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Wetter
Das Aufräumen hat begonnen – Diese Woche drohen neue Unwetter

FOTO: dpa / Oliver Berg
Trier. Ministerpräsidentin Dreyer ruft dazu auf, sich gegen Schäden zu versichern. Land gibt Geld für beschädigte öffentliche Gebäude. TV-Wetterexperte warnt. Von Bernd Wientjes

Nach dem schweren Unwetter, das vor allem in der Eifel und in Teilen des Kreises Trier-Saarburg für große Schäden gesorgt hat, hat am Wochenende das große Aufräumen begonnen.

Entlang der Prüm hat sich im Laufe des Samstags die Hochwasserlage deutlich entspannt. Die Warnung vor Überflutungen wurde aufgehoben. Die Lage spitzte sich am Freitagnachmittag zu, als der Stausee in Biersdorf (Eifelkreis Bitburg) wegen der starken Regenfälle kontrolliert abgelassen wurde.

Der arg vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogene Eifelzoo in Lünebach bleibt vorerst geschlossen. Laut dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld, Andreas Kruppert, sind die Schäden auf dem 30 Hektar großen Gelände groß. Offenbar können die Tiere vorerst in dem Zoo bleiben. Baustatiker hatten am Wochenende die Gehege auf ihre Standfestigkeit untersucht. Laut Kruppert besteht derzeit keine Gefahr, dass die Tiere ausbrechen können. Am Freitag hieß es zunächst, dass zwei Löwen, zwei Tiger, ein Jaguar und ein Bär aus dem Zoo entwichen seien. Schließlich stellte sich heraus, dass nur der Bär auf dem Gelände frei herumlief. Als Einsatzkräfte im Zoo auf das Tier trafen, wurde dieser vorsichtshalber von einem Jäger erschossen. Das sorgte am Wochenende weiter für heftige Kritik von Tierschützern.

Die Bahnstrecke von Trier nach Gerolstein bleibt wohl weiter gesperrt. Dort war hinter dem Tunnel Wilsecker ein Regionalzug entgleist, als er in eine Schlammlawine gefahren war. Die Räumung der Schienen gestaltete sich jedoch schwierig.

Der Staatssekretär des rheinland-pfälzischen Innenministeriums, Randolf Stich (SPD), besuchte am Freitag die Einsatzzentralen im Eifelkreis und in Trier-Saarburg. Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) ließ sich in Biersdorf über die Lage informieren. Zurzeit laufe die Schadenaufnahme, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gestern unserer Zeitung. In Härtefällen werde man privaten Unwetteropfern helfen. „Das Land wird sich an der Instandsetzung der öffentlichen Gebäude wie Schulen und Kitas schnell und unbürokratisch beteiligen.“ Das gelte auch für die Landwirtschaft und für die Reparatur an Wasserleitungen oder Beschädigungen im Hochwasserschutz.  Da in Zukunft mit einer Zunahme von Unwettern zu rechnen sei, starte das Land eine Aufklärungskampagne für die Elementarversicherung. Eine solche Versicherung sei wichtig, um zu verhindern, dass ein Unwetter die Existenz bedrohe.

TV-Wetterexperte Dominik Jung warnt vor weiteren Unwettern. Ab Dienstag seien wieder Gewitter möglich, die Woche über bleibe es mit 27 bis 30 Grad sommerlich warm, sagte Jung unserer Zeitung.