| 21:07 Uhr

50 Meter hoch, 29 Meter tief, 600 Meter lang

Vorne entsteht das Widerlager der Liesertalbrücke, im Hintergrund auf Rengener Seite wird bereits das zweite Widerlager aufgeschüttet. Foto: Helmut Gassen
Vorne entsteht das Widerlager der Liesertalbrücke, im Hintergrund auf Rengener Seite wird bereits das zweite Widerlager aufgeschüttet. Foto: Helmut Gassen
DAUN. Das vor kurzem eröffnete 2,6 Kilometer lange Teilstück der A 1 von Darscheid bis zur Abfahrt Rengen wird schon rege genutzt. Mit Volldampf wird jetzt an der Realisierung der 600 Meter langen Talbrücke Lieser und dem weiteren Verlauf des Teilstückes gearbeitet. ARRAY(0x80562db8)

Noch bis spät in den Abend erleuchten oft Scheinwerfer die Baustelle am Ende des fertiggestellten Teilstückes der A 1 bei Rengen. Vor den Bauarbeitern liegt ein riesengroßes Projekt, das viel Arbeit und technisches Know-how erfordert. Die gewaltige Liesertalbrücke soll mit einer Länge von 600 Metern auf zwölf Pfeilern und zwei Widerlagern später einmal in 50 Meter Höhe das Tal überqueren. Für den Weiterbau der A 1 bis zur 3,5 Kilometer entfernten Anschlussstelle Gerolstein hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Rund 18,5 Millionen Euro davon wird allein das Brückenbauprojekt Liesertalbrücke verschlingen. Schon Ende 2009 soll die Eröffnung des Abschnittes gefeiert werden. EIne Millionen Kubikmeter Erde wird bewegt

Momentan werden unterhalb des Widerlagers die Betonpfähle für die Gründung der Hilfspfeiler gebohrt. Bis zu 29 Meter tief fressen sich die Bohrkronen mit einem Durchmesser von 120 Zentimeter in den Untergrund. Auch bei den zwölf Pfeilern der Liesertalbrücke werden jeweils acht Betonpfähle die Lasten sicher in den tragfähigen Untergrund ableiten, wie der Bauleiter Dietmar von Landenberg vom Landesbetrieb Straßen und Verkehr (LSV) Gerolstein im Gespräch miot dem TV erläutert. Auf der Rengener Seite wird bereits an der Aufschüttung für das zweite Widerlager der Talbrücke Lieser gearbeitet, wofür etwa 80 000 Kubikmeter Erdmassen benötigt werden. Hierfür wird Aushubmaterial verwendet, das aus dem Bereich der späteren Anschlussstelle (AS) Gerolstein entnommen wird. Allein hier müssen rund eine Million Kubikmeter Erde bewegt werden. Parallel zum Bau der zwölf massiven Betonpfeiler der Talbrücke Lieser beginnen bereits die Arbeiten für das Herstellen der fünf Meter hohen Spannbeton-Überbaukonstruktion. Die 29 Meter langen "Betontröge" werden auf dem Damm vor der Brücke in einer Hohlkastenform hergestellt, bekommen danach die Fahrbahnplatte aufbetoniert und werden dann von hydraulischen Pressen nach vorn auf die Pfeiler geschoben. 40 Stück dieser Giganten werden für die beiden Fahrbahnen hergestellt und nacheinander über die zwölf Pfeiler bis zur anderen Talseite geschoben. Parallele Arbeiten an der "kürzeren Schwester"

Bis 2008 soll die Talbrücke Lieser laut Planung fertig sein. Parallel dazu wird noch an der Talbrücke Jeichensuhr gearbeitet, die "nur" 130 Meter lang und 16 Meter hoch wird. Zudem muss noch eine kombinierte Wirtschafts- und Grünunterführung gebaut werden, mit deren Bau im Sommer dieses Jahres begonnen werden soll. "Ende 2006 werden dann die Erd- und Straßenarbeiten ausgeschrieben und Anfang 2007 begonnen", sagt Dietmar von Landenberg. Das Teilstück aus Richtung Darscheid hat Landenberg auch als A 1-Bauleiter zu Ende gebracht. Wie schätzt er die Schwierigkeit des neuen Abschnittes ein? "Das Teilstück bis zur AS Gerolstein ist von der Topographie sicherlich nicht so schwer wie das Darscheider Stück, weil dort die Strecke von großen Einschnitten und Dämmen geprägt ist und ein Großteil der Massen erst nach Fertigstellung der Brücken von Rengen nach Darscheid transportiert werden konnte. In dem jetzigen Teilstück werden die Brückenbauwerke vorab hergestellt, was für den späteren Erd- und Deckenbau erhebliche Vorteile bringt."