüler regelmäßig testen. Das schafft noch mal mehr Sicherheit“, erklärte Dreyer. Wenn man die Schulöffnung nicht aufs Spiel setzen wolle, müsse man ab sofort Lehrer  und Schüler mehrmals pro Woche testen und in Regionen mit einer Inzidenz über 100 Schulen und Kitas konsequent schließen, fordert Cornelia Schwartz, Landesvorsitzende des Philologenverbands.

Der Chefarzt der Intensivstation im Trierer Brüderkrankenhaus, Tim Piepho, warnt davor, dass die derzeit in den Kliniken in der Region behandelten Covid-Patienten deutlich jünger seien als noch im Dezember und Januar. Patienten mit schweren Verläufen seien derzeit zwischen 40 und 60 Jahre alt. Er sieht daher keine Alternative zu einer Fortführung der bestehenden Kontaktbeschränkungen. Zusätzlich müssten die Testkapazitäten ausgeweitet und das Impftempo beschleunigt werden. Die Alternative zur Impfung sei nur ein dauerhafter Lockdown, sagte Piepho.