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Corona: So geht Urlaub und Reisen im Sommer 2021

Wie man trotz Virus reisen kann : So geht Urlaub im Corona-Sommer 2021

Wohin kann ich gefahrlos reisen, welche Regeln gelten auf Flughäfen, welche Rechte habe ich bei Stornierung? Der (Sommer-)Urlaub 2021 wirft viele Fragen auf – der TV beantwortet sie.

Reisen in weitere und fernere Urlaubsziele werden einfacher, jeder Zweite in Deutschland hat jetzt mindestens eine erste Impfung. Trotz der entspannteren Corona-Lage werben Bundesregierung, Wissenschaftler und Ärzte aber weiter für Vorsicht in der Pandemie.

„Das kann ein guter Sommer werden“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin. Es gebe Anlass zur Zuversicht - vor allem, wenn alle aufmerksam blieben. Sorgen bereitet eine schnellere Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus. Auch das Robert Koch-Institut (RKI) mahnte, weiter auf Masken und Abstand zu achten.

Corona: „Das Virus ist nicht verschwunden“

„Das Virus ist nicht verschwunden. Lassen Sie uns die Erfolge nicht leichtfertig verspielen“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. „Lassen Sie uns auch die wiedergewonnene Freiheit erhalten, indem sich immer mehr Menschen vollständig impfen lassen.“ Bundesweit ist die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen nach jüngsten RKI-Zahlen weiter gesunken.

Urlaub in beliebten Zielen wird leichter

Vor den Sommerferien in den ersten Bundesländern werden Reisen in weitere beliebte Ziele leichter. Wer auf dem Landweg nach Frankreich, in die Schweiz und nach Belgien fährt, muss keine Corona-Einreisebeschränkungen bei der Rückkehr nach Deutschland mehr beachten.

Wegen sinkender Infektionszahlen fallen auch Griechenland, Norwegen und einige Regionen in Dänemark, den Niederlanden und Spanien aus der Liste der Risikogebiete. Für Flugreisende gilt aber weiter eine generelle Testpflicht: Jeder - ob aus einem Risikogebiet oder nicht - muss schon vor dem Abflug ein negatives Testergebnis, einen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorlegen.

Achtung in Corona-„Hochinzidenzgebieten“

Die Bundesregierung bewertet regelmäßig die Corona-Lage im Ausland und unterscheidet dabei zwischen „Virusvariantengebieten“, in denen sich neue Coronavirus-Varianten ausbreiten, „Hochinzidenzgebieten“ mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 und „Risikogebieten“ mit über 50. Die Einstufung ist für die Rückreise wichtig, weil sich danach die Vorgaben für Tests, Registrierung und Quarantäne richten. Für die Einreise in das jeweilige Land gelten die dortigen Vorgaben.

Lieblingsziele des Saarländer leicht zu bereisen

Erfreulich: Bei den Saarländern beliebte Urlaubsregionen sind relativ risikolos: Von Frankreich bleiben nur wenige Überseegebiete auf der Risikoliste. In den Niederlanden fallen die Küstenregionen, Friesland, Seeland und Groningen aus der Liste, in Dänemark die Region Süddänemark an der Grenze zu Deutschland.

In Spanien sind unter anderem Katalonien mit der bei Urlaubern beliebten Küstenmetropole Barcelona und der Costa Brava sowie Madrid ab Sonntag „risikofrei“. Wie Länder für deutsche Urlauber eingestuft werden, veröffentlicht das RKI im Internet. Spahn rief alle Urlauber auf, das Netz an Schnelltest-Angeboten zu nutzen.

Delta-Variante im Herbst in Deutschland

RKI-Chef Wieler sagte, noch kursiere die in Indien entdeckte Delta-Variante auf niedrigem Niveau von rund sechs Prozent. Es sei aber nicht die Frage, ob sie das Infektionsgeschehen in Deutschland dominiere, sondern wann. Spätestens im Herbst werde sie wohl die Überhand gewinnen.

Dies hänge aber auch davon ab, wie es gelinge, die Ausbreitung mit Schutzmaßnahmen zu unterdrücken. Im Herbst werde es in jedem Fall wieder zu mehr Neuinfektionen kommen. Laut Spahn sollen alle positiven PCR-Tests wieder genauer auf eine mögliche Delta-Virusform untersucht werden, nicht nur Stichproben.

Masken in Innenräumen weiter notwendig

Großbritannien zeige, wie fragil Erfolge in der Pandemiebekämpfung sein könnten, mahnten Wieler und Spahn. Dort breitet sich die in Indien entdeckte Delta-Variante stark aus und lässt trotz hoher Impfquote die Neuinfektionen deutlich steigen. Auch bei niedrigen Inzidenzen sei ein behutsames Öffnen in kleinen Schritten nötig, sagte Wieler.

Spahn betonte, Masken könnten nun vor allem draußen wegbleiben. In Innenräumen und in öffentlichen Verkehrsmitteln seien sie aber weiter wichtig. Zudem sollten Lockerungen bei steigenden 7-Tage-Inzidenzen regional auch rasch wieder zurückgenommen werden. Und zwar nicht erst bei einer Schwelle von 50, „sondern früher“.

Über die Hälfte gegen Covid-19 geimpft

Bei den Corona-Impfungen hat inzwischen jeder zweite Bürger in Deutschland mindestens eine Spritze bekommen - genau sind es laut Bundesgesundheitsministerium 50,1 Prozent der Bevölkerung oder 41,66 Millionen Menschen. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind 29,6 Prozent oder 24,66 Millionen Menschen.

Spahn betonte, dass allein mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna nach jetzigem Stand allen Erwachsenen bis Ende Juli eine Impfung angeboten werden könne. Lieferungen von Astrazeneca und Johnson & Johnson kämen als Sicherheitspuffer dazu. Der Rückschlag beim Impfstoff von Curevac mindere das Tempo der Impfkampagne nicht.

„Möglichst hohe Impfquote verlangsamt die Ausbreitung“

Ärztepräsident Klaus Reinhardt rief die Erwachsenen dazu auf, alle Impfangebote wahrzunehmen - vor allem auch Zweitimpfungen. Aktuelle Studien zeigten, dass der Impfschutz gegen die Delta-Variante bei nur einmaliger Impfung um 17 Prozent geringer ausfallen könnte als gegen die derzeit dominierende Alpha-Variante. „Eine möglichst hohe Impfquote verlangsamt die weitere Ausbreitung dieser Variante und reduziert auch das Ansteckungsrisiko für Kinder deutlich.“