Dankeschön-Geschenke für regionale Müllmänner verboten

Kostenpflichtiger Inhalt: Gesellschaft : Dankeschön-Geschenke für regionale Müllmänner verboten

In der Weihnachtszeit bedanken sich viele Bürger mit kleinen Präsenten bei Zeitungszustellern, Briefträgern oder Straßenkehrern. Das bleibt nicht immer ohne Probleme.

Viele Bürger wollen sich in der Weihnachtszeit bei ihren Zeitungszustellern, Müllmännern oder Postboten mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedanken. Aber welche Geschenke sind überhaupt erlaubt? Und welcher Dienstleister darf eigentlich etwas annehmen, ohne sich in Schwierigkeiten zu bringen?

Beim für die regionale Müllabfuhr zuständigen Zweckverband ART sind die Verantwortlichen rigoros: „Keine Geschenke für die Müllabfuhr“, heißt es in einer jüngst veröffentlichten Pressemitteilung des Unternehmens. Danach dürfen die ART-Mitarbeiter keinerlei Zuwendungen annehmen, sonst drohten Abmahnung oder schlimmstenfalls sogar die Kündigung. Wer den Müllwerkern etwas Gutes tun möchte, erledige dies am besten mit ein paar netten Worten, empfehlen die ART-Verantwortlichen unter Verweis auf die Richtlinien zur Korruptionsprävention.

Die Richtlinien gibt es, bestätigt der Trierer Oberstaatsanwalt und CDU-Kommunalpolitiker Thomas Albrecht. Doch appelliert er an die ART-Chefs, das Kind nicht gleich mit dem Bade auszuschütten: „Man muss es nicht gleich übertreiben.“ Albrecht ist sogar dafür, die Vorschrift zur Korruptionsprävention um einen „Müllmänner-Paragrafen“ zu erweitern, in dem den Betroffenen die Annahme kleinerer Geschenke bis zu einem Wert von zehn Euro ausdrücklich erlaubt wird.

Anderswo darf ruhig etwas mehr gegeben werden. Etwa bei der Deutschen Post. „Wir sagen nichts, wenn unsere Zusteller Geschenke bis zu einem Wert von 25 Euro annehmen“, sagt Unternehmenssprecher Heinz-Jürgen Thomeczek. Auch beim Trierischen Volksfreund sind kleine Präsente für die Träger kein Problem. „Wenn unsere Kunden die Leistung unserer Zusteller, die das ganze Jahr über sechs Nächte die Woche unabhängig des jeweiligen Wetters unterwegs sind, honorieren, freut uns das sehr“, sagt Volksfreund-Geschäftsführer Thomas Marx.

In den meisten privaten Unternehmen ist die Annahme von Geschenken in den sogenannten Compliance-Richtlinien geregelt. Meist ist auch dort eine Obergrenze von bis zu 30 Euro festgelegt. Einige Chefs untersagen ihren Mitarbeitern aber generell die Annahme von Geschenken.