1. Region

Corona: Sind Schulen sichere Lernorte? Präsenzpflicht, Tests, Weihnachtsferien:

Bildung : Präsenzpflicht, Tests, Weihnachtsferien: Sind Schulen sichere Lernorte? - Eltern besorgt wegen steigender Corona-Zahlen

Gesundheitsämter in der Region warnen vor weiteren Infektionen. Die Mehrheit der Eltern ist gegen Wechselunterricht und Maskenpflicht im Unterricht. Das Land ändert die Teststrategie.

Mit Sorge betrachten viele Eltern, Schüler und Lehrer die derzeitige Corona-Lage. Drohen trotz aller Beteuerungen der Politik doch bald wieder flächendeckende Schulschließungen? Die Zahl der positiv getesteten Schüler hat am Montag mit landesweit 4101 (in der Region waren es 381) einen neuen Höchstwert erreicht.  In Rheinland-Pfalz gibt es rund 515 000 Schüler, in der Region fast 75 000.

Vor genau einem Jahr waren 1229 Schüler in ganz Rheinland-Pfalz infiziert. Allerdings lag damals die Zahl der Verdachtsfälle bei Schülern gerade mal bei 85. Am Montag meldete die zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier über 26 000 Verdachtsfälle bei Schülern. Dazu muss man allerdings wissen, dass darunter auch Schüler fallen, in deren Klassen oder Jahrgangsstufen, ein Corona-Fall aufgetreten ist und sie sich deswegen, wie in der Teststrategie des Landes vorgesehen, fünfmal in der Woche auf Corona testen.

Bildungsministerin: Schulen „sichere Lernorte“

Trotz der täglich weiter ansteigenden Zahl an infizierten Schülern und Lehrer – landesweit waren es am Montag 354 – spricht Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) noch immer davon, dass Schulen „sichere Lernorte“ seien.

Die Gesundheitsämter in der Region betrachten die Lage mit Sorge. Bedingt dadurch, dass gerade in Schulen viele der dort betreuten Kinder und Jugendliche nicht geimpft sind, besteht doch ein deutlich höheres Übertragungsrisiko als in der übrigen Bevölkerung. Man sehe eine deutliche Zunahme hauptsächlich im Grundschulalter und im Alter zwischen 10 und 19 Jahren, heißt es in einem Schreiben des Gesundheitsamts Trier an die Schulen. „Bedingt dadurch, dass gerade in Schulen viele der dort betreuten Kinder und Jugendliche nicht geimpft sind, besteht doch ein deutlich höheres Übertragungsrisiko als in der übrigen Bevölkerung“, schreibt Gesundheitsamtschef Harald Michels. Auch aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm werden immer mehr Fälle aus den Schulen gemeldet. Mehrere Schulklassen und Kita-Gruppen befänden sich  in Quarantäne, komplette Schulen seien jedoch bislang nicht geschlossen worden, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung in Bitburg. 

Brandenburg hat Präsenzpflicht für Schüler aufgehoben

Erste Bundesländer, wie etwa Brandenburg, haben die Präsenzpflicht für die Schüler aufgehoben. Die Weihnachtsferien werden vorverlegt. Allgemeine Schulschließungen soll es vorerst in Brandenburg aber nicht geben.  Im neuen Infektionsschutzgesetz, das am Mittwoch bundesweit in Kraft tritt, sind flächendeckende Schulschließungen nicht mehr vorgesehen. Es ist allerdings den Bundesländern vorbehalten, auf Wechselunterricht oder komplettes Homeschooling umzustellen.

In einer Umfrage des Landeselternbeirats hat sich aber eine deutliche Mehrheit der Eltern (73 Prozent) gegen Wechselunterricht ausgesprochen. Ebenso eindeutig das Ergebnis bei der Frage nach mehr Corona-Tests. 66 Prozent der Eltern sind für mindestens zwei Tests pro Woche. Mit der neuen Corona-Verordnung des Landes, die am Mittwoch in Kraft tritt, müssen sich (ungeimpfte) Schüler und Lehrer wieder zwei Mal pro Woche testen. Und für weiterführende Schulen gilt wieder eine Maskenpflicht im Unterricht. Gegen diese haben sich übrigens zwei Drittel der Eltern in der Umfrage des Landeselternbeirats ausgesprochen.