Das ärgert Luxemburg-Pendler: Was kostet die Fahrt zur Arbeit?

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Viele Grenzgänger aus der Region sind sauer, weil sie noch immer nicht wissen, wie viel sie in Zukunft für Bus und Bahn zahlen müssen. Dass es auch anders geht, beweist das Beispiel Belgien.

Viele Luxemburg-Pendler, die mit Bus und Bahn zur Arbeit über die Grenze fahren, sind sauer. Noch immer wissen sie nicht, wie viel sie ab kommendem März für ihr Ticket bezahlen müssen. Dann ist der Nahverkehr im Nachbarland kostenlos. In Bus, Tram oder Zug sind dann – außer in der 1. Klasse – keine Tickets mehr notwendig, das Zeigen des Ausweises reicht. Doch bis zur Grenze müssen die Pendler zahlen. Wie viel ist aber eben weiterhin unklar. Erst Ende November würden die neuen, ab März geltenden Tarife für Pendler feststehen, sagt die Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT), Barbara Schwarz. Noch immer sei man im Gespräch mit dem luxemburgischen Verkehrsministerium, sowie den beiden Bahn-Gesellschaften und dem für den hiesigen Schienennahverkehr zuständigen Zweckverband SPNV Nord. „Es gibt viele Dinge zu besprechen und zu bedenken“, sagt Schwarz. Man sei durch „den knappen Zeitplan Luxemburgs unter Druck geraten“.

Vor einem Jahr hat die neue Regierung des Großherzogtums bekanntgegeben, dass der Nahverkehr kostenlos werden soll. Im Januar verkündete Verkehrsminister François Bausch als Starttermin den 1. März 2020. Ginge es nach ihm, dann würden alle Pendler in der gesamten Großregion, also auch die Grenzgänger aus Belgien und Frankreich, kostenlos mit Bus und Bahn fahren.

Das sei nicht möglich, sagt Schwarz. Als Grund nennt sie, dass der Öffentliche Nahverkehr in Rheinland-Pfalz keine kommunale Pflichtaufgabe sei. Das heißt die Kommunen sind nicht verpflichtet, außerhalb des Schülerverkehrs ein Bus- und Bahnangebot zu finanzieren. Angesichts der angespannten Haushaltslage der vier Landkreise und der Stadt Trier, die dann den Verkehrsunternehmen den Ausgleich für die entgangenen Ticket­einnahmen erstatten müssten, sei ein kostenloser Nahverkehr nur für Pendler nicht umsetzbar. Außerdem wäre das eine Sonderbehandlung für eine spezifische Gruppe von Fahrgästen.

Das Parlament der belgisch-niederländisch-luxemburgischen Union hat sich dafür ausgesprochen, dass die belgischen Pendler kostenlos mit Bus und Bahn nach Luxemburg fahren können.

Wer mit einem der zahlreichen luxemburgischen Pendler-Busse von Bitburg oder Trier ins Nachbarland fährt, zahlt laut Schwarz für die Jahreskarte 750 Euro, mit dem Zug von Trier sind 850 Euro, von Wittlich 1690 Euro fällig. Ob diejenigen, die sich bereits eine Jahresfahrkarte gekauft haben, dann das ab März zu viel gezahlte Geld zurückerstattet bekommen, müsse noch geklärt werden, sagt die VRT-Chefin. Sie rät allen Pendlern, mit dem Ticket-Kauf bis Dezember zu warten.

Luxemburg lässt sich den kostenlosen Nahverkehr in den kommenden zwei Jahren 70 Millionen Euro kosten. Ob aber tatsächlich mehr Autofahrer auf Bus, Bahn und Tram umsteigen, scheint noch fraglich. Obwohl die Ticketpreise bereits jetzt sehr niedrig sind (eine Tageskarte fürs ganze Land kostet vier Euro) nutzen nur ein Drittel der Arbeitnehmer täglich den Bus und 19 Prozent den Zug.

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