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Coronainfektion Schüler Lehrer warnen vor Schulschließungen

Mehr testen : Corona-Infektionen bei Schülern steigen weiter - Lehrer warnen vor Schulschließungen (Update)

Die Zahl der mit Corona infizierten Schüler steigt weiter an. Lehrerverbände warnen vor erneuten Schulschließungen. Sie fordern, dass sich die Schüler wieder öfter testen sollen. Die CDU-Landtagsfraktion verlangt, drei Tests pro Woche für ungeimpfte Schüler und eine Testpflicht für ungeimpfte Lehrer und Erzieher.

Die Zahl der positiv auf das Corona-Virus getesteten Schüler steigt weiter an. Am Montag wurden in Rheinland-Pfalz 2023 infizierte Schülerinnen und Schüler gemeldet – zuletzt war die Zahl im September so hoch. Hinzu kommen noch landesweit über 11.000 Corona-Verdachtsfälle bei Schülern. In der Region galten zu Wochenbeginn 192 Schüler als infiziert. Mitte vergangener Woche waren es 139. In Rheinland-Pfalz gibt es rund 515.000 Schüler, in der Region fast 75.000.

So häufig müssen sich Schüler derzeit testen

Trotz der steigenden Zahl an Infektionen bleibt das Land vorerst dabei, dass sich Schüler statt wie bisher zwei Mal pro Woche seit Montag nur noch einmal die Woche testen müssen – ausgenommen vollständig geimpfte Schüler. Falls es zu einem Corona-Fall in einer Klasse oder eine Lerngruppe kommt, müssen sich die Schüler täglich testen und Maske im Unterricht tragen.

Lehrerverbände wie der Verband Bildung und Erziehung (VBE) zeigen sich besorgt. „Wenn es das oberste Ziel ist, den Schulbetrieb zu ermöglichen, dann müssen auch alle geeigneten Maßnahmen ergriffen werden“, sagt VBE-Landeschef Gerhard Bold. Als Beispiel nennt er den flächendeckenden Einsatz von Luftfilteranlagen in den Klassenräumen und, dass sich die Schüler wieder mindestens zwei Mal pro Woche testen, „damit der Schulalltag für die Schulgemeinschaft möglichst sicher gestaltet werden kann“, so Bold. Er warnt vor erneuten Schulschließungen.

Auch der Landeschef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Klaus-Peter Hammer, fordert ein Überdenken der Teststrategie. „In den Schulen muss für die Schülerinnen und Schüler auf zwei Testungen pro Woche ausgeweitet werden“, so Hammer. „Und in den Kitas muss den Eltern pro Woche ein Selbsttest für ihre Kinder zur Verfügung gestellt werden.“

Problem: Viele Kinder und Jugendliche nicht geimpft

Es müsse alles darangesetzt werden, dass Schul- und Kita-Schließungen ausbleiben. Hammer weist zudem auf ein anderes Problem aus seiner Sicht hin. Viele Kita-Beschäftigte und Lehrkräfte hätten sich relativ früh impfen lassen. „Entsprechend groß dürfte die zu erwartende wachsende Zahl an Impfdurchbrüchen in den nächsten Wochen sein, weil der Schutz der Impfung offensichtlich mit der Zeit nachlässt. Hinzu kommt, dass viele Kinder und Jugendliche nicht geimpft sind oder sich noch gar nicht impfen lassen können.“ Daher dürfe das Land nicht „zögerlich an einem Testkonzept“ festhalten, „das in Zeiten ausgedacht wurde, als sich das Pandemie-Geschehen relativ stabil auf einem niedrigen Niveau bewegte“, sagt Hammer.

Die CDU-Landtagsfraktion warnt davor, dass die Infektionslage in den Schulen außer Kontrolle gerate. Die Lage sei „extrem besorgniserregend“, sagte Fraktionschef Christian Baldauf. Es müsse nun alles dafür getan werden, dass es nicht erneut zu Schulschließungen komme. CDU-Bildungsexpertin Jenny Groß fordert, dass sich alle ungeimpften Schüler drei Mal pro Woche testen sollen, bei geimpften Schülern reiche ein anlassloser Test pro Woche. Das gleiche gelte auch für Kinder in den Kita, sagte Baldauf. Für ungeimpfte Erzieher und Lehrer fordert der Fraktionschef eine Testpflicht. Sollten Kita-Beschäftige, nicht nachweisen können, dass sie geimpft sind und sich weigerten, sich zu testen, dürften sie nicht beschäftigt werden, lautet die klare Forderung von Baldauf. „Was spricht dagegen, wenn jemand sagt, ob er geimpft ist oder nicht.“ Es gehe um die Gesundheit der Kinder, der Beschäftigten und deren Angehörige.

Neben mehr Tests fordert die CDU auch einen Plan für Booster-Impfungen für Erzieher und Lehrer.