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24 Kilometer mehr für die Vergangenheit

Aus 15 Kilometern werden 39: Ab dem Sommer können Besucher über zusätzliche 24 Kilometer die Geschichte der Verbandsgemeinde Kelberg erkunden. TV-Foto: Helmut Gassen
Aus 15 Kilometern werden 39: Ab dem Sommer können Besucher über zusätzliche 24 Kilometer die Geschichte der Verbandsgemeinde Kelberg erkunden. TV-Foto: Helmut Gassen
Bis zum Sommer wird die 1992 eröffnete zwölf Kilometer lange Geschichtsstraße um einen weiteren Abschnitt von Kelberg ins Kirchspiel Bodenbach mit 24 Kilometern verlängert. Darin eingeschlossen ist auch eine barrierereduzierte Route von vier Kilometern Länge.

Kelberg. (HG) 15 Stationen hat der bisherige Abschnitt von Kelberg bis Uersfeld auf einer alten Heer- und Handelsstraße. Dem Wanderer oder Radfahrer werden hier anhand von Tafeln Bräuche, Sitten und Gewohnheiten der Region nahe gebracht. Her-ausragende Punkte der bisherigen Geschichtsstraße sind der Hochkelberg mit Fliehburg, das Sassener Kreuz, ein keltisch-römischer Friedhof, aber auch Steinbrüche und andere Landschaftsteile, welche auf die Geschichte und die Lebensumstände der Menschen früherer Tage hinweisen. Die Zeitreise zurück in die Geschichte unserer Vorfahren wird nun mit einem zweiten Teil um beträchtliche 24 Kilometer in einem Rundweg verlängert, und zwar von Kelberg ins Kirchspiel Bodenbach, was den Besuchern weitere interessante Sehenswürdigkeiten der Verbandsgemeinde Kelberg näher bringt. Karl Häfner, Bürgermeister der VG Kelberg, ist vom weiteren Erfolg der Geschichtsstraße überzeugt und baut auf seine bisherigen Erfahrungen. "Die Geschichtsstraße wird recht gut angenommen. Es hat sich eben herumgesprochen, dass hier etwas geboten wird."Auch die Gastwirte sollen profitieren

Die VG ist, so Häfner, insgeheim auch schon dabei, den dritten Abschnitt vorzubereiten, der von Kelberg zum Nürburgring, nach Welcherath und Retterath führen soll. Langfristig sollen alle Gemeinden der VG Kelberg an die Geschichtsstraße angeschlossen werden. Davon sollen besonders die Gastronomen in den Orten profitieren. Bisher können Benutzer der Geschichtsstraße nur in Uersfeld oder Gunderath in Gasthäusern einkehren, um sich zu stärken.Als ein Alleinstellungsmerkmal der VG Kelberg achtet man bei den weiterführenden Routen sehr auf die Fortführung des bisherigen Konzeptes bei der Ausschilderung, damit ein einheitliches Erscheinungsbild entsteht. "Wir wollen hier keinen Stilbruch", sagt Peter Burggraaff vom Büro für historische Stadt- und Landschaftsforschung. Die Befestigung der Tafeln auf Basaltblöcken hat sich als positiv erwiesen, Schäden oder Abnutzungen gab es bisher keine. Dies stellt sich auch bei den Folgekosten für die betreffenden Gemeinden als wichtig heraus. Dank der Arbeit mancher Dorfbewohner hat die Geschichtsstraße auch noch an Wert gewonnen. "Einige Stationen wie beim ,Grünen Weiher' oder der ,Lehmkaul' wurden mit großem Engagement erweitert. Das bedeutet, das Projekt lebt und ist nicht nur für unsere Gäste da, sondern auch für uns", freut sich Peter Burggraaff.Für den neuen Abschnitt der Straße, der viele interessante Punkte in Kelberg, Bodenbach, Borler, Bongard, Gelenberg, Rothenbach und Meisenthal aufweist, stellte die VG Kelberg einen Zuschussantrag beim Wirtschaftsministerium. Bei Gesamtkosten von 98 600 Euro bewilligte das Land einen Zuschuss von 59 900 Euro. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel gibt 3900 Euro dazu. 17 400 Euro verbleiben an Kosten für die VG Kelberg, für die Gemeinden ein Anteil von 17 400 Euro. Bis 30. Juni müssen die Fördermittel in Anspruch genommen sein; dann muss auch der neue Abschnitt der Geschichtsstraße realisiert sein.