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Trier/Corona: Gesundheitsämter überlastet - Kontaktnachverfolgung sehr schwierig

Corona : Rekordzahlen bei Corona-Infektionen: Gesundheitsämter kommen mit dem Zählen nicht mehr hinterher

Es wird immer schwieriger für die Gesundheitsämter in der Region, die Kontakte der Corona-Infizierten nachzuverfolgen. Die Lage wird als kritisch bewertet. Von „schwierigen Wochen“ ist die Rede. Wie passt das dazu, dass Weihnachtsmärkte und andere Veranstaltungen stattfinden dürfen?

Die Corona-Zahlen in Rheinland-Pfalz steigen immer weiter. Am zweiten Tag in Folge wurden vom Landnesuntersuchungsamt (Lua) über 2000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. Es kann gut sein, dass die wirkliche Zahl noch höher liegt. So heißt es aus dem Trierer Gesundheitsamt seit Sonntag, dass der Behörde Neuinfektionen gemeldet worden seien, die bisher nicht erfasst werden konnten. Man arbeite mit Hochdruck daran, „den Meldeverzug abzuarbeiten“, teilte das Amt am Dienstag mit.

Gesundheitsämter in der Region Trier, Eifel und Mosel mit Corona-Rekordzahlen überlastet

Die Gesundheitsämter in der Region melden seit Tagen Rekordzahlen bei den Neuinfektionen. Allein aus Trier und Trier-Saarburg waren es am Dienstag 100 – aber eben ohne die Fälle, die noch nicht erfasst wurden. Für die gesamte Region registrierte das Lua 167 weitere Fälle. Seit Beginn der Pandemie verzeichne der Eifelkreis derzeit die höchsten Fallzahlen, teilt ein Sprecher der Kreisverwaltung in Bitburg auf Anfrage unserer Redaktion mit. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamts seien derzeit „enorm gefordert“. „Die Kontaktnachverfolgung gelingt noch, jedoch nur unter maximalem Personaleinsatz“, so der Sprecher.

Ähnlich auch die Einschätzung der Experten aus dem Gesundheitsamt Bernkastel-Wittlich. „Aufgrund des starken Anstiegs der Infektionszahlen in den vergangenen Wochen sind die personellen Ressourcen des Gesundheitsamtes zurzeit jedoch erschöpft“, teilt eine Sprecherin der Kreisverwaltung in Wittlich mit. Es sei nicht mehr möglich, die positiv Getesteten und Erkrankten zu kontaktieren. Diese Personen müssten sich von sich in häusliche Quarantäne begeben und selbständig ihre Kontaktpersonen informieren.

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) appellierte am Montag an die Eigenverantwortung der Menschen. Man soll nach Möglichkeit seine Kontakte reduzieren. Das gelte auch für Geimpfte, sagte er bei einer Pressekonferenz in Mainz. Die Lage sei ernst.

Anstieg der Corona-Neuinfektionen belastet die Intensivstationen

Noch sind die Intensivstationen im Land nicht an ihrer Kapazitätsgrenze. Laut Intensivregister sind 17 Prozent der Intensivbetten in Rheinland-Pfalz noch frei. In der Region wurden am Dienstag zehn Covid-Patienten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser behandelt. Mit fast 28 Prozent machten die schwer an dem Corona-Virus erkrankten Patienten im Eifelkreis den größten Anteil an der Gesamtzahl der Intensivbetten aus.

Rheinland-Pfalz setzt auf 2G-Regel und mehr Maskenpflicht

Kann man angesichts dieser Lage, in der auch in der Region viele Pflegekräfte und Ärzte, sich bis zur Erschöpfung um Covid-Patienten kümmern, sorglos auf Konzerte oder Weihnachtsmärkte gehen? Und wie verhält es sich mit der Aussage, die Lage sei ernst und man solle seine Kontakte reduzieren? Während ab Mittwoch landesweit die 2G-Regel für Innenräume wie etwa Gastronomie, Veranstaltungen oder auch Sport gilt, gelten für Außenveranstaltungen wie etwa Weihnachtsmärkte weiterhin keine Einschränkungen. Hoch betonte am Montag, dass es den Veranstaltern und Kommunen freigestellt sei, Zugangskontrollen zu machen. Das heißt, trotz der steigenden Infektionszahlen, könnten die Märkte oder andere Veranstaltungen im Freien, ohne Beschränkungen stattfinden. Einzige Ausnahme: Überall dort, wo dichtes Gedrängel herrscht und man keinen Abstand halten kann, gilt ab Mittwoch eine Maskenpflicht. Auch draußen. Es sei den Kommunen freigestellt, eine solche Maskenpflicht für die Innenstädte oder Fußgängerzonen zu erlassen, sagte Hoch.

Maskenpflicht auf Weihnachtsmärkten

Der Trierer Weihnachtsmarkt hat angekündigt, dass ab diesem Mittwoch auf dem gesamten Gelände Maskenpflicht besteht. Die Veranstalter des Bernkastler Weihnachtsmarktes verweisen darauf, dass diese Pflicht „bei Ansammlungen an den Ständen“ bestehe.

Obwohl Rheinland-Pfalz momentan noch immer keine Notwendigkeit für Beschränkungen für Außenveranstaltungen sieht, wurden viele Weihnachtsmärkte bereits vorzeitig abgesagt. Die Gesundheitsämter in der Region jedenfalls blicken sorgenvoll in die kommenden Wochen. Es sei weiter ein exponentielles Wachstum zu erwarten, sagt der Sprecher der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm. Man erwarte „extrem schwierige Wochen“.