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CoronaWie ist die Situation in den Krankenhäusern der Region?

Gesundheit : Angespannte Ruhe in den Kliniken

In den Krankenhäusern der Region läuft derzeit der Normalbetrieb. Bislang gibt es keine an Corona Erkrankte, die stationär behandelt werden müssen. Das Trierer Gesundheitsamt kommt an seine Grenzen.

Angespannte Ruhe. So lässt sich vielleicht am ehesten die Situation in den meisten Krankenhäusern in der Region derzeit beschreiben. Ein Sprecher des Krankenhausträgers Marienhaus GmbH, zu der unter anderem die Kliniken in Bitburg, Gerolstein und Hermeskeil gehören, sagte unserer Zeitung, dass es bislang im Hermeskeiler Krankenhaus „sehr entspannt“ sei. Es herrsche Normalbetrieb und kein Ausnahmezustand.

Bis gestern wurde wohl in keinem der Häuser in der Region ein an Corona erkrankter Patient behandelt. Auch den am Wochenende in Trier und Trier-Saarburg zusätzlich hinzugekommenen Patienten geht es nach Angaben des zuständigen Gesundheitsamts gut. Sie seien zu Hause, hieß es gestern.

Trotzdem bereiten sich alle Kliniken in der Region darauf vor, schwer Kranke, mit dem Virus Infizierte, zu behandeln. So haben die beiden Trierer Großkliniken Mutterhaus und Brüderkrankenhaus entschieden,  Patienten mit Covid-19, wie das Virus offiziell heißt, die stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen, zentral an einem Standort gemeinsam zu betreuen.

Vorgesehen dafür sei das Klinikum Mutterhaus Nord, das ehemalige Elisabethkrankenhaus in Trier, teilten die beiden Kliniken mit.  Ziel sei es,  auch bei einer größeren Zahl von Covid-19-Patienten die reguläre Patientenversorgung an den Hauptstandorten der beiden Krankenhäuser aufrechtzuerhalten und die Patientenströme zu trennen.

Derzeit gebe es keine Einschränkung bei den Behandlungen, weder im Mutterhaus noch im Brüderkrankenhaus. Die dringliche medizinische Versorgung sei in beiden Häusern gewährleistet.

Das sagt auch Heribert Frieling, Sprecher der Marienhaus GmbH. Allerdings werde bei planbaren Eingriffen geprüft, ob diese unbedingt notwendig seien. Eine Operation der Nasenscheidenwand etwa sei eher verschiebbar als eine Hüft­operation, wenn der Patient akute Schmerzen habe und sich kaum mehr bewegen könne, sagt Frieling. In allen Häusern gehe derzeit der normale Betrieb weiter. Es würden auch weiterhin schwer kranke Patienten unabhängig von Corona behandelt.

Um sich auf die sich täglich ändernde Lage einzustellen, hat die Marienhaus GmbH wie auch die anderen Klinikträger einen täglich zwei Mal tagenden Krisenstab eingerichtet. Dort liefen die Situationsberichte aller Einrichtungen zusammen, und es werde dann bewertet, was gegebenenfalls getan werde müsse.

Einschränkungen gebe es allerdings, was die Besucher angehe. Die Zahl der Besucher pro Patient sei auf eine Person eingeschränkt worden. Ab Montag dürfen in allen Pflegeheimen der Marienhaus GmbH keine Besucher mehr rein. Nur noch in begründeten Einzelfällen werde das erlaubt, sagt Frieling.

Auch die beiden Trierer Kliniken bitten die Angehörigen von Patienten, „aus Gründen des Infektionsschutzes“ ihre Besuche auf das Notwendigste zu beschränken. Für isolierte Patienten sei die Besucherzahl auf einen pro Tag beschränkt worden.

Unterdessen kommt das Trierer Gesundheitsamt an seine Grenzen. Die Hotline sei überlastet, sagte ein Sprecher der zuständigen Kreisverwaltung Trier-Saarburg. Unter anderem komme es auch deshalb zu vermehrten Anrufen, weil besorgte Personen aus anderen Landkreisen anrufen würden oder zum Teil auch von Ärzten an das Gesundheitsamt verwiesen würden.

Daher rät die Behörde, dass jeder, der leicht erkrankt sei, zunächst mal zu Hause bleiben und dann bei seinem Hausarzt anrufen soll. Nicht jeder, der Schnupfen oder Husten habe, müsse Angst haben, an Corona erkrankt zu sein, und müsse daher direkt auf den  Virus getestet werden, sagte der Kreissprecher. Daher sein Rat: „Wer sich krank fühlt, soll zu Hause bleiben.“

Damit soll vermutlich auch einem Engpass an Corona-Tests vorgebeugt werden.