| 21:14 Uhr

6578 Kilometer weg von Zuhause: Etliche Soldaten aus der Region sind über die Feiertage im Auslandseinsatz

Tobias Frederic Werling kümmert sich um den Nachschub. Foto: privat
Tobias Frederic Werling kümmert sich um den Nachschub. Foto: privat
Koulikoro/Daun. Auch über Weihnachten und Silvester müssen viele Menschen arbeiten - manche von ihnen sogar sehr weit weg von Zuhause. Wie der Dauner Oberfeldwebel Tobias Frederic Werling, der im afrikanischen Mali dafür sorgt, dass die Kameraden das für ihren Einsatz notwendige Material rechtzeitig bekommen - und ihre Feldpost. Mario Hübner

Koulikoro/Daun. 6578 Kilometer südlich sind es von Daun nach Koulikoro in Mali. Aber der Nachschub muss dennoch pünktlich und vollständig da sein. "Es gibt immer irgendetwas, was hier im Einsatz in Mali gebraucht wird, was es so hier nicht gibt." Ob Gabelstapler oder medizinisches Gerät, Oberfeldwebel Tobias Frederic Werling vom Bataillon Elektronische Kampfführung 931 aus Daun ist Teil des deutschen Engagements bei der europäischen Trainingsmission in Mali (EUTM).
Seit Anfang Dezember ist der junge Soldat in Westafrika im Einsatz. Es ist sein erster Auslandseinsatz als Soldat, und er wird vier Monate in Mali bleiben. Das auch über Weihnachten und Silvester. Für ihn nicht so schwer wie für seine Familie in Karlsruhe und seine Freundin in Stuttgart. "Sie macht sich schon Sorgen und Gedanken. Klar wäre ich gerne bei ihr über die Feiertage, aber der Einsatz gehört zum Beruf." Er hat sich nach eigenem Bekunden auf diesen Einsatz gefreut. "Es ist ja nur ein Weihnachten und ein Silvester", sagt er. Hier in Afrika sorgt er mit für den Nachschub. Er ist sogenannter Materialdisponent-Feldwebel. Eine Aufgabe, die ihm viel Spaß macht. Dabei ist er dafür verantwortlich, dass all das, was nicht als Verbrauchsgut gilt, da ist, wenn es gebraucht wird. Wie ein Gabelstapler. Denn jede Woche kommt Material aus Deutschland nach Afrika oder wird von dort wieder in die Heimat transportiert. Auch: die für alle Soldaten wichtige Feldpost. Gerade über die Feiertage ein ganz sensibles Thema bei den Soldaten. "Wenn da mal etwas nicht so kommt, wie geplant, da steigen uns die Leute aufs Dach." Werling hatte sich freiwillig für den Einsatz gemeldet. In der Eifel ist er seit einem Jahr stationiert und wohnt auch in Daun. "Ich fühle mich da sehr wohl. Eine tolle Gegend."
Deutschland beteiligt sich seit etwa eineinhalb Jahren im Rahmen der europäischen Mission mit bis zu 250 Soldaten in dem westafrikanischen Land. Derzeit sind etwas mehr als 150 Soldaten in Mali eingesetzt. Darunter Personal im internationalen Stab, die Ausbilder für Logistik, Infanterie, Pioniere und die Sanitätseinsatzkompanie, die die medizinische Versorgung für alle Angehörigen der Mission sicherstellt.
Die Ausbildung des sechsten Gefechtsverbandes wird noch bis Ende Februar dauern. Die malische Armee soll zukünftig in der Lage sein, das eigene Land selber stabilisieren und verteidigen zu können. Dazu bilden Soldaten aus insgesamt 26 Nationen die Malier in allen grundlegenden militärischen Fertigkeiten aus.
Und was macht Oberfeldwebel Werling, wenn er wieder in Daun ist? "Zuerst freue ich mich, meine Freundin und Familie wieder zu sehen - und dann auf eine Pizza aus dem Ofen. Das vermisse ich hier dann schon." Im März wird der Einsatz für den Soldaten aus Daun zu Ende sein.Extra

Vom Standort Daun, wo die Auswertezentrale Elektronische Kampfführung und das Bataillon Elektronische Kampfführung 931 stationiert sind, sind 30 Soldaten im Auslandseinsatz - zumeist in Afghanistan. Vom Führungsunterstützungsbataillon 281 in Gerolstein, das die Kommunikation zwischen Truppenteilen sowie zwischen Einsatzland und Heimat sicherstellt, sind insgesamt 140 Soldaten im Auslandseinsatz - im Kosovo, in Afghanistan, an der türkisch-syrischen Grenze und in Mali. mh